Was macht eigentlich der Fußball in Leipzig?

Der Fußball in Deutschland befindet sich in der Sommerpause. Und so ist es nun einmal auch so, dass in Leipzig derzeit nicht viel passiert. Trotzdem gibt es das eine oder andere Highlight, über das man einmal philosophieren muss.

In den folgenden Zeilen nehme ich mir gebündelt die vier namhaften (oder so) Clubs aus Leipzig kurz vor. Es gibt seltsames und interessantes zu erzählen. Mal sehen, was ich so zusammengetragen habe.

FC oder SG? – Jedenfalls lebt Sachsen Leipzig

So schnell kann es vorbei sein mit einem Namen „SG Leipzig-Leutzsch“. Irgendwie hat das nicht funktioniert mit dem dunkelgrün-weißen Gebilde aus dem Leipziger Westen. In kürzester Zeit (nämlich innerhalb von 2 Jahren) ist der Name verbraucht. Zu viel ist bei dem angeblichen Nachfolger des FC Sachsen Leipzig schief gegangen. Offene Fragen gibt es dort mindestens genauso viele wie offene Rechnungen. Und nun will man neu starten und benennt sich erst einmal in „SG Sachsen Leipzig“ um.

Ob das klug ist oder nicht, kann ich nicht sagen. Klug ist es auf jeden Fall nicht, dass man nun mit dem Slogan „Hier stimmt die Chemie“ wirbt, denn mit dem Namen Chemie verbindet man nun nicht gerade die SG, sondern immernoch „Chemie Leipzig“. Es bleibt also recht fragwürdig beim Hauptmieter des Alfred-Kunze-Sportparks.

BSG Chemie Leipzig – Was heißt Zukunft?

Der andere Verein aus Leutzsch macht auch dieser Tage von sich reden. Die in den 90ern neu gegründete BSG Chemie Leipzig, die für sich den Anspruch erhebt, der einzig wahre Nachfolger des FC Sachsen Leipzig zu sein, hat wohl laut verschiedener Medien große Probleme, den Spielbetrieb aufrecht zu erhalten aufgrund des Untermietverhältnisses im Alfred-Kunze-Sportpark. Die BSG hatte aufgrund offener Fragen zu den Betriebskosten eben Zahlungen dafür in Höhe von weit mehr als 8000 € zurückbehalten. Und deshalb will der Hauptmieter, oben genannte SG, die Versorgung einstellen.

Ich kann doch nicht einfach für etwas zur Zahlung aufgefordert werden, wofür mir keine Nachweise und Rechnungen vorliegen. Und das lässt die BSG derzeit prüfen. Ausführlich erklärt hat sich der Vorstand des Vereins in einer offiziellen Mitteilung. Ansonsten will man sich sportlich nach dem Abstieg in die Bezirksliga wieder sammeln und dann wieder angreifen.

Wieder Sicherheitsfragen bei Lok Leipzig

Vor ein paar Tagen kam es zu einem Testspiel zwischen den Vereinen 1. FC Lok Leipzig und Hallescher FC. Die Vereine mit den an sich befreundeten Fangruppen sahen aber ein Spiel mit dem von außen immer als „typisch Lok“ angesehenen Fan-Verhalten. Es kam zum Abbrennen von Pyrotechnik im Stadion, das bekanntlich über Holztribünen verfügt. Aber es waren nicht nur Lok-Fans, sondern auch Fans aus Halle, beides Ultra-Gruppierungen. Der Verein gibt bekannt, dass die Risiken unterschätzt wurden und nun konsequent die Sicherheit im Stadion verbessert werden soll.

Ansonsten will man sich im Leipziger Südosten auch in diesem Jahr voll auf den Klassenerhalt konzentrieren. Man will sich stabilisieren, was ein sehr begrüßenswerter Plan ist. Alles steht unter der Devise „Aus wenig viel machen“. Man hat offensichtlich aus den finanziellen Desastern der letzten Zeit gelernt. So gestaltet sich der Kader eben auch so, dass Spieler für die Blaugelben auflaufen werden, die kein Budget sprengen werden. Und das könnte durchaus ein sinnvoller Weg sein.

Testspiele und Sommerfest mit dem RB Leipzig

Der Leipziger Fußballriese RB Leipzig hingegen testet sich durch halb Europa. Man spielte gegen den FC Liefering, dem angeblichen Farmclub von Red Bull Salzburg, man wird ein Benefiz-Testspiel gegen Hertha BSC in Dessau durchführen, man hat erfolgreich gegen den einstigen Angstgegner TSV Havelse getestet. Außerdem fanden gute Testspiele gegen den FC Basel oder den neuen Regionalliga-West-Krösus Viktoria Köln statt. Alles deutet darauf hin, dass man nicht sang- und klanglos in der hammerharten dritten Liga untergehen will. Neu dabei sind im Verein Stürmer Yussuf Poulsen, der Zwickauer André Luge, der karlsruher Stürmer Denis Thomalla, der frankfurter Abwehrspieler Anthony Jung oder der Grieche Christos Papadimitriou. Nicht verschweigen möchte ich Tobias Willers vom Relegationsrivalen Sportfreunde Lotte.

Außerdem feiert man das Sommerfest mit allen Fanclubs und wird am 14. Juli dann die Drittliga-Saison eröffnen. Dazu lädt der Verein an die Parkbühne im Leipziger Clara-Zetkin-Park. Geboten wird Live-Musik, Treffen mit den Spielern etc. Ich gehe davon aus, dass der Verein hierdurch noch mehr mit Leipzig verwächst.

Fazit zum Leipziger Fußball

RB Leipzig und Lok Leipzig sind definitiv auf einem sehr guten Weg. Das kann man von den beiden Leutzscher Clubs nicht behaupten. Und das spiegelt sich auch anhand der jeweiligen Spielklasse wider. Lok wird noch lange mit solchen Aussetzern wie beim Testspiel gegen Halle oder finanziellen Hürden zu kämpfen haben. Und der RB wird weiter an der Front der Akzeptanz kämpfen. Aber das sind alles überwindbare Hürden. Die Querelen in Leutzsch aber kann man sich nicht mehr mit ansehen.

Was Sie auch interessieren könnte:

3 Kommentare

  1. Pingback: Presse 09.07.2013 | RB Leipzig News - rotebrauseblogger
  2. Man hat die Wahl zwischen der kickenden Werbekampagne eines Herstellers von Zuckerwasser (Geträn möchte ich das Zeug nicht nennen), notorisch schlecht beleumundeten Lokisten und gleich zwei Clubs, die sich um die Nachfolge von Sachsen Leipzig balgen. Schade. Leipzig ist eine tolle Stadt und hätte Besseres verdient.

Schreibe einen Kommentar

Mit dem Nutzen des Kommentarbereiches erklären Sie sich mit der Datenschutzerklärung einverstanden.