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RB Leipzig - Symbolbild RB Leipzig - Symbolbild

Soll es RB Leipzig doch auf einen Lizenz-Rechtsstreit ankommen lassen

Ich halte im Normalfall nicht allzu viel von Polemik. Aber in Sachen Deutsche Fußball-Liga und dem Lizenz-Streit mit RB Leipzig kann man durchaus auch mal polemisch werden. Ich habe noch ein bisschen weiteres Material gefunden, das einfach mal zur Lizenz-Debatte dazugehört. Und darüber muss man einfach mal schreiben.

Es gibt relativ wenig klar denkende Leute, die RB Leipzig die Lizenz für die zweite Bundesliga nicht zubilligen. Vielleicht mit der einen oder anderen Anpassung (Ich schrieb darüber). Aber prinzipiell spricht nicht viel gegen eine Lizenz. Sollte aber die zweite Beschwerde von RB Leipzig, also der heute abgegebene Widerspruch, auch wieder zu einer Ablehnung führen, dann könnte der RB Leipzig tatsächlich den Weg über einen Rechtsstreit einschlagen. Und soweit ich mitbekommen habe, könnte es sein, dass sich die Deutsche Fußball-Liga mehr als nur ein blaues Auge dabei holt.

Wohin man auch schaut, die Experten sind sich eigentlich alle fast wortgleich einig: Die Forderungen der DFL sind haltlos und können nicht durchgesetzt werden. Ich habe mich dazu ja auch schon geäußert. Ich finde ja auch, dass diese Forderungen Blödsinn sind. Aber man soll dann doch lieber ein bisschen auf die DFL zugehen. Aber eigentlich müsste das der RB Leipzig auch nicht, da das Arbeiten von RB Leipzig und die Konstruktion mit den Statuten von DFB und DFL konform gehen. Die Chancen stehen einfach mal gut, wie die Anwaltskanzlei Buchholz und Kollegen konstatiert.

Wenn man sich das so richtig überlegt, ist die DFL ja nichts anderes als ein Wirtschaftskartell. In einem Kartell sind Wirtschaftsunternehmen vereinigt. In der DFL sind Leute von Eintracht Frankfurt, Schalke 04, Bayern München, Borussia Dortmund usw. versammelt, bzw. von deren Fußballmannschafts-Kapitalgesellschaften, wie der Borussia Dortmund GmbH & Co. KGaA. Per Definition ist ein Wirtschaftskartell ein Zusammenschluss selbständiger Unternehmen zur Beschränkung ihres Wettbewerbs. Alles weitere hierzu liest man dann in der Wikipedia nach.

Es gibt immer wieder Diskussionen, solche Kartelle zu zerschlagen. Denn sie bringen nur den Mitgliedern Vorteile, nicht den Außenstehenden. Aber ich möchte nicht alles nachplappern, was der in Leipzig dozierendeWirtschaftsprofessor, waschechter Berliner und noch immer „Eisern Union-Fan“, aber Wahl-Leipziger Prof. Dr. Volker Tolkmitt in der deutschen Huffington Post geschrieben hat.

Überhaupt ist der verlinkte Artikel von Prof. Dr. Tolkmitt überaus lesenswert. So wie auch die Betrachtung der Münchner Tageszeitung, die die Meinung vertritt, dass der RB Leipzig sportlich aufgestiegen ist und es damit jetzt auch einmal gut sein sollte. Die Zeitung weist übrigens auch auf den niveaulosen Protest der Bayern-Anhänger hin, die vom Schlachten des roten Bullen auf einem Spruchband künden.

Man muss ja nicht alles gut finden, was RB Leipzig macht. Aber es kommt nicht nur mir, sondern unter anderem auch dem Dependenzmarketing so vor, als soll Red Bull zum Sündenbock gemacht werden. Schließlich zweifeln nicht wenige die Daseinsberechtigung der DFL an. An einer Lizenz zweifelt derweil Sportdirektor Ralf Rangnick „nicht einen Prozent“, wie die BILD weiß. Aber es geht erst einmal darum, ob die Bedingungen der DFL überhaupt rechtmäßig sind. Falls ja, kommt eine ganze Kommission zum Tragen, und dann könnte es bis zum 28. Mai mit der Erteilung dauern.

Wie dem auch sei, es gibt inzwischen allerlei ominöse Profile in den sozialen Netzwerken, die davon künden, dass die Lizenz bereits erteilt wurde. Das halte ich zwar für unsinnig, aber wer weiß. Der letzte Spieltag ist rum, keine Wettbewerbe mehr in Sicht, nun kann umgebaut werden. Wer weiß, worauf man sich am Ende einigt. Aber einigen wird man sich, daran besteht für mich kein Zweifel.

Der Rotebrauseblogger hat wieder wunderbar zusammengetragen, was es so zum Thema alles zu sagen gibt. So geht es laut Mateschitz um „Konsens, aber nicht um jeden Preis“. Und man will sich annähern und an einen Tisch setzen. Insofern wird die Geschichte wohl gut ausgehen, und RB Leipzig wird seine Saisonplanung vornehmen können. Falls nicht, gehe ich von einem Rechtsstreit aus. Und wenn man da Prof. Dr. Tolkmitt zu Ende liest, stünden die Chancen recht gut, dass der eigentliche Streit nicht positiv für die DFL ausgeht und dass noch dazu Forderungen von Außenstehenden gute Chancen auf Erfolg hätten. Insofern: Soll es der RB Leipzig mal auf einen Rechtsstreit ankommen lassen, die DFL wird ihn wohl verlieren.

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Henning Uhle

Henning Uhle ist gelernter Fachinformatiker für System Integration und zertifizierter System Engineer. Meine Sachgebiete sind Messaging & Collaboration sowie High Availability und Domain-Verwaltung. Ich schreibe über verschiedenste Dinge, die mich bewegen. Und es handelt sich immer um meine Sicht.

2 thoughts to “Soll es RB Leipzig doch auf einen Lizenz-Rechtsstreit ankommen lassen”

  1. Definitiv spannende Angelegenheit. Egal wie die Sache ausgeht, von dem Fall werden in Zukunft weitere Urteile abhängen. Das Problem was ich sehe ist, dass andere Firmen nachziehen wenn Redbull damit durchkommt. So könnten Vereine die Tradition haben und schon Ewigkeiten zur Fußballland-Landschaft gehören verdrängt werden. Allerdings stört mich, dass der DFL und der DFB bei ihren Entscheidungen, trotz gleichem Regelwerk, unterschiedlich agieren.

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