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Android-Positionsdaten auf einem Huawei P9 Android-Positionsdaten auf einem Huawei P9

Google, Android und die Positionsdaten

Haben Sie wie ich die Positionsdaten auf Ihrem Android-Smartphone deaktiviert? Sie wollen ja Google nicht alles erzählen. Das passiert allerdings trotzdem. Sie denken jetzt vielleicht, dass das ein riesiger Skandal ist. Das liegt ja auch ziemlich nahe. Und genau aus diesem Grund müssen wir uns mal eben darüber unterhalten.

Google sammelt Positionsdaten

Ja, Sie werden lachen, aber versuchen Sie einfach mal selbst das Experiment: Entfernen Sie mal die SIM-Karte aus Ihrem Smartphone, schalten das WLAN ab und schalten die GPS-Ortung ab. Wollen wir wetten, dass dann Ihr Android-Smartphone weiterhin ziemlich geschwätzig ist? Deaktiviert man die Ortungsdienste, können Apps nicht mehr feststellen, wo man sich befindet. Nehmen wir doch mal das Wetter oder die Navigation, die funktioniert dann einfach mal nicht mehr.

Allerdings weiß dann der US-amerikanische Internet-Riese nach wie vor, wo wir – oder vielmehr unser Handy – uns gerade aufhalten. Hintergrund ist quasi eine Art Notruf-Funktion des Smartphones. Damit diese störungsfrei funktioniert, muss sich das Smartphone mit dem nächstliegenden Mobilfunk-Mast verbinden. Und darüber sammelt Google ungefähre Standort-Daten ein. Und damit wiederum ist es möglich, ein Bewegungsprofil zu erstellen.

Es ist doch vollkommen klar, dass nun Datenschützer im Quadrat springen. Das Problem ist, dass die Daten zwar verschlüsselt vorliegen, aber durch alle möglichen Apps ausspioniert werden können. Google gab zwar an, dass diese Daten benutzt werden, um die Geschwindigkeit von SMS-Übertragungen zu erhöhen. Wie das allerdings zusammenhängt, wurde nicht klar.

Was bedeutet das denn nun?

Tja, die einfachste aller Überlegungen wäre, dass die Großen und Mächtigen dieser Welt uns ja doch nach Strich und Faden ausnutzen. Und Google gehört aufgrund der Größe und des Einfluss natürlich mit dazu. Aber wie wäre es denn, wenn sich Google tatsächlich etwas dabei gedacht hat? Wie wäre es denn, wenn man das gestohlene Smartphone trotz entfernter SIM-Karte und all dem trotzdem orten kann? Das würde doch vielleicht dem einen oder anderen gefallen.

Ich habe oftmals den Satz im Internet gelesen, dass das Smartphone die Seele ist. Oder irgendwas in diese Richtung. Klar, die Daten werden gesammelt. Aber irgendwie habe ich keinen Grund, Google zu misstrauen, dass die Daten nicht noch weiter missbraucht werden. Und wie gesagt: Das Ganze hat auch seinen praktischen Nutzen. Deshalb wäre ich sehr vorsichtig darin, das Ganze als zu problematisch hinzustellen.

Klar, es ist schon seltsam, dass Google immer behauptet hat, dass sie keine Daten einsammeln, wenn diese Funktion explizit deaktiviert ist. Und wenn dann raus kommt, dass es eben doch möglich ist, hinterfragt man schon so einiges. Das ist alles sehr nachvollziehbar. Aber am Ende ist es doch so: Ist irgendwas nicht mit einem Geldeinsatz verbunden, bezahlt der Kunde mit seinen Daten. Und Android ist kostenlos, und das kostet nun einmal Privatsphäre. Man könnte es vielleicht anders haben. Dann darf sich aber niemand darüber aufregen, dass man für Dienste bezahlen soll.

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Henning Uhle

Henning Uhle ist gelernter Fachinformatiker für System Integration und zertifizierter System Engineer. Meine Sachgebiete sind Messaging & Collaboration sowie High Availability und Domain-Verwaltung. Ich schreibe über verschiedenste Dinge, die mich bewegen. Und es handelt sich immer um meine Sicht.

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