Lok Leipzig – Und wieder lacht der Pleitegeier

Das Jahr begann vor knapp einem Monat, und bei Lok Leipzig, dem blau-gelben Traditionsverein aus dem Leipziger Südosten, klopft schon wieder einmal der Pleitegeier. Bevor hier aber jemand denkt, ich würde den Verein auslachen, möchte ich hier mitteilen: Ich finde es schade, wie mal wieder die Zukunft des Vereins hergeschenkt wird. Mag sein, dass ich zu wenig Einblick habe, aber das muss man auch nicht, um das Trauerspiel zu beobachten.

Die Spielergelder bleiben aus, die Stadionkosten können nicht beglichen werden und einige weitere Meldungen kursieren derzeit durch den Leipziger Fußball. Vom Leutzscher Theater hat man sich so langsam erholt und beachtet das nicht allzu sehr, da knallt eine solche Nachricht natürlich mitten in die Reihen. Es gibt im Raum Leipzig kaum ein Medium, das nicht darüber berichtet, was da in Probstheida los ist.

Präsident Notzon hat sich nun breitschlagen lassen und will dem Verein noch einmal Geld leihen. Also nicht geben, er will es ja zurück. Wenigstens klebt er nicht mehr an seinem Sessel, so wie es ihm immer mal wieder vorgeworfen wurde. Es fehlt eine sechsstellige Summe allein bis Saisonende. Das ist ja nicht mehr ganz ein halbes Jahr. Ungefähr genauso lang hat der Verein keine Stadionmiete mehr bezahlt.

Investor Stefan Lindner hat zudem angekündigt, dass er seine Sponsorenleistung für die laufende Saison nicht mehr erfüllen will. Und er fordert, dass die Spieler auf die Hälfte ihrer Gehälter verzichten sollen.

Die Leipziger Internetzeitung berichtet über den Verein. Die Lage scheint ihrer Meinung nach ernster zu sein als gedacht. Die Forderung von Lindner zum Gehaltsverzicht kommt zum denkbar schlechtesten Zeitpunkt, so kurz vor Rückrundenstart gegen den VFC Plauen.

Präsident Notzon soll nun verkündet haben, dass er Platz auf dem Präsidentenposten machen würde, wenn da jemand kommen würde, der das machen will. Das klingt irgendwie danach, als würde er nur noch darauf warten, seine Geschäfte loszuwerden.

Es ist ein Trauerspiel, was da beim Rivalen von RB Leipzig abläuft. Zugegeben, der Prestige-Verein aus der Innenstadt hat keine nennenswerte Tradition und hat mit Red Bull einen großen und potenten Investor. Aber nur mit Tradition wie Lok Leipzig überlebt man nun mal in dem knallharten Geschäft Fußball nicht mehr.

Es wäre schade, wenn sich der blau-gelbe Verein nicht mehr erholen würde. In der Leipziger Fußball-Landschaft würde einiges fehlen. Und das auch, nachdem sich Lok Leipzig und RB Leipzig allmählich etwas angenähert haben.

Ich werde hier ganz bestimmt keinen Spendenaufruf starten, dazu wurde in der Vergangenheit immer wieder zu viel falsch gemacht. Aber vielleicht findet sich jemand solventes, der mit Herz in den Verein einsteigt und die Leipziger Fußball-Szene so vielfältig hält. Notfalls hat der Verein auch eine Email-Adresse eingerichtet, die es wegen Hilfsaktionen gibt: gemeinsam@lok-leipzig.com.

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