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RB Leipzig gegen 1. FC Saarbrücken – Das Spiel der Spiele

Ein Fanmarsch vom Stadtzentrum der wunderschönen Stadt Leipzig läutete heute das Spiel der Spiele für den RB Leipzig ein. Um 11 Uhr setzte sich der Tross an Fans in Bewegung. Ziel: Red Bull Arena. Grund: Letztes Heimspiel für den Club gegen den 1. FC Saarbrücken.

Es klingt nicht sonderlich nach einem Topspiel, dieses „RB Leipzig gegen 1. FC Saarbrücken“. Doch dieses Spiel könnte das Ende der Mission „Ab durch die Dritte“ bedeuten, nämlich wenn RB Leipzig zum Beispiel gewinnt. Voll ist die Hütte, als das Spiel beginnt. Ich sitze zu Hause vor dem Fernseher und schaue mir das Spiel an. Während des Spiels werde ich meine Anmerkungen niederschreiben zu dem denkwürdigen Spiel. Gekaufte Fans, wie immer behauptet wird, sind unter den vielen Zuschauer keine. Stattdessen leidenschaftliche Fans, die ihren Verein in die 2. Bundesliga brüllen. So geht Fußball.

Wir werden uns nicht mehr von Platz zwei verdrängen lassen!“ – So selbstbewusst gab sich Mittelfeld-Schaltzentrale Dominik Kaiser vor dem Spiel. Für Saarbrücken geht es in dieser Saison um nichts mehr, man kann befreit aufspielen. Aber davon sollen sich die Mannen von Trainer Andreas Zorniger nicht irritieren lassen. Mit dem Sturm-Duo Daniel Frahn / Youssuf Poulsen sollte einiges möglich sein. Der Saarbrücker Juri Judt wird sich aber gut an seine Zeit bei RB Leipzig erinnern und sein Bestes geben.

Nach zwei Minuten gab es dann den ersten Antritt von Poulsen, Als er jedoch in die Mitte abgab, war der Ball verloren. Die Leipziger standen ziemlich hoch in der Verteidigung. Rächt sich das im Laufe des Spiels? Das Stadion jedenfalls singt „Auf geht’s, Leipziger Jungs! Schießt ein Tor für uns!“ Die Kulisse ist sagenhaft.

Nach 4 Minuten stand dann Saarbrückens erste Chance zu Buche. Jedoch ging der Ball sehr weit über das Tor. Es folgte Kleinklein im Mittelfeld. Die Abwehr der Leipziger steht jedenfalls. Und das trotz der gefährlichen Saarbrücker Stürmer.

Nach 6 Minuten schoss dann Dominik Kaiser ein Traumtor. Frahn auf Kaiser, Kaiser auf Frahn, und dann stand Kaiser allein da und schoss mit dem linken Fuß ein.  Ein wunderbarer Treffer, bei dem Timo Ochs im Tor der Saarländer keine Chance hatte.

Nach 8 Minuten stand es dann 2:0 für die Rotweißen. Diesmal bediente Kaiser Daniel Frahn. Poulsen hatte die Vorarbeit auf der rechten Angriffsseite geleistet. Die Saarbrücker standen recht beeindruckt daneben. Dann hätte auch noch fast Poulsen eingeschoben, aber Ochs war diesmal hellwach.

Ab der 10. Spielminute beruhigte sich das Spiel etwas, was aber keineswegs langweilig wirkte. Um 13:43 Uhr wurde dem MDR mitgeteilt, dass nun langsam die Aufstiegsfeier vorbereitet werden würde. Und die Stimmung blieb weiter kolossal.

Nach 13 Minuten stand es dann aber 3:0. Ein sehenswerter Freistoß von Kaiser fand einen vogelfrei stehenden Daniel Frahn. Und die Saarbrücker standen wieder als beeindruckte Zuschauer daneben. Ab jetzt sah es nach einer spielerischen Party auf dem Spielfeld aus.

