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Was war die Saison für den Leipziger Fußball?

Alle Welt übt sich derzeit in Rückblicken auf das abgeschlossene Fußball-Jahr 2012 / 2013. Ich werde auch mal schauen, was ich so zusammentragen kann, was die Leipziger Fußball-Vereine betrifft.

Ich versuche mich jetzt an einem Saison-Rückblick ohne den Anspruch, alles vollständig zu haben. Ich schreibe auch aus meiner Perspektive. Also nicht wundern, wenn einiges ein bisschen anders dargestellt ist, als es die Medien kundtun.

Leipzig hat mit 4 Fußball-Vereinen zu tun, die mehr oder weniger erfolgreich spielen. Seit kurzem erstreckt sich das Spektrum von Dritter Liga bis Bezirksliga. Es geht um RB Leipzig, Lok Leipzig, BSG Chemie Leipzig und die SG Leipzig-Leutzsch.

SG Leipzig-Leutzsch – weiterhin die große Unbekannte

Als offizieller Nachfolger des liquidierten FC Sachsen Leipzig wollte die SG Leipzig-Leutzsch so richtig durchstarten. Schon hat man die unsinnige Floskel des Vorgänger-Vereins im Ohr gehabt: “Der Schnellzug in die Bundesliga”. Und zwischenzeitlich sah es so aus, als würde der dunkelgrün-weiße Verein ganz schnell seinem Vorläufer ins Aus folgen.

Die Saison wurde durch viele finanzielle Ungereimtheiten bestimmt. Von den Spielen in der Sachsenliga hat man nicht allzu viel Notiz genommen, weil alles überdeckt wurde von dem, was Jamal Engel und Co. dem Verein an finanziellem Stress zugemutet haben.

Haben sie anfangs noch um den Aufstieg in die Regionalliga Nordost mitgespielt, ist man dann zum Ende der Saison im Niemandsland des Erfolgs irgendwo im Mittelfeld gelandet. Die Zukunft des Vereins ist in meinen Augen mehr als ungewiss. So lang die finanziellen Ungereimtheiten immer wieder zutage gefördert werden, wird der Verein nicht durchstarten können.

BSG Chemie – Der “Rest von Leipzig” untergegangen

Die BSG Chemie Leipzig ist ja eine Abspaltung des genannten FC Sachsen Leipzig. Und sie hegen immernoch den Anspruch, die Nummer 1 im Leipziger Ortsteil Leutzsch zu sein. Sie “teilen” sich mit der SG Leipzig-Leutzsch den Alfred-Kunze-Sportpark und stehen wohl in der öffentlichen Wahrnehmung mit einem besseren Ruf da.

Aber was war das für eine sportliche Saison? Anfangs noch als Aufstiegsjuwel in die Regionalliga durch die Medien getragen, kam dann der Absturz. Und nun heißt es nicht mehr “Sachsenliga”, sondern eine Etage tiefer dann eben “Bezirksliga”.

Der Verein schlägt sich seit langem damit herum, dass sie nur ihre angebliche Tradition mit sich herumtragen. Aber Tradition gewinnt nun einmal keine Spiele. Dafür scheint aber die Vereinsführung alles in allem etwas solider zu arbeiten als beim Leutzscher Rivalen. Ich gehe davon aus, dass man sich in der Bezirksliga sportlich sammeln wird, um dann das Jahr darauf wieder in der Landesliga spielen zu können.

Lok Leipzig – Drahtseilakt mit Happy End

Um die Blaugelben aus dem Leipziger Südosten wurde es mir in der abgelaufenen Saison schon so richtig Angst und Bange, denn sie waren sowohl sportlich als auch wirtschaftlich am Ende. Aber die Stehauf-Männchen der Regionalliga Nordost haben einen so genannten “Turnaround” geschafft, der einfach mal positiv gewertet werden muss.

Sportlich war die gute alte Lok im Winter mausetot. Aber der ehemalige Trainer Marco Rose, der nun wegen der fehlenden Perspektive den Verein verlassen hat, hat den Verein dann doch noch ins tabellarische Mittelfeld dieser starken Liga geführt. Dazu hat man jetzt in der Vereinsführung neues Personal. Aber die Fans müssen weiterhin um den Verein bangen, sodass es zu teils interessanten Aktionen kommt, um dem Traditionsclub finanziell unter die Arme zu greifen.

