Road to Baku: Schweden oder Lettland

Jaja, ich schreibe über die Road to Baku. Es geht für RB Leipzig in der Europa League in der 2. Qualifikationsrunde los. Und über die müssen wir mal reden. Wenn man da erfolgreich ist und sich im weiteren Verlauf auch bloß keine Blöße gibt, kann es für RB Leipzig auch bis ins Finale der Europa League gehen. Und das findet in Baku statt. Also mal kurz ein Rundumschlag.

Fahrplan für die Road to Baku

Wenigstens muss der Leipziger Bundesligist nicht in die Vorqualifikation oder in die erste Qualifikationsrunde. Denn dann würden so namhafte Vereine warten: FC Prishtina, B36 Tórshavn, der FC Birkirkara, der Cliftonville FC, FC Banants Jerewan oder, oder, oder. Lauter klangvolle Namen. Zum Teil hätte es wirklich abenteuerliche Reisen für Mannschaft und Fans geben können. So hüpft man bloß „mal eben“ quer über die Ostsee. In Schweden oder Lettland soll es auch schön sein.

Man steigt im Verfolgerweg der 2. Qualifikationsrunde ein und spielt damit in einer Klasse wie AZ Alkaar, Steaua Bukarest, FC Admira Wacker Mödling, Girondins Bordeaux etc. Man spielt gegen die schwedische Top 4, den BK Häcken, oder gegen den lettischen Zweitplatzierten, den FK Liepāja. Ist der Club mitten im Sommer erfolgreich, geht es in die Gruppenphase.

In der Gruppenphase könnte RB Leipzig, wenn sie es bis dahin schaffen, mit 47 Gegnern zu tun haben. Möglich sind neben den Teams aus den Qualifikationsrunden auch Eintracht Frankfurt, RSC Anderlecht, FK Krasnodar oder der FC Arsenal. Übersteht man die Gruppenphase, geht es in die Finalrunden. Und das Finale der Europa League findet dann am 29. Mai 2019 im Nationalstadion Baku statt. Deshalb auch „Road to Baku“.

Möglicher Gegner: BK Häcken

Der „Bollklubben Häcken“ existiert seit fast 80 Jahren. Der Club aus der schwedischen Großstadt Göteborg wurde in der abgelaufenen Saison 4. in der „Allsvenskan“, der höchsten Spielklasse Schwedens. Nur Malmö, Solna und Djurgårdens waren noch erfolgreicher. Aber der Abstand ist in Schweden nicht so riesig wie in der deutschen Bundesliga. Und internationale Erfahrung hat man auch beim BK Häcken.

In vier Saisons nahm der Club international teil. Im UEFA-Pokal 2007 schied man erst in der dritten Runde gegen Spartak Moskau aus. 2011 war gegen Nacional Funchal in der 3. Qualifikationsrunde Schluss, 2013 gegen den FC Thun und 2016 in der 2. Qualifikationsrunde gegen Cork City. Gespielt wird in der 7000 Mann fassende Bravida Arena auf der Insel Hisingen im Göterborger Westen. Gewonnen ist dort noch lange nichts.

Möglicher Gegner: FK Liepāja

Der Zweitplatzierte der Virslīga würde sich auch gern darum bemühen, RB Leipzig zu empfangen. Der Club aus der lettischen Hafenstadt Liepāja hinterließ einen 9-Punkte-Respektabstand hinter Meister FK Spartaks Jūrmala. Der Club wurde 2014 neu gegründet, nachdem der Vorgängerclub insolvent ging. Man machte dann als neuer Club weiter und integrierte alle Amateure.

Schon 2016 nahm man an der Champions League Qualifikation teil und scheiterte in Runde 3 an Red Bull Salzburg. Ein Jahr darauf nahm man an der Europa League Qualifikation teil und scheiterte in Runde 2 am litauischen Vertreter Sūduva Marijampolė. Gespielt wird im 5008 Plätze umfassenden Daugava-Stadion am Ostsee-Strand. Liepāja tritt am 12. und 19. Juli gegen Häcken an und ermittelt den Gegner von RB Leipzig.

Wer führt RB Leipzig durch Europa?

Nachdem ja der Österreicher Ralph Hasenhüttl das Handtuch geworfen hatte, hat man bei den Leipzigern weiterhin keinen Trainer. Es gibt zwar die wildesten Gerüchte. Aber so richtig stichhaltig ist da noch nichts. Und am Boulevard möchte ich mich nicht beteiligen. Jedenfalls sucht man wohl weiter einen Trainer oder hat ihn bereits und will ihn erst noch verkünden.

Zum Trainingsauftakt soll der Übungsleiter da sein. Und Ende Juli beginnt schon die Qualifikation zur Europa League zuhause in der Red Bull Arena. Wer soll denn die Mannschaft, die zum Teil umgebaut wird, die Road to Baku entlang führen? Ja, Sportdirektor Ralf Rangnick war schon mal zu Gast bei beiden möglichen Gegnern. Aber sonst so? Vor allem: Wem hilft diese Information?

Viel Arbeit

Ralf Rangnick müsste ja eigentlich wissen, dass die Europa League viel Arbeit bedeutet. Schließlich war er Sportdirektor von Red Bull Salzburg, die oft genug in der Europa League antraten. Man muss hier schon gut vorbereitet antreten. Sonst reicht ein „Ich war schon mal dort“ und ein „Wir haben eine hungrige Truppe auf dem Platz“ einfach nicht aus.

Es sollte also jemand die Mannschaft leiten, der die Europa League kennt. Vielleicht macht ja Ralf Rangnick die Doppelrolle. Als Trainer kannte er die Europa League mit Schalke und Salzburg. Aber bei „viel Arbeit“ kann ich mir das nicht vorstellen. Andererseits würden so Kompetenzen gebündelt werden. Nein, die Road to Baku ist kein Selbstläufer. Schauen wir also mal, was die Zeit bringt.

Nationalstadion in Baku (Juni 2015) - Road to Baku - Kremlin.ru [CC BY 4.0 (https://creativecommons.org/licenses/by/4.0)], via Wikimedia Commons
Nationalstadion in Baku (Juni 2015) – Road to Baku – Kremlin.ru [CC BY 4.0 (https://creativecommons.org/licenses/by/4.0)], via Wikimedia Commons

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