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Eine Dose Red Bull - (C) sterntaler62 / pixelio.de Eine Dose Red Bull - (C) sterntaler62 / pixelio.de

RB Leipzig – „Kunstprodukt“ auf Durchmarsch?

Wah! Wie sie alle Angst haben, dass „dieser, dieser Red Bull Verein aus diesem, diesem Leipzig“ (Ich mag das Christian-Nerlinger-Zitat) nach dem Durchmarsch durch die Dritte Liga nun auch ganz schnell durch die 2. Bundesliga durchmarschiert. Proteste hier und da und dort. Auch das ist eine Art Tradition. Nämlich die Tradition, Proteste auf sich zu ziehen und zu polarisieren. Insofern ist der RB Leipzig durchaus ein Traditionsverein. Ja, etwas dahin gestakst. Aber wer es so haben will, bekommt es so.

Jedenfalls fürchtet nun jeder – oder so – Fußballfan, dass RB Leipzig die Traditionsvereine der 1. Bundesliga angreift. Also die FC Bayern München AG, die Borussia Dortmund GmbH & Co. KGaA, die Bayer Leverkusen GmbH oder die Borussia VfL 1900 Mönchengladbach GmbH. Aber man kann wohl aufhören, Ängste zu schüren, denn das wird wohl nicht passieren.

Jetzt wird ja gerade darüber philosophiert, dass RB Leipzig am Ende einen Aufstiegsplatz den angeblichen Traditionsclubs wegnehmen werden. Das ist ja das neue „Türken nehmen Deutschen die Arbeit weg“. Aber jeder weiß, dass die Mannschaft von Alexander Zorniger sehr gut spielt und deshalb nicht umsonst so weit oben steht. Es muss ja auch einen Grund geben, warum der FC Erzgebirge Aue so weit unten steht. Aber man kann ja weiterhin vom „zusammengekauften Erfolg“ reden, dass Red Bull ungebremst Kohle in den Verein steckt und das alles nur tut, um seine Getränke zu vermarkten.

Geld schießt keine Tore, heißt es immer wieder. Tradition aber auch nicht, wie man immer wieder zu sehen bekommt. Man kann natürlich den RB Leipzig nicht gut finden. Wenn ich ehrlich bin, wird mir ob der Dominanz von Red Bull auch etwas mulmig. Aber es steht niemandem zu, dagegen zu wettern. Vor allem nicht die Fans vom VfL Bochum. In Bochum steht ein 30000-Zuschauer-Stadion, die „rewirpower-Arena“. In guten Zeiten ist sie vielleicht halb voll. Bei einem Traditionsverein, der vom Discounter „netto“ unterstützt wird, soweit ich mitbekommen habe. Ach ja, zuhause wirbt die Mannschaft ja für einen Energy-Drink. Witzig, oder?

Wie auch immer. Die Fans debattieren derzeit, ob sie das demnächst anstehende Spiel in Leipzig boykottieren. Und das, obwohl denen ja klar sein dürfte, dass sie nur ihrer eigenen Mannschaft schaden. Andere meinen, dass man mit 10000 Mann nach Leipzig fahren müsste. Vor dem Hintergrund, dass oft genug nur etwas mehr als diese Menge zu Heimspielen kommt? OK, die Unsinnigkeit stellen sie selbst fest.

Aber lassen Sie uns mal über die Durchmarsch-Fähigkeit von RB Leipzig fachsimpeln. Keine Frage, die Mannschaft ist bärenstark. Obwohl die meisten seit der Regionalliga zusammenspielen, muss sich niemand verstecken. Und irgendwelche so genannten Experten meinten sogar, dass die Finanzkraft von Red Bull für den Aufstieg sorgen würde. Woher diese Erkenntnis kommt, wissen diese Experten sicherlich sehr genau. Ein Etat ist ja im deutschen Fußball völlig irrelevant. Aber schaut man einmal herum, wie oft das so war, dass ein Aufsteiger aus einer unteren Klasse in die 2. Bundesliga dann um die oberen Plätze mitgespielt hat, dann kommt das gar nicht so selten vor.

Also in dieser Saison ist es so, dass nicht nur RB Leipzig auf Platz 3 ist. Darmstadt 98 steht auf Platz 2, der 1. FC Heidenheim auf Platz 4.  Wo sind denn da die Bochums, die „Löwen“, die Düsseldorfer? Im Abspann unter „Ferner liefen“ aufgeführt? Solche Spielzeiten gab es des öfteren. Bielefeld zum Beispiel stand erst auf einem Aufstiegsplatz und stieg dann sogar ab. So einen starken Saisonbeginn hatten auch mal der SSV Ulm oder Tennis Borussia Berlin oder wer auch immer. Aufgestiegen ist davon so gut wie nie jemand. Warum also soll das bei RB Leipzig nun anders sein? Ach, ich vergaß die Red Bull Millionen, die immer daher fabuliert werden.

Wenn man die statistischen Spielchen beim Rotebrauseblogger verfolgt, dann stößt man darauf, dass fast alle Aufsteiger, die nach 8 Spieltagen so weit vorn stehen, in der 2. Bundesliga bleiben. Und da sich das wie das Klima auch nicht sofort ändern kann, wird wohl auch der RB Leipzig in dieser Saison in der 2. Bundesliga bleiben. Sie sind schlicht zu stark, um gegen den Abstieg spielen zu müssen. Aber auch nicht reif genug für die 1. Bundesliga. Und vor Saisonbeginn wurde als Saisonziel das Wort Konsolidierung in die Runde geworfen. Warum sollte man da jetzt Druck aufbauen und den Durchmarsch erzwingen?

Mir erschließt es sich nach wie vor nicht, dass man so dem Herzinfarkt nahe hyperventilieren muss, wenn es um RB Leipzig geht. Man könnte sich ja einfach mal entspannen. Denn andere Konzerne gehen mit Fußball-Vereinen nicht anders um als Red Bull mit RB Leipzig. Halt, doch, einen Unterschied gibt es: Red Bull macht keinen Hehl draus, Gazprom, Signal Iduna, Audi, Deutsche Telekom und Co. aber tun das heimlich. Was ist also ehrlich?

Nein, einen Durchmarsch wird es dieses Jahr nicht geben. Und nächstes Jahr feiert RB Leipzig 6 Jahre Bestehen. Das ist nicht viel. Das war 1944 auch nicht viel, als der VfL Bochum nach Fusionen und Co. 6 Jahre Bestehen feierte. Und die Bayer 04 Leverkusen Fußball GmbH ist schließlich auch erst 15 Jahre alt. Was soll also die Aufregung?

Bildquelle: Eine Dose Red Bull – (C) sterntaler62 / pixelio.de

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Henning Uhle

Henning Uhle ist gelernter Fachinformatiker für System Integration und zertifizierter System Engineer. Meine Sachgebiete sind Messaging & Collaboration sowie High Availability und Domain-Verwaltung. Ich schreibe über verschiedenste Dinge, die mich bewegen. Und es handelt sich immer um meine Sicht.

2 thoughts to “RB Leipzig – „Kunstprodukt“ auf Durchmarsch?”

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