Jetzt ist es nicht mehr so sehr das Fan-Klientel in Probstheida, was dem geneigten Beobachter den Angstschweiß auf die Stirn treibt, sondern die sportliche und wirtschaftliche Berg- und Talfahrt. Und die wird auch in der kommenden Saison bestehen bleiben. So lang innerhalb der Vereinsführung und im Vereinsumfeld keine Ruhe einkehrt, wird maximal das Mittelfeld der Regionalliga als Ergebnis herauskommen. Nun hat man sich noch von den in der zweiten Bundesliga spielenden Lok-Frauen getrennt und hofft damit, etwas weniger im Schlamassel zu stecken. Aber hier sind einfach zu viele Baustellen und unbeantwortete Fragen.

RB Leipzig – der Musterschüler

Wenn ein Fußball-Verein die abgelaufene Regionalliga-Saison im deutschen Osten dominiert hat, dann war das ja wohl der RB Leipzig. Die Schmährufe und Unkenrufe ob des Engagements von Red Bull werden aufgrund des sportlichen Erfolgs immer leiser. Und dieser Erfolg heißt nun einmal Sieger im Sachsenpokal und damit Teilnahme am DFB-Pokal sowie Aufstieg in die Dritte Liga, weil man kein Pflichtspiel in der Liga inkl. Relegation gegen bährenstarke Westfalen verloren hatte.

Am Cottaweg ist die solide Arbeit eingezogen. Das sollte jedem Kritiker klar sein. Sicher, der Brausekonzern aus Fuschl in Österreich steckt immernoch eine ganze Menge Geld in den Verein. Obwohl, es ist ja nicht mehr so sehr der Verein, sondern mehr die Infrastruktur mit Sportschule, Internat, Trainingsgelände etc. Und das kommt der ganzen Stadt nun einmal zugute. Der RB Leipzig aber hat sportlich gesehen mit Alexander Zorniger einen herausragenden Trainer, der solide seine Arbeit macht und sich nicht auf der Nase herumtanzen lässt.

Die Gesänge “Scheiß Kommerz” und dergleichen kann man allmählich nicht mehr hören. Der Verein geht seit 4 Jahren seinen Weg. Und inzwischen ist die erste Mannschaft in der Dritten Liga und damit eben auch im Profi-Fußball angekommen. Der Wegweiser zeigt eindeutig nach oben, obwohl der Weg in Richtung Bundesliga noch ein sehr weiter und steiniger sein kann. Aber lasst sie ihr Ding machen, denn Leipzig braucht Profi-Fußball.

Fazit

Tradition schießt ebenso wenig Tore wie Geld. Es sind die Mannschaften, die das im Normalfall erledigen. Und da hat der RB Leipzig eindeutig die besten Karten in Leipzig. Wenn dann noch dazu wie bei der Lok das Vereinsumfeld nicht stimmt, kommt es zu einer schwindelerregenden Berg- und Talfahrt. Und wenn man sich ausschließlich damit beschäftigt, Scharmützel gegen den direkten Konkurrenten auszufechten, ist man schnell mausetot.

Insofern war der Saisonverlauf der vier Clubs in etwa so abzusehen. Lok wäre nie dazu in der Lage gewesen, um den Aufstieg mitzuspielen, RB schon. Und dass in Leutzsch nur einer der Vereine in der Landesliga verbleibt, war auch klar. Jetzt machen die Vereine Sommerpause, und dann starten sie wieder durch. Ich vermute, dass RB und Lok sich in ihrer jeweiligen Liga etablieren werden, und die beiden Leutzscher Clubs weiter ums sportliche und wirtschaftliche Überleben kämpfen werden.

Henning Uhle

Henning Uhle ist gelernter Fachinformatiker für System Integration und zertifizierter System Engineer. Meine Sachgebiete sind Messaging & Collaboration sowie High Availability und Domain-Verwaltung. Ich schreibe über verschiedenste Dinge, die mich bewegen. Und es handelt sich immer um meine Sicht.

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