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2 wichtige Gründe, warum ich AMP nicht einsetzen werde

AMP: die Accelerated Mobile Pages – beschleunigte mobile Ausgaben von Webseiten. Wow, wow und abermals wow! Aber bleibt mir doch damit bitte gestohlen. Ich habe das hier und da schon mal anklingen lassen, dass ich nicht allzu viel von AMP halte. Nun sind mir zwei Dinge untergekommen, die mir sagen, dass meine Entscheidung richtig war. Ich will das auch begründen.

AMP? Naja, lieber nicht.

Bei Seiten, die auf mobilen Geräten mit AMP ausgeliefert werden, handelt es sich um stark reduzierte Seiten. Außer Text und so ist nicht viel übrig geblieben von dem, was sich irgendwelche Webdesigner mal ausgeschwitzt haben. Das soll Webseiten auf mobilen Geräten beschleunigen. Und das ist auch der Fall. Allerdings könnte es dazu kommen, dass Webseiten-Betreiber durch die Verwendung von AMP schnell eine lange Nase ziehen.

Man kann jetzt viel behaupten, dass das „Kinderkrankheiten“ wären, dass Google mit AMP erstmal noch lernen muss, dass alles nach und nach besser wird und all der Blödsinn. Fakt ist erstmal: Google pocht so sehr auf AMP, dass viele Webseiten-Betreiber einfach mal auf diesen Zug aufspringen. Dann darf es aber auch nicht passieren, was derzeit so los ist. Dann muss AMP einfach besser funktionieren.

AMP und die Abmahngefahr

Für Accelerated Mobile Pages kann man abgemahnt werden. Das ist erstmal ein unumstößlicher Fakt. Ich schrieb ja schon, dass AMP stark reduzierte mobile Ausgaben von Webseiten ausliefert. Und so kann es eben sein, dass die Pflichtlinks einer Webseite zum Impressum und zur Datenschutzerklärung eben einfach mal nicht da sind. Wenn Sie nun ihre Webseite – speziell Ihren Blog – als Geschäft betreiben, könnten Wettbewerber auf die Idee kommen und das Fehlen dieser Links abmahnen. Und das nur, weil Sie eine Technologie nutzen, die der Betreiber der Suchmaschine mit der höchsten Verbreitung so will.

Sie können dem Ganzen entgehen. Na klar, das Einfachste ist, auf AMP zu verzichten. Alternativ – wenn Sie bei WordPress auf das AMP-Plugin von Automattic zurückgreifen – wird derzeit ganz heiß empfohlen, ein Child Theme des aktuell verwendeten Themes zu verwenden und in diesem in der „functions.php“ eine zusätzliche Funktion einzubauen. Danach wird noch eine neue „footer.php“ benötigt, und dann sollen die Links wieder angezeigt werden. Aber konnte hier nicht Google von vornherein sauber arbeiten? Und hat Automattic nicht aufgepasst? Blöde Situation, oder?

AMP-Seiten erhalten nie echte Smartphone-Nutzer als Besucher

Etwa 2/3 aller Aufrufe kommen bei mir von Googles Suchmaschine. Das ist ja auch OK und so gewollt. Würde ich nun AMP im Einsatz haben und jemand meinen Blog über die Suchmaschine aufrufen, würde ein „Lesemodus“ oder so aktiviert werden. Der zeigt dann die AMP-Version der Seite. Links oben ist ein Kreuz. Nun nimmt man an, wenn man dann auf das Kreuz tippt, dass dann die „richtige“ Seite geöffnet wird. Dem ist aber nicht so. Es geht zurück zu den Suchergebnissen. Und noch etwas passiert:

Statt der eigentlichen URL finden wir eine Google-Adresse. Da werden also noch dazu Aufrufe reduziert. Zusammen mit dem „Lesemodus“ sorgt dies dafür, dass Nutzer der Google-Suchmaschine nie wieder auf der eigentlichen Webseite landen werden. Entweder im Lesemodus oder im AMP-Bereich von Google. Nutzer haben einfach keine Notwendigkeit mehr, Google zu verlassen und richtige Webseiten zu besuchen. Und Leute, das kann ich doch dann nicht machen.

Fazit

Google AMP mag gut gedacht gewesen sein. Und ich habe auch Erfolgsmeldungen dazu gelesen. Was aber hier derzeit passiert, nützt nur Google etwas, aber keinem einzigen Webseiten-Betreiber. Vor allem aber nützt es den vielen Bloggern nichts, die zeitweise bei der Implementierung von AMP Angst um ihre Blogs hatten und durch AMP Besucheranstürme erwarteten.

Damit zeigt sich doch aber auch, dass Google nichts ohne Eigennutz macht. Man stellt eine Technologie zur Verfügung und erzählt, wie toll das Alles für Webseiten-Betreiber ist. Und haben das dann Webseiten-Betreiber eingeführt, greift man dann schamlos deren Benutzer ab. Alles zum Wohl des Internet. Wunderbar, Google. Aber das mach mal ohne mich.

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Henning Uhle

Henning Uhle ist gelernter Fachinformatiker für System Integration und zertifizierter System Engineer. Meine Sachgebiete sind Messaging & Collaboration sowie High Availability und Domain-Verwaltung. Ich schreibe über verschiedenste Dinge, die mich bewegen. Und es handelt sich immer um meine Sicht.

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