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RB Leipzig und die Außenwirkung

Wundersames passiert. Wird eigentlich keine Gelegenheit ausgelassen, RB Leipzig zu kritisieren, wird die Außenwirkung scheinbar immer besser. Haben viele – oder überwiegend alle – immer wieder behauptet, dass der von Red Bull geförderte Club fragwürdige Dinge macht, wird nun immer mehr Leuten klar, dass der Gesamtverein eigentlich gar nicht so sehr viel anders als andere Vereine ist.

Ich muss auf etwas hinweisen: Wenn ich sonst mit Links nicht geize, muss ich diesmal darauf verzichten. Es sind mehr die Kommentarspalten bei vielen professionellen Publikationen, die den Eindruck zu diesem Artikel liefern. Daher fehlen jetzt auch Links.

Rattenball, Dosentruppe, Klatschpappenfans, Freikartenclub – Jeder hat in Bezug auf RB Leipzig schon solche Betitelungen gelesen oder gehört. Ein reiner Plastikclub ist der Verein. Eine reine Werbefläche für Red Bull. Und ich erinnere zu gern an den Alexander-Zorniger-Berater Christian Nerlinger, der als großer Kritiker des Vereins in den Medien herumgereicht wurde und der legendär bei Sport 1 gesagt hat „Dieser, dieser Red Bull Verein aus diesem, diesem Leipzig„. Ja, Nerlinger, der als Berater für den gerade entschwundenen RB-Trainer Alexander Zorniger arbeitet.

Wie auch immer. Ich habe in den Kommentarspalten in letzter Zeit einiges gelesen. Aber von Rattenball ist da weniger die Rede. Klar kommen auch solche Kommentare weiterhin zustande. Aber diese werden gleich kritisiert. Als Begründung wird da immer geliefert, dass RB Leipzig doch eigentlich gar nicht so viel anders macht als Vereine wie der FC Ingolstadt 04, wie Hertha BSC oder was auch immer. Und wenn sportliche Führung und Spieler nicht mehr mit dem Turnleiter einverstanden sind, wird der in jedem Club vor die Tür gesetzt oder erhält keine Zukunft mehr.

Auch dass man sich mit dem Verein aus der Region, mit dem man am meisten anfangen kann, auch kritisch auseinander setzt, ist völlig normal. Ich habe das bei Blogs der unterschiedlichsten Fangruppen gelesen. Und dass im Fanumfeld des jeweiligen Vereins auch kritische Diskussionen über den Kurs des Vereins entstehen, ist auch nicht unnormal. Also ist RB Leipzig ein langsam normal werdender Verein? Ich denke ja.

Das hat dann unterm Strich den großen Vorteil, dass man den Club nicht mehr ganz so kritisch ansieht und sich nicht pausenlos irgendwer positionieren muss. Dass man in der sportlichen Leitung über Entscheidungen bezüglich der Trainerfrage oder generell bezüglich des Personals immer wieder mit den Medien diskutieren muss, ist nichts ungewöhnliches. Und insofern wird sich das Alles nach und nach normalisieren.

Es wird wohl allmählich immer mehr Leuten klar, dass niemand mit aberwitzigen Boykott-Aufrufen oder Wortmeldungen wie „Rattenball“ und „Tod der Dosentruppe“ irgendwas gegen RB Leipzig erreichen wird. Irgendwo habe ich den Kommentar gelesen: „RB Leipzig kann man nicht verhindern, man kann nur gegen sie siegen.“ – Und das ist eine der klügsten Meldungen dazu.

Niemand muss RB Leipzig lieben. Genauso wenig, wie man den FC Bayern München oder Borussia Dortmund lieben muss. Aber es setzt mehr und mehr die Erkenntnis ein, dass eine sportliche Auseinandersetzung wesentlich zielführender ist. Bei Misserfolg der „Roten Bullen“ haben die Gegner doch ihr Ziel erreicht, oder?

Insofern ist mein Eindruck, dass die Außenwirkung von RB Leipzig wesentlich besser ist, als viele „Nein-zu-RB“-Initiativen uns das glauben lassen wollen. Und das kann so schlecht nicht sein. Die Kritiker sind eben viel lauter als die Sympathisanten. So ist das nun einmal. Also dann doch besser der sportliche Vergleich, der führt weiter. Auch zu normaleren Verhältnissen beim Club.

Bildquelle: Yussuf Poulsen (RB Leipzig) in Aktion am 3. Spieltag in der Partie RB Leipzig gg. FC Erzgebirge Aue – (C) RB-Fans.de

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Henning Uhle

Henning Uhle ist gelernter Fachinformatiker für System Integration und zertifizierter System Engineer. Meine Sachgebiete sind Messaging & Collaboration sowie High Availability und Domain-Verwaltung. Ich schreibe über verschiedenste Dinge, die mich bewegen. Und es handelt sich immer um meine Sicht.

2 thoughts to “RB Leipzig und die Außenwirkung”

  1. Pingback: Presse 13.02.2015 | rotebrauseblogger

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