Die Leipziger konnten nun völlig frei spielen, als ob es ein Trainingsspiel war. Die Saarbrücker waren völlig verunsichert und schwer beeindruckt von dem, was sie da in Leipzig erlebten. Man merkte dem Spiel an, dass der RB Leipzig „heiß wie Frittenfett“ ist, wie es Frahn vor dem Spiel ausdrückte.

Die Leipziger beruhigten dann das Spiel. Sie dominierten es nach Belieben. Sie schoben sich die Bälle im Mittelfeld und der Abwehr zu. Bei den Saarbrückern fand überhaupt keine Spielbewegung statt. Hier zeigte sich dann der deutliche Klassenunterschied der beiden Mannschaften. Nach 20 Minuten kamen sie dann wenigstens einmal bis zur Leipziger Grundlinie durch. Das war es dann aber schon.

Ab Minute 21 zeigte sich dann: Saarbrücken konnte nicht, Leipzig musste nicht. In Richtung des Tores von Fabio Coltorti ging für Saarbrücken ab der Mittellinie nichts mehr. Poulsen hatte dann in Minute 24 auch seine Chance, übersah aber den abermals freistehenden Frahn.

Coltorti musste dann Sekunden später aber ernsthaft eingreifen, nachdem Saarbrücken eine handfeste Chance herausgearbeitet hatte. Der folgende Eckball führte zu nichts. Es folgte dann wieder eine Ecke, die aber abseits aller Spieler beider Mannschaften im Nirgendwo landete.

Nach 26 Minuten kam Saarbrücken wieder durch, scheiterte aber an der Leipziger Innenverteidigung. Die Angriffe der Leipziger nahmen dann aber wieder zu. Das offensive Mittelfeld, bestehend aus Kaiser und Demme, war kaum in den Griff zu bekommen. Es bleibt auch nach einer halben Stunde dabei, dass RB Leipzig das Spiel haushoch dominiert.

Eine Unstimmigkeit zwischen Sebastian, Hoheneder und Coltorti führte fast zum Anschlusstreffer der Saarbrücker in Minute 31. In allerhöchster Not konnte dann aber doch noch geklärt werden. Die darauf folgende Saarbrücker Ecke führte abermals zu nichts.

Und dann hagelte es in der 35. Spielminute. Leipzig spielte in Richtung Saarbrücker Tor. Ein Saarbrücker Spieler senste dann über den Ball, und Kaiser hämmerte den Ball dann hammerhart von ganz außen noch in die Ecke. Bei einem Spielstand von 4:0 wird doch nichts mehr anbrennen, oder?

Dritte Liga war schön, Zeit für uns zu geh’n.“ – So hallte es durch die Red Bull Arena. Fangesänge, wie man sie seit 16 Jahren nicht mehr gehört hat. Und dann hämmerte es an Coltortis Tor. Aber es war nur die Querlatte. Ein Indiz, dass sich Saarbrücken keineswegs aufgegeben hatte.

Juri Judt durfte dann in Minute 41 auch mal in Richtung Coltorti abziehen. Aber der Leipziger Schlussmann spielte eine sehr souveräne Partie bis dahin. In Richtung Saarbrücker Tor bauten die Leipziger gemeinsam ihr Spiel auf. Die zweifellos vorhandene individuelle Klasse der Saarbrücker ist das Eine, Teamgeist aber das Andere. Insofern ging die Führung in Ordnung. Auch in der Höhe, weil die Saarländer so gut wie nichts zustande brachten. So pfiff Schiedsrichter Kempter pünktlich zum Pausentee.

