Schweineköpfe gegen den Moscheebau in Leipzig

Es ist ja bekannt, dass in Leipzig eine Ahmadiyya-Moschee gebaut werden soll. Es ist auch bekannt, dass die Ansiedlung der Ahmadiyya-Gemeinde die Stadt spaltet. Und es ist auch bekannt, dass es Proteste gegen den Bau der Moschee gibt, teils aus Angst und Unwissen, teils aus fragwürdigen Gründen. Und es wird scharmützelt, wo es nur geht. Wie in der Begebenheit, von der ich las.

Gegen den Bau der Moschee der Ahmadiyya-Gemeinde in Leipzig-Gohlis wurde ein geschmackloser Anschlag verübt. Wer weiß, wie der Islam dem Schweinefleisch gegenüber steht, der weiß auch, wie geschmacklos das Ganze war. Unbekannte nämlich haben 5 blutige Schweineköpfe auf Holzpflöcke auf der Baustelle gespießt. Und die fand die Polizei.

Klasse Leipzig, du zeigst dich wieder einmal von deiner allerbesten Seite. Islamgläubige Menschen scheuen Schweinefleisch wieder der Teufel das Weihwasser. Was haben sich diese Idioten gedacht? Die Polizei jedenfalls schließt ein fremdenfeindliches Motiv nicht aus. Ich habe auch nichts anderes erwartet.

Die Polizei wurde gerufen, weil wohl Mülltonnen brannten. Vor Ort fand man dann die Schweineköpfe und auf dem Boden rote Flüssigkeit, bei der noch festgestellt werden muss, worum es sich dabei handelt. Aber Blut wird man wohl nicht ausschließen können, oder?

Ich meine, ich kann ja verstehen, dass man ein mulmiges Gefühl bei der Ansiedlung der Ahmadiyya-Gemeinde hat. Zu oft wurde eben eine Gleichsetzung Islam = Islamismus betrieben. Dass das falsch ist, wurde nie vollends von den Medien, die diese Gleichsetzung betrieben haben, aufgeklärt.

Aber sich so gegenüber einer islamischen Gemeinde aufzuführen, finde ich schäbig. Zumal mir inzwischen Reaktionen zu meinem ersten Artikel über Ahmadiyya sagten, dass die Gemeinde nicht einmal staatliche Gelder annehmen würde. Außerdem handelt es sich nur um einen kleinen Bau, also keinen Prunkbau wie die bekannten Moscheen im arabischen Raum.

Man schießt hier mit Kanonen auf Spatzen. Vielleicht wirft man Ahmadiyya ja in einen Topf mit der Gülen-Bewegung und spielt sich deshalb so auf? Ich denke, die Leipziger Politik sollte sich mal klar positionieren. Die Ahmadiyya-Gemeinde tut keinem was. Zumindest, soweit mir bekannt ist. Und also bleiben für die Scharmützel, Anfeindungen und Anschläge eigentlich nur Fremdenfeindlichkeit und Angst als Gründe übrig. Oder?

Ich finde es ja auch ziemlich schäbig, dass die Leute, die die Schweineköpfe angeschleppt haben, nicht einmal klar Farbe bekennen und sich dazu äußern. Nein, man verbirgt sich lieber. Das ist ein Stückweit feige. Schauen Sie einfach mal bei der ZEIT vorbei und lesen, was da passiert ist.

Bildquelle: Liwa-e-Ahmadiyya, die Fahne der Ahmadiyya Muslim Jamaat – By Ceddyfresse (Own work) [Public domain], via Wikimedia Commons

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6 Kommentare

    1. Hallo Lutz,

      eigentlich wollte ich die Kommentare nicht freischalten. Aber ich möchte die Kommentare gern hernehmen, um unqualifizierte Aussagen zu beschreiben.

      Ich meine, was spricht denn genau gegen diese Moschee? Was gibt uns das Recht, gegen diese Moschee zu wettern? Bis jetzt habe ich noch nichts stichhaltiges gefunden. Und wenn jemand meint, dass Ahmadiyya gefährlich sei, dann schaue der- oder diejenige genau danach, woher solche angeblichen Informationen kommen.

      Viel stichhaltiges ist nicht dabei. Und in Deutschland gilt das Recht auf freie Religionsausübung. Was soll ich also gegen diese Moschee haben?

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