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Flagge der Organisation der Vereinten Nationen für Bildung, Wissenschaft, Kultur und Kommunikation (UNESCO) - By Mouagip (Based on the previous version of Madden) [Public domain], via Wikimedia Commons Flagge der Organisation der Vereinten Nationen für Bildung, Wissenschaft, Kultur und Kommunikation (UNESCO) - By Mouagip (Based on the previous version of Madden) [Public domain], via Wikimedia Commons

Die UNESCO künftig ohne Israel und die USA

Es gab ein mittelschweres Erdbeben in den internationalen Beziehungen. Erst erklärten die USA und danach Israel ihren Austritt aus der Organisation UNESCO. Damit reihen sich beide Staaten ein in die Liste der nicht organisierten Länder Liechtenstein, Cook-Inseln, Niue und die Palästinensischen Autonomiegebiete. Da man immer wieder in der Vergangenheit vermutete, dass Israel an einer Art Tropf der USA hängt, war es eigentlich klar, dass Israel dem „Großen Bruder“ folgen wird. Aber was bitte hat denn die Trump-Regierung hier geritten?

Was ist die UNESCO?

Die UNESCO ist erst einmal ein Teil der UNO. Sie hat sich der Förderung von Kultur, Erziehung und Wissenschaft verschrieben. Außerdem fördert sie Kommunikation und Information. Sie wurde 1945 in London gegründet. Man vertrat zu dem Zeitpunkt die Auffassung: Wenn Kriege in den Köpfen von Menschen entstehen, muss auch der Frieden genau dort entstehen. Mit anderen Worten: Mit Bildung, Kultur und Erziehung kann man mithelfen, Kriege zu verhindern.

Die Zivilisation fußt auf der Geschichte. Deshalb gibt es ja auch die Welterbe-Stätten. Das Vermächtnis der Vergangenheit, die Einzigartigkeit und Authentizität  muss geschützt sein. Dazu gehören die Klagemauer von Jerusalem, verschiedene Naturschutzgebiete und Nationalparks, Ruinen, ganze Stadtviertel und so weiter und so fort. Neben dem Erhalt und der Bewahrung kümmert sich die UNESCO auch um den Wiederaufbau von Bildungssystemen nach Kriegen und Katastrophen, um die Zusammenarbeit beim Trinkwasser und um Menschenrechte.

Trump und Netanjahu sagen Tschüss

Die UNESCO ist schon lang nicht mehr der großartige Hort der Glückseligkeit. Es soll ein gigantisches Haifischbecken sein. Im Oktober 2011 wurden die Palästinensischen Autonomiegebiete aufgenommen. In der Folge stellten sowohl die USA als auch Israel die Zahlungen an die UNESCO ein und verloren 2013 deshalb ihr Stimmrecht. Endgültig eskaliert ist die Situation zwischen den beiden Staaten auf der einen und der Organisation auf der anderen Seite mit einer möglichen Wahl von Hamad bin Abdulasis al-Kawari in den Exekutivrat der UNESCO. Ihm wird Antisemitismus vorgeworfen.

Der katarische Diplomat soll unter anderem geschrieben haben, dass „die Juden“ die Medien, Zeitungen und Verlage in den USA kontrollieren würden. Aber darüber hinaus soll die UNESCO eine ganze Reihe von Beschlüssen durchgesetzt haben, die nicht sonderlich Israel-freundlich sind. Unter anderem wurde die Altstadt von Hebron zum Weltkulturerbe erklärt. Und diese ganzen „Vorgänge“ sind weder für die USA noch für Israel weiter tragbar. al-Kawari steht zur Wahl zum Vorsitzenden der UNESCO, und nachdem seine Chancen wohl gut stehen, zogen sich beide Staaten flugs zurück.

Tief gespalten

Jetzt kann man den Schritt der USA und Israels gut oder schlecht finden. Fakt bleibt einfach, dass die UNESCO tief gespalten ist. Es ist eine Kampfarena. Ob es deshalb folgerichtig war, dass die beiden Länder das Weite suchen, ist nicht sicher. Am Ende ist es so, dass die USA unter Donald Trump immer weiter in die Isolation treiben. Und Israel als vermuteter „Satellitenstaat“ gleich mit. Ich setze das Wort übrigens in Anführungszeichen, weil ich mit so einem Vorwurf lieber vorsichtig bin.

Die UNESCO müsste vielleicht ihren Zweck hinterfragen und weniger als Schauplatz von Hahnenkämpfen dienen. So, wie die Organisation derzeit wahrgenommen wird, könnte man vielleicht am Ende von ihr denken, dass sie nicht mehr gebraucht wird. Aber gerade in einer Zeit von schlimmen Kriegen und Katastrophen wäre eine ernsthaft wahrgenommene UNESCO wichtig. Die Erfahrungen des Zweiten Weltkriegs, die zur Gründung führten, können auch heutzutage noch gelten. Wenn man denn will. Und daran haben Beobachter ihre Zweifel.

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Henning Uhle

Henning Uhle ist gelernter Fachinformatiker für System Integration und zertifizierter System Engineer. Meine Sachgebiete sind Messaging & Collaboration sowie High Availability und Domain-Verwaltung. Ich schreibe über verschiedenste Dinge, die mich bewegen. Und es handelt sich immer um meine Sicht.

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