In der Halbzeitpause zeigte der MDR die parallel zum Spiel ablaufenden Aufbauarbeiten zur Aufstiegsfeier. Das Wetter lud auch regelrecht dazu ein. Die Souveränität der Mannschaft sollte belohnt werden. Und Leipzig braucht hochklassigen Fußball. Den bekommt die Stadt mit RB Leipzig. Nun mögen alle Medien und Beobachter damit aufhören, von einem „Projekt“ zu reden. Die Neider mögen nun damit aufhören, davon zu reden, dass Leipzig den Verein niemals annehmen wird. Viele haben keine Karten mehr für das Spiel bekommen, und die sind dann für die Feier eingeladen. Das zeigt ja wohl deutlichst, wie sehr RB Leipzig in der Stadt angekommen ist. Damit startete dann die zweite Halbzeit.

Als Synonym für die Mannschaften konnte man sehen, wie die beiden auf den Platz kamen: Saarbrücken einer nach dem anderen, Leipzig geschlossen als Mannschaft. Und dann ging es weiter. Werden weitere Tore fallen?

In Minute klingelte es wieder im Tor von Saarbrücken. Die Schwarzblauen hatten gerade angefangen, das Spiel zu machen, als sie in einen eiskalten Konter liefen. Frahn legte auf Kaiser ab, der aus 6 Metern hart abzog und damit sein nächstes Tor machte.

Ein versuchtes schnelles Spiel von Saarbrücken wurde in der 50. Minute vor dem Strafraum gestoppt. Jeder half jedem bei RB Leipzig. Hier ist ein großes Team gewachsen. Rangnick meinte dazu, dass es kaum Anlass für Verstärkungen geben dürfte. Das zeigte die Mannschaft auch das ganze Spiel lang. La Ola fand im Stadion statt, und plötzlich stand es dann 5:1. Reisinger schob vielleicht 2 Meter vor dem Tor von Coltorti in selbiges ein.

Das tat aber der Stimmung und dem Engagement in Leipzig keinen Abbruch. RB Leipzig kämpfte weiter. Nach Ecken stand es 5:1 für Saarbrücken, aber die interessieren ja am Ende niemanden. Leipzig machte dann das Spiel wieder schneller. Sie dominierten ja auch die Saarbrücker nach Belieben.

Was man dann feststellen musste, war ein Erstarken der eigentlich schon mausetot am Boden liegenden Saarländer. Angriffe kamen bis zum Leipziger Tor durch, Eckbälle kamen präziser an, die Leipziger kamen nicht mehr so einfach bis zum Tor von Ochs durch.

Und dann war Poulsen auf einmal mit Ball durch Mann und Maus durch bis in den Saarbrücker Strafraum gelaufen und konnte nur mit höchster Not gestoppt werden. Die Saarbrücker standen aber zu dem Zeitpunkt wesentlich besser als in der kompletten ersten Hälfte der Partie. Und so kam es, dass Heidinger in Minute 62 testete, wie hoch der Ball geschossen werden kann.

Teigl als Rechtsverteidiger hatte dann eine unheimlich starke Aktion, als er pfeilschnell sich an 5 Gegenspielern vorbei kämpfte, den Ball dann aber nicht mehr verarbeiten konnte. Die darauf folgende Ecke sah dann gefährlicher aus, als sie war. Saarbrücken kam dann zu einem Konter, der kurz vor dem Leipziger Strafraum abgewürgt wurde.

Es fand dann ein verhältnismäßig offener Schlagabtausch statt. Und Timo Röttger kam für Anthony Jung ins Spiel. Der Publikumsliebling wurde frenetisch von den 42713 Fans empfangen.

Saarbrücken steckte nach wie vor nicht auf. Eine Ecke in der 67. Minute wurde dann aber glücklicherweise Torwart-Futter für Coltorti. Die Leipziger waren dann darauf bedacht, wieder Ruhe ins Spiel zu bekommen. Mittlerweile spielten die Mannschaften eigentlich auf Augenhöhe. Fabian Franke, gebürtiger Leipziger, ersetzte dann in Minute 72 Niklas Hoheneder in der Verteidigung.

Der darauf folgende Angriff der Leipziger endete mit einem sehr präzisen Zuspiel von Teigl auf Poulsen, der abermals nicht abschließen konnte. Die folgende Ecke von Röttger auf Poulsen, der der beste Spieler in meinen Augen war, endete wiederum erfolglos.

Derweil hatte man gesehen, dass Osnabrück gegen Tabellenführer Heidenheim führte und Darmstadt ebenfalls führte. Das war eine wichtige Information nebenbei, weil damit die Tabellenspitze der 3. Liga weiter zusammenrückte. Derweil schwappte wieder La Ola durchs Stadion, während sich die Intensität auf dem Rasen eine Auszeit gönnte.

Poulsen wühlte sich in der Folge immer wieder durch die Saarbrücker Reihen. Er arbeitete so mannschaftsdienlich, aber bislang ohne Torerfolg. Stattdessen bediente er Röttger, der kurz vor dem Tor leider den Ball nicht richtig traf.

Dann kam wieder Saarbrücken, die keineswegs mehr so schlecht wie in der ersten Halbzeit spielten. Aber sie waren eben erfolglos. Eine geschlossene Leipziger Mannschaftsleistung sorgte dafür. In Minute 83 ersetzte dann Tobias Willers, der zu Saisonbeginn von den Sportfreunden Lotte, den sehr guten Teigl.

Wahrscheinlich spielten die Saarländer inzwischen besser, weil die Leipziger mit angezogener Handbremse spielten. Sie suchten aber die ganze Zeit Youssuf Poulsen, der fleißig bis zum Schluss blieb. Einen schnellen Angriff der Saarbrücker konnte Tim Sebastian kurz vor dem Strafraum dann verhindern. Der nächste Angriff durch Korte konnte durch beherztes Handeln von Coltorti in Minute 86 vereitelt werden. Die darauf folgende Ecke führte wie immer zu nichts.

Dritte Liga war schön, Zeit für uns zu geh’n.“ – So sang wieder das ganze Stadion die letzten Minuten des sehenswerten Spiels. Mittlerweile erschien mir Poulsen am Ende seiner physischen Ressourcen. Leipzig war nun darauf bedacht, hinten sauber zu bleiben. Poulsen erarbeitete dann noch einen Freistoß, den Kaiser denkbar schlecht verarbeitete.

Dann war Schluss. RB Leipzig ist aufgestiegen. Die Aufstiegs-T-Shirts wurden ausgegeben. Konfetti wurde geschüttet. Die ganze Schüssel begann zu feiern.

Liebe Neider, diese Mannschaft hat eine tolle Saison gespielt. Sie spielen hervorragenden Fußball. Sie steigen höchst verdient auf. Von „Kunstprodukt“, „Projekt“, „Dosentruppe“ und so etwas möchte ich nichts mehr hören. Eine Stadt wie Leipzig hat eine hochklassige Mannschaft nötig und verdient. Da es sonst kein Verein in Leipzig schafft, dann eben der RB Leipzig.

Nächste Saison spielt man dann gegen St. Pauli, Braunschweig, Karlsruhe, Düsseldorf, und es kommt zu mindestens einem sächsischen Derby, nämlich gegen Erzgebirge Aue. Wünschen wir der Mannschaft viel Glück. Und jetzt dürfen sie feiern. Nach 16 Jahren (!) hat es endlich wieder ein Verein aus der Gründungsstadt des DFB in die 2. Bundesliga geschafft.

Aufstieg 2014, Ab durch die Dritte, Mission erfüllt. Darauf ein „Humba Humba Tätärä!

Bildquelle: Bildquelle: Altes Logo von RB Leipzig – (C) RB Leipzig e.V.

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Henning Uhle

Henning Uhle ist gelernter Fachinformatiker für System Integration und zertifizierter System Engineer. Meine Sachgebiete sind Messaging & Collaboration sowie High Availability und Domain-Verwaltung. Ich schreibe über verschiedenste Dinge, die mich bewegen. Und es handelt sich immer um meine Sicht.

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