Skip to main content

Gesichtspalme #33 – Das schnelle Geld von Bitly

This entry is part 32 of 45 in the series Gesichtspalme

Link-Verkürzer sind gut und richtig und haben ihre Daseinsberechtigung. Außer einer: Bitly. Hier rate ich von einer Nutzung ab. Und mit Recht. Wer mit Bitly einen Link verkürzt, der beschert dem Anbieter Einnahmen. Und wenn das Ganze auf einer Webseite eingesetzt wird, kann es sogar zu Konsequenzen führen. Nein, das mag ich nicht mitmachen. Deshalb auch die Gesichtspalme für den bekannten Verkürzungsdienst.

Versuchen Sie einmal folgendes:

  • Nehmen Sie die Adresse http://www.expedia.de
  • Tragen Sie diese bei bitly.com ein
  • Klicken Sie auf „Shorten“
  • Nehmen Sie den generierten Link und rufen ihn im Browser auf
  • Was erhalten Sie?

Sie erhalten – wie erwartet – http://www.expedia.de. Nur mit einem Unterschied: Es ist eine Affiliate-Kennung angefügt, zu erkennen an „?AFFCID=„, gefolgt von einer kryptischen Kette. Mit dem Aufruf des generierten Link beschert man also Bitly eine Einnahme. Das wäre ja nicht so schlimm. Wenn der Anbieter denn offen darauf hinweisen würde. Tun Sie das? Nun ja, auf einer Unterseite. Und dort wird darüber informiert, dass Testläufe stattfinden.

Bitly arbeitet seit einiger Zeit mit dem Link-Vermarkter Viglink zusammen. Deren Geschäftsmodell ist die kontextbezogene Umwandlung von Text und bestehenden Links in Affiliate-Links, also Werbelinks. Dass ein Dienst Geld verdienen muss, um seine Leistung anbieten zu können, ist nachvollziehbar. Aber ohne Ankündigung und ohne klare Hinweise? Und man muss ja auch bedenken, dass hier Cookies gesetzt werden, die ein Nachverfolgen möglich machen. Nein, das geht irgendwie nicht, wie ich finde.

Es gibt aber eine Ausnahme, wann kein Affiliate-Link generiert wird, nämlich wenn der Nutzer des Dienstes ein Premium-Konto bei dem Dienst hat und sowieso schon Geld bezahlt. Alle anderen Nutzer müssen damit leben, dass die Links zu Angeboten, die sie bei Bitly umwandeln und verkürzen, mit einer Affiliate-Kennung versehen werden. Geschrieben hat dazu der Johannes Haupt, und auf den beruft sich auch der Caschy.

Ich sehe hier sogar rechtliche Schwierigkeiten. Aber da muss vielleicht jemand eine Aussage machen, der sich damit auskennt. Wenn ich jetzt so einen Bitly-Link einsetze und damit eine Werbelink verkürze und zum Beispiel einen ewig langen Amazon-Partnerlink in ein handliches Format bringe, dann wird von Bitly eine Affiliate-Kennung angehängt, wie wir ja nun wissen. Und Bitly verdient damit Geld. Aber mir würde dann – weil mein Partner-Link unter Umständen fehlt – vielleicht Geld entgehen. Und – was noch viel schlimmer ist – ich würde ja durch Bitly die Werbe-Kommunikation verschleiern. Damit mache ich mich doch strafbar, oder?

Also ist es sogar rechtlich ein sehr heißes Eisen, Bitly auf Webseiten zu verwenden. Mal ganz davon abgesehen, dass es geschmacklos ist, was da Bitly macht. Und ganz abgesehen davon, dass ich mit Amazon noch nie Einnahmen generiert habe und deshalb keinen Amazon-Link mehr setze. Aber wettbewerbswidrig ist es. Und ich möchte nicht wissen, wie das dann die Suchmaschinen-Anbieter bewerten.

Unterm Strich bietet der Einsatz von Bitly in seiner jetzigen Form nur Nachteile. Darum bin ich der Meinung: Geh sterben, Bitly.

Series Navigation<< Gesichtspalme #32 – Grexit – Oder Nein zur BILDGesichtspalme #34 – Apple-Geräte sind nichts für Raucher >>

Verteilen Sie diese Erkenntnis doch einfach wie 0 andere auch

Henning Uhle

Henning Uhle ist gelernter Fachinformatiker für System Integration und zertifizierter System Engineer. Meine Sachgebiete sind Messaging & Collaboration sowie High Availability und Domain-Verwaltung. Ich schreibe über verschiedenste Dinge, die mich bewegen. Und es handelt sich immer um meine Sicht.

One thought to “Gesichtspalme #33 – Das schnelle Geld von Bitly”

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.