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Nordkorea - (C) Public_Domain_Photography CC0 via Pixabay.de Nordkorea - (C) Public_Domain_Photography CC0 via Pixabay.de

Nordkorea gegen USA: Atomkriegsdrohungen?

Meine Tochter stellte mal die Frage, was davon zu halten ist, dass der nordkoreanische Machthaber Kim Jong-un nun mit einem Atomkrieg gegen die USA droht. Das ist so eine Situation wie 1982, als Herbert Dreilich auf dem Karat Album “Der blaue Planet” erz√§hlte:

Jedes Kind stellt einmal die Frage:
“Wie weit fliegt die Taube im M√§rchen? Sag mir!”

(Karat: “Wie weit fliegt die Taube?”- Swillms, Kaiser)

Darauf muss man als Vater eine Antwort haben. Das fällt nicht einfach, denn man will ja keine Panik machen. Andererseits will man ja auch sein Kind nicht im Unklaren lassen. Deshalb schreibe ich mal meine Gedanken auf.

Was hat Nordkorea nun wieder vor?

In der Vergangenheit ist nicht viel gutes aus dem fernöstlichen, isolierten Land zu hören. Aus den USA auch bloß nicht. Man empfindet das Ganze als verbales Säbelrasseln zwischen dem jungen Diktator aus Ostasien und dem alten Mann im Weißen Haus. Doch dieses ganze Geplänkel hat offenbar eine neue Qualität erreicht. Denn nun hatte Kim Jong-un die nächste Stufe der Eskalation erreicht. Er hatte offenbar den nordkoreanischen Botschafter bei den Vereinten Nationen davor warnen lassen, dass jederzeit ein Nuklearkrieg ausbrechen könne.

Hintergrund ist wohl die Stationierung von US-amerikanischen U-Booten und Kampfflugzeugen in S√ľdkorea. Die sind Meldungen zufolge mit Atomwaffen best√ľckt. Aus Pj√∂ngjang ist zudem zu h√∂ren, dass die Lust auf Verhandlungen beim Regime geschwunden ist. Die w√ľrde man wohl erst wieder aufnehmen, wenn Atomraketen Nordkoreas die Ostk√ľste der USA erreichen. Die amerikanische Seite steht unterdessen im Verdacht, seine Elite-Einheiten “Navy SEALS” nach S√ľdkorea zu verlegen. Und so eskaliert alles weiter.

Kommt es zum Krieg?

Nat√ľrlich ist die Gefahr, dass zwischen Nordkorea und den USA ein Krieg ausbricht, nicht kleiner geworden. Wenn man aber so h√∂rt, was die Experten so erz√§hlen, so ist es derzeit nicht sonderlich wahrscheinlich, dass wirklich eine solche Auseinandersetzung ausbricht. Ja, es soll angeblich zu einem √úberraschungsangriff der USA kommen k√∂nnen. Aber momentan denkt man angeblich noch daran, dass dann doch einer der beiden Kontrahenten noch auf die Bremse tritt. So, als ob am Ende doch die Vernunft siegt.

Selbst den schlimmsten Kontrahenten d√ľrfte ja wohl klar werden, dass sie beide – und nebenbei auch sonst jeder auf der Welt – einen Atomkrieg nicht √ľberleben werden. Sicher kann sich freilich niemand sein. Aber selbst dann, wenn Kim oder Trump auf den “roten Knopf” dr√ľcken wollen, gibt es wohl noch Kr√§fte, die da mitmachen m√ľssen. Ich denke, die Lage ist ernst, aber die Gefahr eines atomaren Angriffs besteht wohl im Moment noch nicht.

Die Taube muss fliegen

Seit jeher ist die Taube das Symbol des Friedens. In der DDR wurde das Lied von der kleinen, weißen Friedenstaube gesungen. Aber bereits in vorbiblischer Zeit war sie ein Symbol der Sumerer. In der Sintflut-Geschichte in der Bibel fliegt die Taube umher und kommt mit einem Olivenzweig wieder. Und so gibt es wenige Epochen in der menschlichen Geschichte, in der die Taube als Friedenszeichen keine Rolle spielt. Und das, obwohl der Vogel als aggressiv gilt.

Herbert Dreilich erz√§hlt von einem imagin√§ren Kind, das die Frage stellt, wohin denn diese Taube fliegt, wenn alles brennt. Was passiert mit all den Tr√§umen, wenn niemand mehr lebt? Es gibt nur eine Erde. Und deshalb m√ľssen Kim Jong-un und Donald Trump samt ihrer Truppen und Maschinerien eingebremst werden. Reden ist immernoch besser als K√§mpfen.

“Wie weit fliegt die Taube?” beginnt als erhabener Hymnus mit den Kinderfragen, um dann schwer basslastig den Frieden anzumahnen und um dann in einem lauten, klagenden Gitarren-Solo seinen grandiosen Abschluss zu finden. Damals, 1982, war es wie heute: Die politische Weltlage ist angespannt. Diese Anklage von Karat ist heute aktuell wie eh und je. Auch damals konnte jederzeit die Lage eskalieren. Und auch heute d√ľrfen wir das nicht zulassen. Damit unsere Kinder auch k√ľnftig tr√§umen k√∂nnen.

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Video-Link: https://www.youtube.com/watch?v=Z_oEx_H1h8g

Henning Uhle

Henning Uhle ist gelernter Fachinformatiker f√ľr System Integration und zertifizierter System Engineer. Meine Sachgebiete sind Messaging & Collaboration sowie High Availability und Domain-Verwaltung. Ich schreibe √ľber verschiedenste Dinge, die mich bewegen. Und es handelt sich immer um meine Sicht.

One thought to “Nordkorea gegen USA: Atomkriegsdrohungen?”

  1. Ich f√ľrchte, es gibt keine Institution, keinen Menschen, der diese beiden Penner “einbremsen” k√∂nnte. Immerhin scheint check and balances in den USA in einigen Bereichen noch zu funktionieren. Aber Trump verf√ľgt als Oberbefehlshaber √ľber die Vollmacht, “den roten Knopf” zu dr√ľcken. Er muss niemanden fragen, um Atomraketen nach Pj√∂ngjang zu schicken.

    Was ich einfach nicht kapiere ist, dass in solchen Lagen die politischen Verantwortlichen es nicht √ľber sich zu bringen scheinen, pers√∂nlich (Auge um Auge) miteinander zu sprechen. Wir wissen nicht, ob auch in diesem Fall die Geheimdiplomatie auf Hochtouren l√§uft. Die Kubakrise von 1962 wurde auf diese Art und Weise gel√∂st. Nur habe ich in diesem Fall das Gef√ľhl, dass diese Penner √ľberhaupt nicht miteinander, sondern immer nur √ľbereinander reden. √úberhaupt ist das Verhalten der Amerikaner f√ľr mich √ľberhaupt nicht mehr nachzuvollziehen. Aber die muss das ja nicht jucken, was wir kleinen Europ√§er √ľber sie denken. America first.

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