Burkhard Jung: Oberbürgermeister geht zur Sparkasse?

Der 60-jährige Oberbürgermeister der Stadt Leipzig, Burkhard Jung, wechselt aller Voraussicht nach auf den Präsidentenposten des Ostdeutschen Sparkassenverbandes. Nun schlagen nach dieser Nachricht sofort die Spekulationen ins Kraut, wer denn künftig die Belange der Stadt vertreten soll. Es ist eigentlich wie überall. Aber dennoch müssen wir mal ganz nüchtern die Sache betrachten. Es kann ja im Prinzip nichts schaden.

Wer ist Burkhard Jung?

Der Oberbürgermeister Leipzigs stammt aus dem nordrhein-westfälischen Siegen, wo er 1958 zur Welt kam. Der studierte Theologe und Germanistiker arbeitete Ende der Achtziger als Unterstufen-Koordinator am evangelischen Gymnasium in Siegen. 1991 wurde er Schulleiter am evangelischen Schulzentrum Leipzig. Er entwickelte ein neues sozial-diakonisches Profil der Mittelschule.

1999 wurde er Beigeordneter für Jugend, Schule und Sport, später dann für Jugend, Soziales, Gesundheit und Schule in Leipzig. Er war Olympiabeauftragter und in einen Skandal um Provisionszahlungen verwickelt. Im Jahr 2006 wurde Burkhard Jung dann Oberbürgermeister der zweitgrößten Stadt Ostdeutschlands. Das ging sehr knapp bei einer verschwindend geringen Wahlbeteiligung aus.

Er fördert in Leipzig nach wie vor die Bildung und den Sport, fühlt sich aber auch der Kultur verbunden. Nach wie vor ist er nicht unumstritten. Viele erinnern sich an das Theater mit den Herrenlosen Grundstücken. Und auch abseits dessen gibt es immer wieder Diskussionen um den Oberbürgermeister. Nun scheint er zu wechseln. Ob das positiv oder negativ zu werten ist, müssen andere sagen.

Wer folgt auf Burkhard Jung?

Es ist jetzt tatsächlich die Rede vom sächsischen Justizminister Sebastian Gemkow. Der gebürtige Leipziger, der schon mit Anschlägen gegen seine Wohnung zu kämpfen hatte, ist auch alles andere als unumstritten. Denn in seine Amtszeit fällt leider, dass der Freistaat Sachsen hinter Sachsen-Anhalt die zweithöchste Verbrechensrate hat. Sicher, darunter fallen auch die Angriffe auf Flüchtlingsunterkünfte. Und nicht alles ist auf seinem Mist gewachsen, wie der Abbau der Polizei. Aber mit diesem Vorwurf muss er halt leben.

Er übernahm auch die politische Verantwortung bei dem Desaster, das sich die Justiz mit Jaber al-Bakr geleistet hatte. Er sitzt im Vorstand des Deutsch-Russischen Forums und Mitglied im Kuratorium des „forum thomanum Leipzig“. Er war sich aber keineswegs sicher, dass er sich überhaupt um den Sessel des Oberbürgermeisters bewerben würde. Und auf seiner Webseite ist auch noch nichts dazu zu finden.

Falls Burkhard Jung tatsächlich nach Berlin zum Ostdeutschen Sparkassenverband wechseln sollte, dürfte ein heißer Kampf um den Posten des Oberbürgermeisters entstehen. Ich hoffe inständig, dass ein künftiger Stadt-Lenker mehr Augenmerk auf soziale Belange legt und den Getrifizierungswahn aufhält. Denn so verändert sich Leipzig, was nicht unbedingt positiv sein muss. Hoffen wir einfach mal das Beste.

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