Katherina Reiche so: Gas? Welches Gas?

Katherina Reiche. die deutsche Bundesministerin für Wirtschaft und Energie, wurde neulich zu ihrem früheren Arbeitgeber Westenergie gefragt. Ich könnte jetzt wunderbar polemisch drauflos poltern, mache ich aber nicht. Stattdessen muss ich mal auf den Martin Jendrischik eingehen, der sich die Mühe gemacht hatte, aufgrund der etwas eigenartigen Aussagen der Ministerin einmal nachzuhaken. Denn irgendwie schweben da ganz komische Aussagen durch den Raum. Leute, wir müssen reden.

Katherina Reiche in der Wikipedia

Sie kommt aus Brandenburg und ist ein paar Wochen älter als ich. Sie hatte nach dem Abitur als Tochter einer Chemikerin und eines Chemie-Ingenieurs dann Chemie in Potsdam, in den USA und in Finnland studiert. Danach war sie an der Uni Potsdam als wissenschaftliche Mitarbeiterin tätig. Was immer ihr über Katherina Reiche denkt, sie ist sicherlich vieles, aber nicht dumm. Sie ist seit 30 Jahren in der CDU, und sie war immer kontrovers.

Sie hatte ein bewegtes Privatleben. Wir sind hier aber nicht bei der BUNTEN oder einem anderen Regenbogen-Blättchen. Ihr wisst ja, wie interessiert ich an Gossip bin. Jaja, jetzt spielt auch Karl-Theodor zu Guttenberg eine Rolle. Das steht alles in der Wikipedia. Und dort steht auch, dass sie nicht nur Politikerin und Managerin ist, sondern dass sie halt auch eine Lobbyistin ist. Ich ergreife keine Partei, ich finde halt nur, dass das durchaus von Gewicht ist. Aber da kann ich mich irren.

Solaranlagen und Windparks statt Gaslobby?

Nun hatte ich etwas beim Martin Jendrischik auf „Cleanthinking“ gelesen, was mich irgendwie nicht so wahnsinnig überrascht hat. Katherina Reiche steht ja unter heftigstem Druck. Und den hat sie sich ganz allein auf den Buckel geschnallt. Es ist ja nicht nur so, dass sie als Staatssekretärin im Bundeswirtschaftsministerium für die „Photovoltaik-Novelle“ von 2012 im Erneuerbare-Energien-Gesetz für den Zusammenbruch der deutschen Solarwirtschaft verantwortlich gemacht wird.

Nein, ihr kennt ja die ganzen Statements von ihr, die immer wieder durch die Nachrichten wehen. Gas, Gas, immer wieder Gas. Ich muss das nicht auseinandernehmen, ihr seid selbst schlau genug zum Suchen. Naja, und so kann man durchaus denken, dass sie ja die Gaswirtschaft (Ja, die ohne „t“) bevorzugt. Und da sind wir bei der Lobbyistin. Sie wurde also gefragt, ob sie in der Gaslobby tätig sei. Und das hat sie halt zurückgewiesen. Was soll sie auch sonst machen?

Sie teilte mit, dass sie für ein Unternehmen gearbeitet hatte, das an der Energiewende gearbeitet habe, Solaranlagen und Windparks angeschlossen habe. Tja, Freunde, und das bei einem Erdgasnetz von rund 38000 km Länge. 64 Milliarden Kilowattstunden Erdgas hatte Westenergie 2022 durch ihr Netz gejagt. Da war Katherina Reiche deren Chefin. Ja, sie betreiben auch Batteriespeicher, Windparks und Solaranlagen, aber halt auch.

Wie kommt es dann, dass Katherina Reiche behauptet, Westenergie gar kein Gasgeschäft habe? Und hier hatte Martin eingehakt und ein paar Fragen formuliert und an das Ministerium geschickt. Die Antwort der Sprecherin Susanne Ungrad, die früher Redakteurin bei RTL war, war dann kurz und bündig: „Die Aussagen stehen für sich“. Meine Güte, sag mir alles, ohne ein Wort zu sagen. Das ist ja nicht zum Aushalten.

So klappt das nicht

Ich bin ja echt kein Experte. Mir kommt halt vieles in dieser aktuellen Regierung, und vor allem bei Katherina Reiche, so vor wie in der einen Werbung eines deutschen Kreditinstituts: „Wir machen das mit den Fähnchen“. Wie soll das denn funktionieren, dass wir a) irgendwann wirklich auf Energieträger, die wir aus der Erde ausgraben, verzichten können und uns b) von Despoten unabhängig machen können? Die Kriege derzeit sprechen doch eine eindeutige Sprache.

Mit dieser Regierung erhalte ich einfach nur den Eindruck, dass denen irgendwelche Lobby-Heinis auf dem Schoß sitzen. Wer weiß, vielleicht stehen da Scharfschützen, die von der Gaswirtschaft bezahlt werden, hinter den Kulissen und zielen immer auf Katherina Reiche oder Friedrich Merz? Ich kann es mir nicht erklären, wieso man so weltfremd im Gestern verharren kann. Dass man dann förmlich denken muss, dass unsere Regierung vor allem an sich selbst denkt, darf doch niemanden verwundern.

Nicht selten bekomme ich mit, dass Menschen im Internet das roboterartige Sprechen von Katherina Reiche bemerken. Man könnte denken, dass sie selbst nicht hinter dem steht, was sie gerade auf einer Pressekonferenz verkündet. Das ist auf der Vorstellung der Frühjahrsprojektion für dieses Jahr nicht anders. Jedenfalls hatte sie nie nicht und abermals nie für die Gaslobby irgendwas gemacht. Insofern: Gas? Welches Gas?

Einfach mal weitersagen

4 Kommentare zu „Katherina Reiche so: Gas? Welches Gas?“

  1. Danke, Henning. Ich hab mich ja auch schon detailliert ausgelassen: „Wenn wir gerade sehen, wie abhängig wir von Öl- und Gaslieferanten, vom Iran, den arabischen Ländern, Putin und auch den USA sind, kann ich überhaupt nicht nachvollziehen, wie jemand in dieser Situation auf Gas setzen kann. Jedes Solarpanel, jedes Windrad, das wir in Deutschland aufstellen, jedes E-Auto, das wir fahren, macht uns ein Stückchen unabhängiger und weniger erpressbar.“

    Mehr hier https://stefanpfeiffer.blog/2026/04/12/die-lobby-ministerin-rechnet-schon-katherina-reiches-dreister-angriff-auf-die-energiewende/

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