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RB Leipzig ist in die Saison in der 2. Bundesliga gestartet

RB Leipzig hat es geschafft: Alle Welt berichtet über den Leipziger Fußball-Club. Und wie das so oft ist, man orakelt sich auf der Medienfront einen zusammen und tut so, als könne man den Verein nicht einschätzen. Da dies so ist, malt man also gleich erstmal ganz böse den Teufel an die Wand. Man kommt sozusagen daher und spinnt einen vom personifizierten Bösen zusammen. Und weil dies so ist, können wir festhalten: Es gibt Medienvertreter, die einfach mal nicht daran denken, ihre Arbeit zu machen.

Ich erinnere mich nach wie vor an den Christian Nerlinger, der auf Sport 1 einen von „Dieser, dieser, dieser Red Bull Verein aus diesem, diesem, diesem Leipzig“ daher gestammelt hatte. Und ich sehe immer wieder die vielen Medienleute, wie sie über RB Leipzig erzählen. „Was ist das für ein Verein“ – die alles überspannende Frage. Und dementsprechend hoch war das mediale Interesse. Nun, nachdem RB Leipzig in die 2. Bundesliga aufgestiegen ist, erzählt uns die hübsche Blondine der Sportschau auf der ARD, dass RB Leipzig durch diese Liga durchmarschieren will. Stimmt alles nicht, aber sei es drum.

Heute kamen also die Schwaben aus Aalen, nicht unbedingt ein Zuschauermagnet wie Fortuna Düsseldorf oder wer auch immer. Zumal mitten in der Urlaubszeit. So kamen über 21000 Zuschauer. Auf Twitter hieß es sofort, dass das Stadion leer sei. Und auf Twitter schimpften sie eh über die Leipziger. Neben „Ich mag den Verein nicht“, was man völlig in Ordnung finden kann, kamen auch Sprüche auf, dass man die Spieler und die Fans an die Wand stellen und abknallen solle. Es ist unfassbar, wie man sich so gehen lassen kann.

Jedenfalls war es ein Spiel, das durch die Hitze geprägt war. Es gab unzählige Chancen für RB Leipzig. Irgendwie habe ich die Zahl 17 mitbekommen. Für den VfR Aalen sollen es 4 oder 5 gewesen sein. In der Sportschau hieß es, dass RB Leipzig das Spiel dominierte, was sich auch mit den Tweets der Fanclubs und des Vereins deckt. Allein das Tor fehlte, das zum Beispiel Stürmer Youssuf Poulsen auf dem Fuß hatte.

So trennte man sich am Ende schiedlich, friedlich 0:0 unentschieden. Für RB Leipzig geht das Ergebnis in Ordnung, da man ja nach wie vor etliche Ausfälle zu beklagen hat und sich eindeutig in der Rolle des Aufsteigers und damit des Außenseiters sieht. Die Medien können sich von der fixen Idee verabschieden, dass sie das Schreckgespenst RB Leipzig als Top-Aufstiegsaspirant einstufen können. Das wollen die Leipziger ja auch gar nicht.

Eine eigenartige Geschichte gab es noch nebenbei. So wurde heute die Verpflichtung von Marvin Compper verkündet. 29 Jahre alt ist der Verteidiger, der schon in der Nationalmannschaft gespielt hatte. Eigentlich wollte man junge Kräfte holen, was durch Massimo Bruno und dergleichen bewiesen wurde. Was die Verpflichtung nun als Hintergrund hat, kann niemand sagen. Man kann aber festhalten, dass Rangnick und Compper in Hoffenheim zusammengearbeitet hatten. Mag sein, dass dies eine Rolle gespielt hatte. Jedenfalls hieß es bei Twitter dann sofort, dass Marvin Compper dem Geld hinterher laufen würde und sich verkauft hätte.

Nun ja, man kann durchaus seine Abneigung gegen RB Leipzig haben. Aber „Dosentruppe verprügeln“, „So genannte Fans und die ganze Mannschaft abknallen“ oder „Die Spieler sind alles Huren“, solche Aussagen haben nichts mit Enthusiasmus zu tun. Das sind verachtungswürdige Wortmeldungen von Leuten, die den Begriff Profi-Fußball nur für die von ihnen favorisierte Mannschaft wohlwollend auslegen. Solche Wortmeldungen sind dann sogar gefährlich für den Fußball-Standort Deutschland. Und Leute, die so etwas absondern, gehören weit weg von jeglichem Fußballspiel.

Aber eins zeigt diese merkwürdige Berichterstattung und beweisen diese Twitter-Meldungen: RB Leipzig wird durchaus ernst genommen. Hat man die TSG 1899 Hoffenheim noch mehr oder minder ausgelacht, so erzählt man in Bezug auf RB Leipzig lieber Unwahrheiten und gewaltandrohende Dinge. Und irgendwo habe ich Kommentare gelesen, deren Aussage war: „Ich hätte lieber wieder die alte Bundesliga, ohne Ost-Vereine“. Und das ist der Kern des Problems.

Es ist nicht das Geld von Red Bull, es ist nicht der Erfolg von RB Leipzig. Es ist, weil der Verein aus einer ostdeutschen Großstadt kommt. Es ist eben kein RB Bielefeld oder RB Alemannia Aachen geworden. Endlich hat ein Verein aus dem Osten nachhaltig die Chance auf Erfolg. Und das soll keinem Ost-Verein vergönnt sein.

Dagegen sind die Abneigungen der Fans aus dem Osten völlig natürlich, da da jetzt ein Verein Erfolg hat und alteingesessenen Vereinen Einfluss wegnehmen kann und vielleicht auch wird. Und ich glaube sogar, dass man behaupten kann, dass andere Ost-Vereine froh wären, ein solches finanzielles Engagement erfahren zu können. Bei Lok Leipzig scheint man das begriffen zu haben, da man dort ja jetzt auch einen Investor hat. Ich denke, andere Vereine werden einen ähnlichen Weg gehen.

RB Leipzig jedenfalls ist in der 2. Bundesliga angekommen. Viel Aussagekraft kann dieses erste Spiel nicht haben. In 5, 6, 7 Wochen wird man mehr wissen, wie sich die Zorniger-Mannschaft in dieser Liga schlägt. Aber mit Aufstieg werden sie nicht allzu viel zu tun haben wollen. Ende, aus, Micky-Maus.

Bildquelle: Vereinslogo von RB Leipzig – (C) RB Leipzig e.V.

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Henning Uhle

Henning Uhle ist gelernter Fachinformatiker für System Integration und zertifizierter System Engineer. Meine Sachgebiete sind Messaging & Collaboration sowie High Availability und Domain-Verwaltung. Ich schreibe über verschiedenste Dinge, die mich bewegen. Und es handelt sich immer um meine Sicht.

One thought to “RB Leipzig ist in die Saison in der 2. Bundesliga gestartet”

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