Nach Unister-Pleite: Wird der Leipziger Online-Handel neu gestaltet?

Wir alle haben mitbekommen, wie das mit Unister abging. Es ist noch nicht zu Ende, aber schon wird über eine Zeit nach dem Online-Händler nachgedacht. So schaltet sich nun die Pro7-SAT1-Gruppe in das Zerfleddern des Bärenfells ein. Also vielmehr deren Tochter Verivox. Und das ist eine neue Qualität. Wir denken nun also darüber nach, Lösungen zu finden, wie es weitergeht. Business as usual oder so.

Verivox ist ein deutsches Vergleichsportal für Tarife für Telekommunikation, Strom, Gas, Versicherungen, Finanzen, Fahrzeuge, provisionsfreie Immobilien und Reisen. Also ein ähnliches Geschäftsfeld wie Unister. Auch beim Heidelberger Unternehmen werden eventuell abgeschlossene Verträge mit Provisionen vergütet. Also irgendwie grundsätzlich vergleichbar mit dem gestrauchelten Unternehmen aus Leipzig.

Vor reichlich einem Jahr hat Pro7-SAT1 die Mehrheit am Unternehmen übernommen. Und nun wird erzählt, dass Verivox einen Standort in Leipzig aufbauen will. Aber nicht nur das. Die Fernsehgruppe hat obendrein Interesse an einer Übernahme des angeschlagenen Leipziger Unternehmen angemeldet. Das ist gut für die Beschäftigten, da für sie eine Zukunft geschaffen werden könnte. Ist damit denn Unister dann völlig erledigt?

Jedenfalls hat über die Pläne von Verivox die Stadtverwaltung Leipzig informiert. Die Gründe, warum das Unternehmen ausgerechnet die Messestadt als Standort gewählt hat, liegen klar auf der Hand. Es ist die Stadt selbst. Zudem wird die Investition von Verivox von der  Invest Region Leipzig GmbH und der Wirtschaftsförderung der Stadt Leipzig unterstützt. Und im starken IT-Umfeld im Großraum Leipzig dürfte der Verivox-Standort gut aufgehoben sein.

Aber auch der Konkurrent billiger.de hat ein Büro in Leipzig eröffnet. Damit ist es doch am Ende völlig klar, dass die Branche des Online-Handels und der Vergleichsportale zumindest in Leipzig komplett neu gestaltet wird. Und für die Unister-Töchter, die der Holding in die Insolvenz gefolgt sind, sollen noch im August neue Investoren vorgestellt werden. Vielleicht kommt dann endlich mal Ruhe in die Branche. Zu wünschen wäre es. Auch für die Stadt selbst. Oder sehe ich das falsch?

Das könnte Sie auch interessieren:

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

×SaveYourInternet

Liebe Besucherin, lieber Besucher,

vielen Dank für Ihr Interesse. Leider steht unser Service heute nicht zur Verfügung. Wir protestieren gemeinsam mit der Autorenschaft der Wikipedia gegen Teile der geplanten EU-Urheberrechtsreform, die im Parlament der Europäischen Union Ende März verabschiedet werden soll, und schalten unsere Seite für 24 Stunden ab.

Monatelang haben EU-Kommission, EU-Parlament und der EU-Rat im sogenannten Trilog hinter verschlossenen Türen an einem neuen EU-Urheberrecht gearbeitet. Im Kern geht es darum, die finanziellen Interessen der großen Medienkonzerne gegenüber Betreibern von Internetplattformen durchzusetzen.

Ausgetragen wird dieser Konflikt auf den Rücken der Internetnutzer und Kreativen. Diese müssen nach dem aktuellen Entwurf mit erheblichen Einschränkungen rechnen. Das freie Internet, wie wir es kennen, könnte zu einem „Filternet“ verkommen, in dem Plattformbetreiber darüber entscheiden müssen, was wir schreiben, hochladen und sehen dürfen. Denn das geplante Gesetz schreibt Internetseiten und Apps vor, dass sie hochgeladene Inhalte präventiv auf Urheberrechtsverletzungen prüfen müssen. Selbst kleinere Unternehmen müssten demnach fehleranfällige, teure und technisch unausgereifte Uploadfilter einsetzen (Artikel 13) und für minimale Textausschnitte aus Presseerzeugnissen Lizenzen erwerben, um das sogenannte Leistungsschutzrecht einzuhalten (Artikel 11).

Wenn Sie unsere Kritik an der geplanten Urheberrechtsreform teilen, werden Sie aktiv: