Tanzen - (C) Geralt Altmann CC0 via Pixabay.de

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35 Jahre “Blue Monday” von New Order

“Blue Monday” von der britischen Band New Order ist eine legendäre Synthie-New-Wave-Nummer aus dem Anfang der Achtziger. Sie stammt vom 2. New Order-Album, seitdem die Band so heißt. Früher hießen sie Joy Division, bis sich Ian Curtis umbrachte. Jedenfalls ist “Blue Monday” eins der einflussreichsten Lieder der Welt. Ich nehme nicht an, dass Gilian Gilbert und ihre Mit-Musiker Bernard Sumner, Stephen Morris und Peter Hook ahnten, was sie mit dem Lied auslösten. “Blue Monday” ist ein Lied, was ursprünglich als Maxi veröffentlicht wurde, erst später kam eine kürzere Version.

Blue Monday – Wie fühlt sich das an?

Wie fühlt es sich an, wenn du mich so behandelst, wie du es tust? Und du hast deine Hände über mich gelegt und mir gesagt, wer du bist. Ich dachte, ich hätte mich geirrt. Und ich dachte, ich hätte deine Worte gehört. Sag mir jetzt, wie ich mich fühle. Jene, die vor mir kamen, lebten durch ihre Berufung von der Vergangenheit bis zur Vollendung. Sie werden sich nicht mehr abwenden. Und ich finde es immernoch so schwer zu sagen, was ich sagen muss. Aber ich bin ziemlich sicher, dass du mir sagen wirst, wie ich mich heute fühlen soll.

Ich sehe ein Schiff im Hafen. Ich kann und soll gehorchen. Aber wenn es nicht zu deinem Nachteil wäre, würde ich heute eine himmlische Person sein. Und ich dachte, ich hätte mich geirrt. Und ich dachte, ich hörte dich reden. Sag mir, wie ich mich fühlen soll. Jetzt stehe ich hier und warte. Ich dachte, ich sagte dir, dass du mich verlassen sollst, während ich hinunter zum Strand ging. Sag mir, wie es sich anfühlt, wenn dein Herz alt wird.

Sechzehntel-Beat und Ian Curtis

Was soll man denn mit diesem Text anfangen? New Order bezeichneten das Lied als traurigen Montag. Wenn man so diversen Diskussionen folgt, dann hätte das Lied auch komplett anders heißen können. Im Normalfall sollen Titel von New Order-Liedern keinen Bezug zum Inhalt haben. Und so schossen die Spekulationen ins Kraut. LSD, Gott, der Falklandkrieg, alles mögliche soll eine Rolle gespielt haben.

Ich halte aber die Theorie für valide, dass der Text Ian Curtis gewidmet ist. Denn der starb am 18. Mai 1980, einem Sonntag. Dadurch musste die Tournee von Joy Division, die am folgenden Montag starten sollte, abgesagt werden. Ein trauriger Montag also. Ian Curtis litt an Epilepsie und Depressionen, und er beging Selbstmord, nachdem er vom seelischen und körperlichen Leiden besessen war und sich für den Nationalsozialismus interessierte.

Bestimmend sind die Sechzehntel-Beats, die Sequenzer-Loops, die irgendwie schräg sind, und jede Menge treibenden Bass. News Order lehnten sich an vier Liedern an, um dieses Meisterwerk zu schaffen: “You make me feel (Mighty real)” von Sylvester James, “Our Love” von Donna Summer, “Dirty Talk” von Klein & MBO, sowie “Uranium” von Kraftwerk. Unzählige Bands wurden durch “Blue Monday” beeinflusst. Die Band hat es unzählige Male neu veröffentlicht. Aber die wahre Version ist 35 Jahre alt.

Das Lied

1 Kommentar zu „35 Jahre “Blue Monday” von New Order“

  1. Ich bin erst jetzt über diesen sehr rührigen und leidenschaftlichen Blog gestolpert und komme wahrscheinlich zu spät zur Party hier.

    Zur Entstehung von “Blue Monday” ranken sich Legenden:
    New Order fingen schon sehr früh an sich elektronische Gerätschaften anzuschaffen und damit zu experimentieren. Nicht nur die hübsche Gillian Gilbert (hach, was waren wir verliebt) sondern vor allem Bernard “Barney” Sumner, der u.a. Software schrieb um die einzelnen elektronischen Komponenten zu verbinden. (Sie stellten dieses Equipment und die Fähigkeit es zu bedienen auch als Produzenten anderen Künstlern zur Verfügung. Vieles davon ist im Sampler “BE Music presents…” zu hören)
    Viele Experimente mit Drumcomputer, Sequenzer und anderen elektronischen Geräten, vor allem die gleichzeitige Ansteuerung und die dazu entsprechenden Befehle (Codes) wurden auf Diskette gespeichert.
    Da New Order – zumindest in den Anfangstagen – prinzipiell keine Zugaben spielten, das aber wiederum von den Fans nicht goutiert wurde, ging die Band her und schob nach dem letzten Lied eine der Disketten ein, drückte auf Start und verliess die Bühne, während dessen die Elektronika vor sich hin wummerte, drummte und zirpte.
    Eines Abends wurde (angeblich) durch einen Roady beim Abbau der PA eine – oder die wichtigste? – Diskette versemmelt/zerstört was auch immer.

    Die Band beschloss daraufhin eine neue Variante des “Zugabestück” zu erstellen. Bei der Rekonstruktion im Studio beschloss man sehr schnell, dass man diese Arbeit auch gleich in ein “richtiges Stück” stecken könnte und beschloss daraus eine Single zu machen.

    Die ursprüngliche Idee dieses Songs inspirierte Peter Saville dann auch für die Gestaltung der Plattenhülle (eine 5,25″ Diskette). Diese Idee wurde sehr aufwändig ausgeführt (bedrucken, falzen, kleben, stanzen), was dazu führte, dass die Herstellungskosten höher waren als der zu erzielende Verkaufspreis für eine 12″ Single. Da der Song auf Grund seiner Länge für die Radiostationen nicht attraktiv war, ging man davon aus, dass sich die Verkaufszahlen eh in überschaubaren Größenordnungen bewegen und der Verlust (angeblich 5 Penny pro Stück) zu verschmerzen wäre.

    Allerdings fuhren viele DJs auf den Song ab, weshalb das Stück in den angesagten Clubs recht oft gespielt wurde. Vor allem in den spanischen Clubs wurde das Lied rauf und runter gespielt und die dortigen britischen Urlauber tanzen den Sommer über danach. Be ihrer Rückkehr haben viele dieser jugendlichen Urlauber sich die Scheibe als Erinnerung besorgt, weshalb die Verkaufszahlen dramatisch in die Höhe gingen. Angeblich hält “Blue Monday” immer noch den Rekord der meistverkauften 12″ Single. Von der Erstpressung gingen dann statt der ursprünglich geplanten Auflage von 7.000 – 15.000 Stück am Ende ca 700.000 über den Ladentisch und bescherte Factory Records (und somit auch der Band) statt einem Riesenerfolg einen Verlust von ca 30.000 GBP.

    Wie gesagt, Legenden – bis auf den finanziellen Verlust (Der scheint Fakt zu sein, aber mit gewinnorientiertem Unternehmertum hatte man es bei Factory eh nicht so, siehe FAC 51…)

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