RB Leipzig mit neuem Maskottchen und Corporate Identity

Neuerdings kommt es beim Leipziger Fußball-Klassenprimus wieder zu seltsamen Entwicklungen. Haben nun die Personalquerelen aufgehört, gräbt man nun eine neue Diskussion aus. Und alles geschieht unter dem Deckmantel “Corporate Identity”. Alles etwas bedenklich, was beim Brauseverein passiert.

Altes Maskottchen namens "Bullidibum"

Der Verein RB Leipzig betreibt Image-Pflege. So operiert man nun wie ein Weltkonzern, was Hauptsponsor und Drahtzieher Red Bull ja auch wirklich ist. Man möchte in “Corporate Identity” machen. Per Definition wird so einem Unternehmen eine praktisch menschliche Persönlichkeit zugesprochen, beziehungsweise es wird als Aufgabe der Unternehmenskommunikation angesehen, dem Unternehmen zu einer solchen Identität zu verhelfen.

Nun ja, so arbeitet also nun RB Leipzig, der Verein, der ja per Internet-Adresse als Teil von Red Bull identifiziert wird. Man möchte als Marke wiedererkannt werden. Es soll ein einheitlicher Auftritt gepflegt werden. Nun ja, zum Teil lebt das RB Leipzig ja schon, nachdem die Trikots der Leipziger so aussehen wie die von Red Bull Salzburg oder von den New York Red Bulls.

Im Zuge der Corporate Identity wurde nun auch das vereinseigene Maskottchen “Bullidibum” in den Ruhestand geschickt. Dabei kommt mir der Gedanke, dass so etwas bei der Kölner Geiß “Hennes” sicher undenkbar wäre. Aber bei einem Verein, der am Tropf eines großen Investors hängt, ist scheinbar alles möglich.

Mit einem Maskottchen fördert ein Verein eigentlich die Identifizierung der Fans, gerade der jungen Fans, mit dem Verein. Tauscht man die Figur aus, wirft dies ein recht schräges Bild auf einen Verein. Klar, Bullidibum sieht schon etwas plump, behäbig und traurig aus. Aber das Maskottchen war bei den jüngsten Fans des hach-so familienfreundlichen Vereins äußerst beliebt.

Neues Maskottchen - namenlos

Nun soll ein neues kommen. Es wurde schon eingesetzt. Etwas befremdlich sieht es schon aus. Aber es soll Kraft, Leidenschaft und Einsatz zeigen. Und wie heißt es? Das weiß noch keiner. Ein namenloses Maskottchen? So etwas ruft doch immer Gelächter hervor. So kursieren Namen wie “Bullshit”. Selbst die Fans des Vereins können sich so gar nicht mit dem neuen Maskottchen identifizieren. Und so habe ich so die vage Vermutung, dass der Einsatz des neuen Maskottchens sein Ziel verfehlen wird.

Man kann also zusammenfassen, dass eine trächtige Kuh durch einen Muskelprotz ersetzt wurde. Na, wenn das mal nichts ist. Hoffentlich gewöhnen sich die Fans daran. Mir kommt auch gerade die Idee, dass Bullidibum auf verschiedensten Merchandising-Artikeln prangte. Werden die nun alle neu angefertigt? Wer bezahlt das alles?

Auf der Internetseite von RB Leipzig wird man derzeit mit einem Banner begrüßt, doch bitte dem neuen Maskottchen einen Namen zu geben. Zu gewinnen gibt es ein Kinderfest. Also richtet man sich hier konsequent an die jungen Zuschauer.

Nebenbei machen auch Gerüchte die Runde, als ob die Abkürzung “RB” demnächst nicht mehr für die Kunstwortschöpfung “Rasenballsportverein” stehen soll, sondern für “Rote Bullen”. In den Medien heißen die Spieler ja schon länger so. Angeblich soll das rasenballsportliche Wortmonster auf dem Index stehen. Gemäß des entschlossen-kraftvoll auftretenden neuen Maskottchens soll “RB” auch kraftvoll klingen. Und bei dem Ungetüm “Rasenballsportverein” denkt man eben nicht zwingend an Fußball, sondern eher an Minigolf. Und so soll sich per Corporate Identity die Mixtur aus Entschlossenheit, Kraft und Leidenschaft nicht nur im Maskottchen widerspiegeln, sondern eben auch im Vereinsnamen.

Aber über zwei Jahre nach Gründung dieses Vereins ist wohl diese Entwicklung recht eigenartig. Wenn das mal nicht der fußballinteressierten Stadt Leipzig übel aufstößt. Diskussionen um den Verein gibt es eigentlich schon genug. Und die Fans des Vereins fassen es zusammen: “Hätten sie uns mal gefragt!”

Ja, das hätten die Verantwortlichen tatsächlich machen sollen. Passt aber nicht zur Corporate Identity, denn richtige Mitglieder hat der Verein nur 7, davon ist keiner in einem Fanclub.

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