Lok Leipzig hat einen neuen Trainer, der mit RB Leipzig spielen will

Paukenschlag folgt auf Paukenschlag. Gestern ging ja das hartnäckige Gerücht, dass Willi Kronhardt neuer Trainer bei Lok Leipzig wird. Dann bei der Pressekonferenz ließ er gleich mal die Bombe platzen.

Zunächst etwas, was die Lokfans erfreuen wird: Kronhardt sieht die erste Herrenmannschaft bald in der Regionalliga spielen. Das könnten sie und wollten sie. Der derzeitige 8. Platz der NOFV-Oberliga Süd wäre eine gute Ausgangsposition. Auch dürfte es die Lok-Anhängerschaft erfreuen, dass Kronhardt tatsächlich mehr auf den Nachwuchs setzen will. Denn der Verein ist klamm, und da ist das beste Kapital immernoch der Nachwuchs.

Und dann ließ Willi Kronhardt die Bombe platzen. In der gleichen Pressekonferenz philosophierte er über den RB Leipzig. Wenn man nach den Kommentaren der Lok-Fans in einschlägigen Foren geht, existiert kein größeres Feindbild als der roteweiße Klassenprimus.

Kronhardt ließ gestern verlauten, dass er eine faire und sportliche Partnerschaft mit dem bei den blaugelben Fans verhassten Verein nicht ausschließt. Er hält es für kontraproduktiv, wenn man dies kategorisch ausschlösse.

Der Vertreter für den kranken Präsidenten Notzon, Dischereit, untermauerte auf der Pressekonferenz noch einmal die Entscheidung für Kronhardt. Dischereit schwadronierte noch einmal über das Konzept von Kronhardt. Dieses hat den Vorstand überzeugt. Das war gestern ja schon bekannt. Und er wünscht sich für die Lok-Zukunft, dass mehr Ruhe in der Verein kommt, die Fans zufrieden sind und der Aufstieg in die Regionalliga irgendwann in naher Zukunft klappt.

Und was meinen die Fans? Kronhardt müsse sofort entlassen werden. Er beschmutze die Lok-Tradition, wenn dieser mit RB Leipzig kooperieren würde. Es wird von großer Not gesprochen. Angeblich gibt es sogar einen Mitgliederbeschluß gegen jegliche Zusammenarbeit mit RB Leipzig. Und dieser wird von Beobachtern herzlich belächelt. Jetzt gibt es sogar Lok-Fans, die ihre Mitgliedschaft beim Verein beenden wollen. Und bösartige Kommentare philosophieren darüber, dass sich bei den Probstheidaern das Gleiche ereignen könnte wie bei den Grünweißen in Leipzig-Leutzsch und sich eine „SG Leipzig-Probstheida“ gründen könnte.

Selbstverständlich wird auch kein gutes Haar an den Berichtenden gelassen. Die Nachricht kam über die Leipziger Volkszeitung. Und sofort wird vom Werbepartner, vom Kooperationspartner oder von offenen Messern gefaselt. Und man vermutet, dass der neue Trainer, bevor er etwas tun kann, schon von den Fans demontiert wird.

Liebe Fans von der blaugelben Traditionsfront, ich kann eure Abneigung gegen Rotweiß sogar etwas nachvollziehen. Schließlich hat RB Leipzig eurem Verein den Rang als Nummer 1 abgelaufen. Aber ich kann nicht nachvollziehen, wie wegen einer bloßen Gedankenspielerei derart auf dem neuen Trainer rumgedroschen wird. Allerdings zeigt dies auch die Engstirnigkeit. So engstirnig sind ja nicht einmal die Fans vom TSV 1860 München in Bezug auf den großen Rivalen Bayern München.

Ich beobachte weiter die Situation. Etwas besseres als eine irgendwie geartete Kooperation in irgendeiner Zukunft kann Lok Leipzig eigentlich nicht passieren. Daher würde mich interessieren, ob das Votum der Fans derart starr bleibt.

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