Euphorie und Ermutigung beim Eurovision Song Contest 2012

Zunächst einmal: Der Eurovision Song Contest war ein recht gelungenes Ereignis, wenn man so die Berichterstattung sich ansieht. Und es war keine große Überraschung, dass der Deutsche Roman Lob nicht gewann. Gewonnen hat der schwedische Beitrag, also ein ESC-Urgestein. Und das ist gut so.

Man spricht ja seit Jahren von der Balkan-Connection, bei der die ehemaligen jugoslawischen Teilstaaten sich gegenseitig augenscheinlich die Punkte zuschoben. Das und ähnliche Aktionen mit den Baltikum-Staaten der ehemaligen Sowjetunion sorgten dafür, dass Urgesteine des Sangeswettstreits wie Frankreich, Schweden, Deutschland und andere nie wieder weit vorn landeten.

Das änderte sich dann glücklicherweise in den letzten Jahren, sodass vor zwei Jahren bekanntlich Lena Meyer-Doppelname denn Wettstreit gewann. An den diesjährigen Platzierungen sieht man auch, dass die Mechanismen vom Balkan und vom Baltikum tatsächlich ausgedient haben.

Als ich das Siegerlied “Euphoria” der schwedischen Sängerin Loreen, die marokkanisch-berbischer Herkunft ist, das erste Mal vor ein paar Tagen hörte, war mir von vornherein klar, dass dieses Lied sehr weit vorn abschneiden muss und sogar das Zeug zum Gesamtsieg hat. Dass es aber derart den Eurovision Song Contest dominiert hatte, war beim besten willen nicht abzusehen.

Das Lied ist modern, es ist europäisch, es hat eine hohe Wiedererkennung. Es hat sozusagen alle Zutaten, um ein gesamteuropäischer Knaller zu werden. Und so ist es auch gekommen. Es hat ein würdiges Lied gewonnen, wie man an folgender Aufnahme erkennt:

 

Das aber wirklich Beeindruckende am gestrigen Abend war nicht die Musik, nicht der ganze Pomp der Show oder etwas ähnliches. Das Beeindruckende war der Gruß von Anke Engelke, die Aserbaidschan ermutigte, für faire Wahlen zu sein und dem Land eine wirkliche Chance zu geben. Ihre Worte brannten sich sozusagen als nachträgliches Motto in die Show:

Heute Abend konnte niemand für sein eigenes Land abstimmen. Aber es ist gut, wählen zu können. Und es ist gut, eine Wahl zu haben. Viel Glück auf Deiner Reise, Aserbaidschan! Europa beobachtet Dich! Und hier sind die Ergebnisse der deutschen Jury…

Das ist die Übersetzung dessen, was sie in folgendem Videomitschnitt als Gruß lieferte. Und ich sage offen und ehrlich: Danke, Anke!

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