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AdBlock Plus und die einstweilige Verfügung

AdBlock Plus und speziell deren so genannte Easy List sind sehr vielen Webseiten-Betreibern ein Dorn im Auge, weil wichtige Einnahmen blockiert werden. Ich kann die Webseiten-Betreiber verstehen, denn bei mir ist das auch irgendwie nicht anders. Aber ich kann eben auch Internetnutzer verstehen, die die Werbung wegblocken, weil sie oftmals einfach nur nervt. Ich erlebe es selbst oft genug, weshalb ich das nicht anders sehe. Aber AdBlock Plus und die angeschlossenen Satelliten-Werbeblocker uBlock (origin), AdBlock und Co. blocken auch oftmals Inhalte einer Webseite. Und das ist das Verwerfliche. Und noch einiges mehr.

Ich habe oft genug über das Tun der Firma Eyeo GmbH, die der Betreiber von AdBlock Plus ist, geschrieben. Es ist nun einmal so, dass eine Kapitalgesellschaft, was eine GmbH ist, Kapital erwirtschaften muss, um profitabel zu sein. Die Eyeo GmbH macht das, indem sie von Firmen und Webseiten Geld einsammelt, um deren Werbung dann durchzulassen. Darüber hinaus spielt die Firma eigene Werbung generell aus und verdient damit einen ganzen Haufen Geld. Dummerweise werden eben auch Inhalte, die zu einer Webseite gehören, von AdBlock Plus mit geblockt. Overblocking nennt man das. Und dagegen wehrt sich der Springer-Verlag.

Die Eyeo GmbH sorgt sich aber nicht einmal selbst um die Pflege von Block-Listen. Die Befüllung überlässt sie „der Community“. Da kann also jeder irgendwas dort rein schreiben, wie es ihm gerade passt. Und kommt es zu Anzeigefehlern, sollen die Webseiten-Betreiber dann selbst die Fehler mit einem Werbeblocker überprüfen. Was macht dann die Firma eigentlich selbst? Ach ja, das Geld einsammeln. Und sonst so? Angeblich würden die Gelder, die sie einsammeln, für einen irgendwie „hohen Pflegeaufwand“ der Listen benötigt werden. Aber wenn das doch die Nutzer selbst machen?

Die Computer Bild hat wohl protokolliert, dass mehrfach in Folge nicht nur Werbeanzeigen, sondern auch redaktionelle Inhalte der Seite ausgeblendet werden. „Bedauerliche Einzelfälle“ hatte das Eyeo genannt. Liveticker, Tweets, all das wird von AdBlock Plus und Co. weggeblockt. Richter in Hamburg haben nun entschieden, dass das so nicht funktioniert und damit die Pressefreiheit in Gefahr ist und Eyeo hier reparieren muss. Aber was eigentlich, wenn sie doch die Filterlisten gar nicht selbst pflegen? Es ist daher kein Wunder, dass es solche Dinge wie AdDefend gibt, also eine AdBlock-Abwehr. Auch aus Deutschland.

Wer hier regelmäßig liest, weiß, dass ich nichts gegen Werbeblocker unternehmen werde, obwohl ich es könnte. Ich weise eben nur mit schöner Regelmäßigkeit darauf hin, dass es Werbeblocker gibt, die nicht mit diesen ominösen Listen von AdBlock Plus zusammen arbeiten. Und die kann man nutzen. Es gibt ja auch solche Dinger, die Geld spenden. Es geht also auch anders. Aber so, wie sich das Tun der Eyeo GmbH für einen Außenstehenden darstellt, kann ich hier nicht empfehlen, einen solchen Werbeblocker wie AdBlock Plus zu nutzen. Wenn Sie es dennoch wollen, wundern Sie sich lieber nicht, dass Sie trotzdem Werbung oder nur halbe Inhalte sehen. Aber die Eyeo GmbH freut sich dann wenigstens über Einnahmen.

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Henning Uhle

Henning Uhle ist gelernter Fachinformatiker für System Integration und zertifizierter System Engineer. Meine Sachgebiete sind Messaging & Collaboration sowie High Availability und Domain-Verwaltung. Ich schreibe über verschiedenste Dinge, die mich bewegen. Und es handelt sich immer um meine Sicht.

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