Wenn der Himmel kracht

Ach, Regen, da bist du ja, sagte er mehr zu sich. Er stand gedankenverloren am Fenster. Auf den Balkon konnte er ja nicht heraustreten, zu stark regnete es. Aber das hätte er vermutlich gebraucht, um seinen Schädel zu kühlen. Wahrscheinlich wäre aber seine Zigarette bei dem Wetter ausgegangen. Also sah er dem Regen zu, wie er den Balkon seiner „Hütte“ flutete.

Es gibt so Situationen, in denen man sich fragt, wieso man das alles macht. Da fährt man nun hier und da ewige Strecken durch Hitze, durch Wind und Wetter. Und wofür? Für irgendeine körperliche Nähe, von der man sich auch mehr versprechen kann. Nein, soweit muss es gar nicht erst kommen. Es ist noch gar nicht so lang her, da er sich auf so etwas eingelassen hatte. Viel Lärm um nichts. Dafür ist ihm die Zeit zu schade.

Jetzt kracht draußen das Gewitter und macht den Schädel langsam frei. Er zündet sich noch eine Zigarette an und lässt die Gedanken weiter treiben. Was stellen sich die Leute eigentlich den ganzen Tag an Fragen? So weit er zurückdenken kann, kann er sich nicht erinnern, solche seltsamen Fragen gehört zu haben. Frauen sind da wirklich komisch. Oder hat sich das Denken der weiblichen Welt in der langen Zeit, als er praktisch „weg vom Markt“ war, grundlegend geändert?

Nein, er lernt schnell „irgendwelche Weiber“ kennen. Aber genau dieses Prädikat trifft dann auch zu. Jemand wirklich wertvolles war nicht dabei. Nur dümmliche Fragen und unsinnige Sorgen um Leib und Leben. Das hat er nicht nötig. Da sollen sie doch alle selig werden. Das ist dann auch wieder unter der Rubrik „Viel Lärm um nichts“ abzuheften. Und nirgendwo sonst.

Und nachdem nun endlich mal die Luft gereinigt wird, sieht er auch vieles klarer. Die Zeit ist ein kostbares Gut. Die Uhrzeit wurde von Leuten erfunden, die mit ihrer Zeit so wenig anfangen konnten, dass sie diese unterteilen mussten. Man hat nur eine begrenzte Zeit zur Verfügung, die man nicht mit dem Zählen der Unterteilungen verbringen soll. Genauso wenig soll man sie mit Leuten verschwenden, die eindeutig nichts zum Verschönern der zur Verfügung stehenden Zeit beitragen.

Die Mischung macht es aus. Das ist beim Tee so, beim Kaffee, beim Tabak, bei allem möglichen. Wenn die Mischung nicht passt, dann ist alles ungenießbar. Und so ist das auch mit Menschen, die mit einem Zeit verbringen möchten. Wenn denn diese Menschen interessant genug wären, aber bisher war das eher nicht der Fall. Aber so ist das eben mit den Gedanken, die beim Regen kommen, wenn der Himmel kracht.

Bildquelle: Blitz und Donner – (C) theredrecruiter CC0 via Pixabay.de

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