30 Jahre "Release me" von Wilson Phillips - Bild von S. Hermann & F. Richter auf Pixabay

30 Jahre "Release me" von Wilson Phillips - Bild von S. Hermann & F. Richter auf Pixabay

30 Jahre “Release me” von Wilson Phillips

“Release me” von Wilson Phillips ist eigentlich so eine Nummer, die weder vor 30 Jahren noch heute so wirklich zu mir passt. Aber ich finde das Lied großartig. Und das ist der Grund, warum ich über diese Ballade schreibe. Kennt das Lied eigentlich noch irgendjemand? Es geht ums Loslassen. Ich denke, das hat jeder schon mal erlebt, oder? Die Nummer war die zweite Single der drei Mädels im Jahr 1990 und zugleich bis heute deren zweitgrößter Hit. Tja, und ich finde das Lied bis heute richtig gut.

Can you release me?

Wie oft habe ich eigentlich versucht, diese Beziehung zu retten? Ich will nicht aufgeben, aber es ist an der Zeit, dass ich mit beiden Beinen auf dem Boden stehe. Kannst du mich nicht loslassen? Jetzt, da du weg bist, kann ich nicht aufhören, mich zu fragen, ob du heruntergekommen bist von deinen Höhenflügen und ob es uns jetzt gut gehen würde. Lass mich frei! Kannst du mich nicht loslassen?

Ich werde niemals mehr zu dir zurück gehen. Endlich heilt mein schwaches Herz, allerdings sehr langsam. Also hör auf, an meiner Tür aufzukreuzen. Denn du wirst dort nicht finden, wonach du suchst. Welche Macht hast du über mich?

Komm schon, du weißt, dass es Zeit war, uns gehen zu lassen. Denn wir wollten frei sein. Aber irgendwie ist es dann doch nicht so einfach. Komm schon und hör mir endlich zu, denn du bist für mich einfach Zeitverschwendung. Ich versuche, es dir klar zu machen, dass du mich einfach loslassen musst. Lass mich los!

Wie die Eltern, so die Töchter

Wilson Phillips kennt ihr vermutlich noch so dunkel. Die drei Frauen haben große Vorbilder, nämlich ihre Eltern. Carnie und Wendy Wilson sind die Töchter von Brian Wilson von den Beach Boys. Und Chynna Phillips ist die Tochter von John und Michelle Phillips von The Mamas & The Papas. Große Namen, die ja auch irgendwie eine gewisse Erwartungshaltung schüren. Und das ging ja auch irgendwie gut. “Release me” ist ein grandioser Erfolg gewesen.

Dabei haben die damals 21 und 22 Jahre alten Mädels nichts nach geträllert. Nein, “Release me” haben sie komplett selbst geschrieben. Ja, gut, das Talent haben sie bestimmt vererbt bekommen. Und so haben sie über ein Paar gesungen, dass sich getrennt hat und nun zu klären versucht, wie das Leben weitergeht. Ja, es ist kein weltveränderndes Thema. Aber ich finde das Lied so großartig, weil es so kraftvoll daher kommt. Und das, obwohl diese Soft-Rock-Richtung eigentlich gar nicht so meins ist.

In Nordamerika waren die drei mit “Release me” unfassbar erfolgreich. In Europa war es ein eher mittlerer Erfolg. Das lag daran, weil es in den USA und Kanada Radiosender gibt, die speziell Musik für Erwachsene spielen. Das nennt man “Adult Contemporary”. Und die Musik von Wilson Phillips hat am ehesten dort hinein gepasst. Das ist so Musik, wie sie Michael Bolton oder Billy Joel oder Cyndi Lauper oder auch Celine Dion machen.

“Release me” ist eine von sieben Singles der drei Mädels. Leider waren Wilson Phillips nur ein kurzlebiges Projekt. Was aus ihnen geworden ist? Keine Ahnung. Aber man erinnert sich vermutlich gern an solche zeitlosen Lieder wie dieses. “Release me” wurde mit Gold ausgezeichnet und vermutlich deshalb auch zu der Zeit unfassbar oft gespielt. Und irgendwie kennen viele das Gefühl, dass man einfach auch loslassen muss. Manchmal ist das eben alles, was bleibt.

30 Jahre "Release me" von Wilson Phillips - Bild von S. Hermann & F. Richter auf Pixabay
30 Jahre “Release me” von Wilson Phillips – Bild von S. Hermann & F. Richter auf Pixabay

Das Lied

“Release me” gilt als eines der besten Abschiedslieder an eine kaputte Beziehung. Es ist ungefähr so wie: “Ich wünsche dir das Beste, aber das wird nicht mehr mit mir sein” – oder so. Wilson Phillips haben mit der Nummer ein zeitloses Meisterwerk abgeliefert. Und das Lied wird nun auch schon 30 Jahre alt.

Wilson Phillips – Release me

4 Kommentare zu „30 Jahre “Release me” von Wilson Phillips“

  1. “Release Me” ist ein unfassbar gutes Lied. Es kam damals raus, als ich mit meiner zweiten Freundin zusammen war und wir haben es auf dem Weg zum Autokino in Köln rauf und runter gehört. Auch der Rest des Albums ist hervorragend. Das zweite Album habe ich auch, da sind auch ein paar richtig geniale Lieder drauf, z.B. “Fueled For Houston”.

    Brian Wilson, der Vater von Carnie und Wendy, ist übrigens einer der genialsten Musiker, die ich kenne. Es gibt den Film “Love & Mercy”, den man sich U N B E D I N G T anschauen sollte! Der arme Brian ist zeitlebens psychisch krank, aber auch genial im wahrsten Sinne des Wortes. Das wird im Film sehr gut dargestellt von Paul Dano (junger Brian) und John Cusack (alter Brian). Danach siehst Du die Beach Boys mit komplett anderen Augen, das verspreche ich Dir – denn es war nicht nur die Surfer-Band, wie man immer glaubt (von den Bandmitgliedern konnte niemand surfen), sondern ein paar wirklich hervorragende Musiker rund um Brian Wilson, der schon manisch war und die Musiker, die “Good Vibrations” eingespielt haben, in den Wahnsinn getrieben hat. Brian gibt immer noch Konzerte, letztes Jahr war er in Berlin, leider waren wir nicht da.

    Fun fact am Rande: es wurde früher immer gesagt, die Beach Boys stünden in Konkurrenz zu den Beatles. Stimmt nicht. Und seit vielen Jahren ist Paul McCartney einer seiner besten Freunde (wie man in Brians Biografie nachlesen kann, die ich übrigens auch wärmstens empfehle).

    1. Hallo Martin,

      nein, die Beach Boys waren immer mehr als “nur” Surfer-Popper. Das ist wie bei meinen Helden OMD. Die waren auch immer mehr als nur “Synthie-Pop”. Wesentlich mehr. Und warum soll das bei den Beach Boys anders gewesen sein? Nach dem Film werde ich mal schauen, danke für den Tipp.

  2. Danke für den interessanten Beitrag und den Kommentar. Dass die beiden (Carnie und Wendy) Töchter von Brian Wilson sind, wusste ich auch noch nicht. Ich habe gerade noch mal nach dem legendären Album “Pet Sound” gesucht. Ich hatte es tief in meiner Spotify – Playlist vergraben. Höre es gerade noch mal. :-)

    1. Hallo Horst,

      wenn man es nicht zufällig liest oder im Radio zufällig darüber hört, weiß man sowas ja auch nicht. Aber ich finde, es schadet nichts, sowas auch mal zu erfahren.

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