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Frauke Petry (AfD) auf dem Parteitag 25.1.2014 in Aschaffenburg - (C) Metropolico.org CC 2.0 via flickr.com Frauke Petry (AfD) auf dem Parteitag 25.1.2014 in Aschaffenburg - (C) Metropolico.org CC 2.0 via flickr.com

Wenn die Chefin der AFD das Compact Magazin verklagt

Frauke Petry hat das Compact Magazin verklagt. Und schon erntet sie gewaltiges Gelächter. Das kann man sich eigentlich auch gar nicht wirklich ausdenken. Denn die Frau Petry ist ja die Chefin der Alternative für Deutschland, die im Allgemeinen als „rechtspopulistisch“ eingestuft wird. Tja, und das Compact Magazin? Das nennt sich im Untertitel „Magazin für Souveränität“ und wird im Allgemeinen auch als „rechtspopulistisch“ eingestuft. Kratzen Krähen sich jetzt untereinander die Augen aus? Wie ist das denn einzustufen?

Nein, ich sauge mir das nicht aus den Fingern. Ich musste mir ja selbst die Augen reiben. Aber es ist wohl tatsächlich so, dass Frauke Petry juristisch gegen das Compact Magazin vorgeht. Nein, liebe kritischen Leser, das steht nicht in der „Lügenpresse“. Das steht bei Compact selbst. Wäre das nicht in etwa so wie der Förster, der den Ast absägt, auf dem er gerade sitzt? Ich glaube allerdings nicht, dass das nun gleich so etwas wie das Ende bedeutet. Vielmehr zeigt die AFD einfach mal ihr wahres Gesicht.

Irgendwie liegen das Magazin und die Partei im Clinch. Erst wurde Compact von einer Veranstaltung ausgeschlossen. Der Gatte von Frauke Petry und Vize der Partei, Marcus Pretzel, ließ das Magazin einfach nicht an einer Großveranstaltung der AFD mit anderen rechtspopulistischen Politikern teilnehmen. Und jetzt hat Frauke Petry selbst noch eine Unterlassungserklärung gegen Compact gestellt. Das Magazin darf nicht mehr über das Parteiausschlussverfahren von Björn Höcke berichten. Und es geht um ein paar tausend Euro.

Wir erinnern uns an Streitigkeiten zwischen Parteien / Politikern auf der einen Seite und Medien auf der anderen Seite. Und ja, so schwer es auch manchem fällt, auch das Compact Magazin gehört zu den Medien. Und wann immer sich diese beiden Lager im Clinch befanden, ging es für die Politik abwärts. Es ist nun einmal so, dass die Medien die Liftboys sind und dann eben bestimmen, ob der Fahrstuhl für die Politiker auf- oder abwärts fährt. Warum soll das ausgerechnet bei Petrys AFD und Elsässers Compact Magazin anders sein?

Wenn das Alles stimmt, was man da bei dem Magazin auf der Webseite zu lesen bekommt, wenn man den obersten Link nutzt, dann gibt die AFD ein noch viel bedrohlicheres Bild ab. Wir können nun davon ausgehen, dass die AFD auch gegen die Pressefreiheit vorgehen wird, wenn sie mehr zu sagen hat. Wir können davon ausgehen, dass diese Partei irgendwann in den Zeiten des Kaiserreichs lebt und eine Art Hofberichterstattung erwartet. Aber das ist wohl nicht mal mit dem Compact Magazin möglich.

Und jetzt legt sich die Parteiführung mit dem an, was als Sprachrohr der AFD gilt. Auch das sauge ich mir nicht aus den Fingern. Wie das Compact Magazin einzuordnen ist, steht in der Wikipedia. Und man kann sicherlich geteilter Meinung über das Tun und die Inhalte sein. Aber das Magazin gehört nun einmal zur Medienlandschaft. Und wenn man diese ausschließt und mit rechtlichen Dingen überhäuft, dann hat sich das bisher immer gerächt. Das wird sich auch bei der AFD rächen.

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Henning Uhle

Henning Uhle ist gelernter Fachinformatiker für System Integration und zertifizierter System Engineer. Meine Sachgebiete sind Messaging & Collaboration sowie High Availability und Domain-Verwaltung. Ich schreibe über verschiedenste Dinge, die mich bewegen. Und es handelt sich immer um meine Sicht.

2 thoughts to “Wenn die Chefin der AFD das Compact Magazin verklagt”

  1. Naja, wenn man sich ein bisschen in den sozialen Medien herumtreibt ist doch von den Rechtskonservativen immer das gleiche Verhalten zu sehen. Gibt es eine Statistik oder eine Meldung, die zum eigenen Weltbild passt, wird sie egal von welcher Quelle geteilt. Ist das Gegenteil der Fall, glaubt man keiner Statistik, die man nicht selbst gefälscht hat oder irgendwas anderes steckt dahinter.

    Das Gleiche mit der Polizei. Geht sie gegen Nafris vor, ist sie gut. Schreibt sie, dass der Amokfahrer ein deutscher ohne Migrationshintergrund war, kann was nicht stimmen.

    Schlussendlich noch möchte man allen und jeden öffentlich beleidigen und beruft sich auf die Meinungsfreiheit. Wird man aber selbst einmal hart herangenommen, geht gleich das Mimimi los und man verzieht sich in die Opferrolle.

    Ich kann gar nicht sagen, wie sehr mir dieser Schlag Mensch auf die Eier geht. Mich nerven auch Leute wie die Claudia Roth, allerdings kann ich über ihre Tweets nur milde lächeln, weil sie halt nicht demokratiegefährdend sind wie das was ich aufgezählt habe.

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