RB Leipzig: Spitz auf Knopf?

Die aktuelle Saison neigt sich für RB Leipzig dem Ende entgegen. Irgendwie ist die Luft raus, das Glas wird immer leerer. Und irgendwie haben auch viele erkannt, dass nicht mehr wirklich viel geht. Ja, ich weiß, ich hab mich zum Zustand des Clubs eher negativ geäußert. Aber wir haben momentan nicht sehr viel positives. Alles wirkt derzeit so, als stünde es spitz auf Knopf. Ist es nun wirklich kritisch oder eher nicht? Schauen wir mal kurz.

Das flammende Inferno von RB Leipzig

Direkt nach dem Spiel beim 1. FSV Mainz 05, welches wie so einige in letzter Zeit ziemlich derbe verloren ging, muss Trainer Ralph Hasenhüttl schon ziemlich angezählt gewesen sein. Man hätte meinen können, dass er schon kurz vorm Rauswurf stand. Mal ehrlich, mich hätte es nicht gewundert. Vor der gesamten Vereinsführung aber hielt er eine flammende Rede, die wohl gleichbedeutend zur berühmten „Ruck-Rede“ des früheren Bundespräsidenten Roman Herzog gelten könnte. Grundtenor soll die Aufforderung gewesen sein, vor den eigenen Fans eine gute Leistung zu zeigen.

Wie soll das gehen, wenn mit Naby Keita, Emil Forsberg, Willi Orban, Marcel Halstenberg und Marcel Sabitzer zentrale Säulen des Spiels von RB Leipzig fehlen? Kann es sein, dass man die gute, alte Mentalität wiederfinden wollte? Hat der Verein irgendwen, dem man dieses Label aufstecken könnte? Wenn die Säulen schon fehlen, müssen andere halt mal den Allerwertesten hoch bekommen. Denn RB Leipzig kann den europäischen Wettbewerb in Form der Europa League durchaus aus eigener Kraft erreichen, wenn man denn couragiert auftritt.

Wenn der „zwölfte Mann“ – also die Fans – das Motto „Arsch hoch für Europa“ ausgegeben hat, können die Fans das doch wohl von den hochbezahlten Kickern auch erwarten. Und Ralph Hasenhüttl hat diese Erwartungshaltung ebenfalls. Damit man nicht nur die Saison „mal eben“ zu Ende spielt, sondern noch zu einem versöhnlichen Abschluss bringt. Und für die kommende Spielzeit wird sich dann die Mannschaft verändern müssen. Und das war das flammende Inferno, was da neulich stattfand.

RB Leipzig und ungeahnte Schwächen

Klar, immer wieder gab es in der Vergangenheit Spiele, in denen ein Hühnerhaufen als Abwehr auf dem Platz umher irrte. Das hatte man aber in den letzten zwei Jahren ganz gut in den Griff bekommen. Und dann kamen die letzten Spiele, bei denen mehr als ein Dutzend Gegentreffer fielen. Es waren nicht nur die dilettantischen Abwehrversuche, es war auch teilweise tölpelhaft, wie sich die RB-Kicker die Bälle abnehmen ließen. Insgesamt gab es im Vergleich zur Vorsaison mehr Gegentore pro Spiel und ehr zugelassene Torschüsse pro Spiel.

Dazu brach die Laufleistung der Spieler in den letzten Spielen dieser Saison enorm ein. Das ist man bei RB Leipzig nicht gewohnt. Speziell das Defensivverhalten und die Laufleistungen wurden katastrophal schlechter seit der letzten Länderspielpause. Wieso das so passiert ist, wird mit Sicherheit ein Rätsel sein, das noch gelöst werden muss. Denn eigentlich gibt es keinen Grund dafür. Insofern kann am Wochenende das letzte Heimspiel der Saison nur der Versöhnung dienen. Mit sich selbst und mit den Fans. Und vielleicht findet man im langen Sommer einen Grund für diese enorme Schwäche in letzter Zeit.

Vielleicht gibt es ja tatsächlich ein Mentalitätsproblem innerhalb der Mannschaft. Woher sollen wir als Außenstehende das wissen? Aber gerade in einer solchen Phase wie zurzeit braucht man innerhalb der Mannschaft irgendwen, der sich mal ein Herz fasst und das Team mitreißen kann. Ob dann diese ungeahnten Schwächen aus der Welt sind, kann man natürlich nicht wissen. Aber die Wahrscheinlichkeit ist in jedem Fall gegeben. Sonst wird die nächste Saison wieder spitz auf Knopf stehen. Das kann man bei RB Leipzig nicht wollen, oder?

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Ein Kommentar

  1. Meine Meinung dazu ist: Der RB Leipzig hatte in den vergangenen Jahren ja sehr schnell sehr viel Erfolg und eigentlich immer das Maximum von dem erreicht, was möglich war. Dass dann da auch mal ein Jahr dabei ist, wo man eben „nur“ als Fünfter oder Sechster ins Ziel einläuft und vielleicht mal ein bisschen hinter den Erwartungen zurück bleibt, ist doch eigentlich ganz normal und sollte auch nicht wirklich enttäuschend sein, sondern einfach wieder neuen Ansporn für die nächste Saison geben. VG Andree

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