Der Diesel-Beschiss als Staatskrise?

Ich denke ja, dass Anstand nicht bescheißen muss. Aber bei VW, Mercedes und wem auch immer geht es gar nicht mehr ohne. Daraus macht man eine Staatskrise. Wenn wir uns in Europa umschauen, dann sehen wir, dass andere Länder mit Automobil-Industrie längst um einiges weiter sind als Deutschland. Und mich beschleicht der Verdacht, dass niemand ein Interesse an einer Änderung hat.

Kungelei beim Diesel-Gipfel?

Wir wissen alle, dass die Fahrzeug-Hersteller mit Abgaswerten bescheißen. Das wird sich auch nicht ändern, da denen ja niemand auf die Finger klopfen will. Stattdessen bändelt man aus der Politik heraus bei den Herstellern an und will gar Steuergeschenke herauskehren. Ernsthaft? Hat eigentlich schon 1985 angerufen und seine Realität zurück verlangt?

Auf dem Diesel-Gipfel wird daher Kungelei vermutet. Die Politik will angeblich mit einer Stimme sprechen. Indes ist man sich allerdings völlig uneins darüber, was diese eine Stimme denn palavern soll. Daran sieht man die fehlende Konsequenz im Bundeswirtschaftsministerium und im Bundesumweltministerium. Die Hersteller bieten für ihre Schweinerei Software-Updates an, aber das reicht doch nie und nimmer.

Die einen Politiker werden also einen auf „Lieb Kind“ mit der Autoindustrie machen, die anderen über die Hersteller schimpfen. Und auch wenn der Bundesverkehrsminister angeblich nicht für Kungelei zur Verfügung steht, so sitzt er ja im gleichen Auto Boot. Die Autoindustrie ist eine immens wichtige Industrie in Deutschland. Aber muss sie deshalb mit Samthandschuhen angefasst werden?

Die Zukunft der Autos

Ja, wir haben das eingestellte Projekt von Google mit dem selbstfahrenden Auto. Und wir haben den teuren Tesla. Für die breite Masse ist das doch eh nichts. Dennoch glaube ich, dass Autos in Zukunft ausschließlich mit nachhaltig hergestellter Elektroenergie fahren werden. Davon will Deutschland freilich nichts wissen, weil hierzulande um die 1 Million Arbeitsplätze am Auto hängen.

Aber andere Länder zeigen uns doch, dass es funktionieren kann. Unter anderem Schweden verbietet ab einem „Zeitpunkt X“ komplett den Verbrennungsmotor. Was für ein Zufall, dass Schwedens Autobauer Volvo angekündigt hat, bald ausschließlich auf Elektro-Antriebe setzen zu wollen. Ich frage mich, was daran so schwer ist. Auch Deutschland kann den Herstellern die Pistole auf die Brust setzen, dass diese endlich umdenken.

Stattdessen hört man aus Bayern, dass es irgendwelche Subventionen auf Diesel geben soll. Aus welchem Grund denn? Zum Schutz von BMW? Die können dann in 20 Jahren eh keine Autos mehr nach Schweden, Großbritannien, Frankreich oder sonstwo hin exportieren. Und auch mit China wird es eng. Wer an der alten Technologie festhält, gefährdet die Wirtschaft, weshalb man umdenken muss.

Schluss mit dem Beschiss

Alle haben sie ihre Abgaswerte zusammen getrickst. Zudem haben wir auch noch das Kraftfahrbundesamt, was in einer Art Kartell mit den deutschen Autobauern Absprachen und Manipulationen nicht bekämpft hat. Das muss alles aufhören. Gut, das wird nicht auf dem Diesel-Gipfel passieren. Aber die Lobby-Arbeit muss beendet werden, will man sich nicht komplett lächerlich machen.

Alle Experten sind sich einig, dass dieser Software-Larifari einzig und allein nur günstig für die Hersteller ist, aber nicht genügend bringt. Man müsste halt nachrüsten. Das ist gar nicht so schwierig, und die Technik gibt es ja. Es ist aber den Herstellern zu teuer. Nein, sie müssen dazu verpflichtet werden. Dann ist vielleicht auch irgendwann Schluss mit dem Beschiss.

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