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Hand in Hand nach der Geburt - free picture by lisafanucchi via morguefile.com Hand in Hand nach der Geburt - free picture by lisafanucchi via morguefile.com

Hebammen in Gefahr

Ich weiß, ich habe noch nie über ein solches Thema geschrieben. Aber das Thema muss ich einfach mal behandeln, da es wichtig für unsere Gesellschaft ist. Der Beruf der Hebamme ist nämlich in Gefahr. Jede Mutter wird mir zustimmen, dass dies ein wichtiges Thema ist.

Eine Hebamme ist eine zentrale Betreuungsperson für die Mutter während der Schwangerschaft, der Geburt und danach – im Wochenbett zum Beispiel. Sie ist eine Vertraute der Mutter, und sie gehört zum Geburtsprozess einfach mal dazu. Der Begriff “Hebamme” stammt aus dem Althochdeutschen, der so viel bedeutet wie “Ahnin/Großmutter, die das Neugeborene aufhebt/hält” (Wikipedia).

Ich weiß noch, dass meiner Partnerin damals vor und nach der Geburt unserer Tochter die Hebamme zur Seite stand und weiterhalf, wenn es mal nicht weiterging. Es ist wichtig, dass es diese wichtigen Leute gibt. Und warum sind die dann in Gefahr?

Meistens arbeiten die Geburtshelferinnen freiberuflich. Die verhältnismäßig kleine Berufsgruppe hat nur eine geringe Lobby. Geburtenhäuser und Hebammenpraxen sind in Gefahr, weil die Gebühren für die Geburtsunterstützung die Kosten für die Haftpflichtversicherung der Geburtshelferinnen nicht mehr decken können. Die Rede ist von einem Stundensatz von ca. 8 Euro und einem Versicherungsbeitrag von 5000 €.

Jetzt stellen wir uns einfach mal vor, eine Frau möchte nicht nur vor und nach der Geburt, sondern auch während der Geburt – also zuhause oder im Geburtenhaus – begleitet werden. Bisher ist das ein relativ kleines Problem. Aber in nächster Zeit könnte das wirklich schwierig werden, diesen Plan in die Tat umzusetzen, da sich die Hebammen einfach die Versicherung nicht mehr leisten können.

Klar könnten sich die Hebammen woanders versichern. Aber in Deutschland gibt es nur wenige Versicherer, die diese Leistung überhaupt anbieten. Und ausländische Versicherer könnten nur eine ungenügende Deckung bieten. Die Folge ist dann, dass niemand für Kosten aufkommen könnte, wenn dann doch einmal bei einer Geburt oder bei begleitenden Maßnahmen etwas schief geht. Man möchte das nie hoffen, aber ausschließen kann man es nicht.

Ab Sommer des kommenden Jahres haben Hebammen keine Haftpflichtversicherung mehr. Hier ist Bundesgesundheitsminister Gröhe gefordert. Denn ohne Versicherung dürfen Hebammen nicht arbeiten. Aus diesem Grund gibt es eine Petition auf change.org, mit der der Minister dazu aufgefordert ist, sich mit der Versicherungsproblematik zu beschäftigen, wie er es angekündigt hat.

Auf das Thema bin ich durch den umtriebigen Daniel Birkhahn gestoßen, der in seinem Blog auf die Situation aufmerksam macht. Außerdem schildert der Blog Sakida die Situation. Und Hintergrundinformationen zum Thema finden Sie auch im Hebammenblog.

Künftige Mütter werden es Ihnen danken, wenn sich Bundesminister Gröhe endlich der Problematik annimmt. Ich habe nichts davon, aber ich finde es wichtig, dass es weiterhin diese wichtigen Leute gibt.

Bildquelle: Hand in Hand nach der Geburt – free picture by lisafanucchi via morguefile.com

Henning Uhle

Henning Uhle ist gelernter Fachinformatiker für System Integration und zertifizierter System Engineer. Meine Sachgebiete sind Messaging & Collaboration sowie High Availability und Domain-Verwaltung. Ich schreibe über verschiedenste Dinge, die mich bewegen. Und es handelt sich immer um meine Sicht.

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