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Mit Werbung vollgepflastert - (C) PublicDomainPictures CC0 via Pixabay.de Mit Werbung vollgepflastert - (C) PublicDomainPictures CC0 via Pixabay.de

Ein Werbeblocker muss nicht böse sein

Die bösen Leser, die undankbar für die Inhalte sind und die Webseite nur mit Werbeblocker besuchen! Eine Schande sind Sie! Stimmt das denn? Was wäre denn, wenn das nicht stimmen würde? Was wäre, wenn viele Webseiten-Betreiber einfach mal einem Irrtum aufgesessen wären? Kann es nicht sein, dass Webseiten-Betreiber nicht einfach mal umdenken müssen, um ihre Seite so zu betreiben, dass alle etwas davon haben? Was denken Sie?

Es gibt ja durchaus Blogger, die die Meinung vertreten, dass ein Werbeblocker wie das böse, böse AdBlock Plus der Untergang des Abendlandes ist. Die schimpfen wie die Rohrspatzen über den größten Werbeblocker mit der höchsten Reichweite, weil die Betreiber dieses Blockers damit Geld verdienen wollen und sich Partner gesucht haben, die da mitmachen. Gut, AdBlock Plus ist in der Tat nicht ohne. Ich habe da auch nach wie vor ein mulmiges Gefühl. Aber mittlerweile denke ich mir so, dass sich das irgendwann mal normalisieren wird oder andere Modelle etabliert sind, wie sich Webseiten fair finanzieren.

Es ist nun einmal so, dass heutige Webseiten-Betreiber mit dem Erbe zu kämpfen haben, den Download-Portale und Foren und so vor Jahren hinterlassen haben, als pausenlos Werbung aufpoppte (Popup) oder irgendwo im Hintergrund plötzlich da war (Popunder) oder sich über den Inhalt legte (Layer Ads) oder beim Überfahren von unterstrichenem Text plötzlich ein Werbefenster aufsprang (InText) oder plötzlich irgendwelches Gedudel nervte (Multimedia Ads) oder, oder, oder.

Da sehe ich mich in der Bloggerwelt um und sehe Blogs, die sich über Werbeblocker aufregen. Und dann schalte ich meinen Werbeblocker aus und sehe das Desaster: 4 mal Google-Werbung, Blinkende Werbebanner aus den Werbenetzwerken dieser Welt, Amazon-Werbung und das typische Bettel-Overlay zum Abonnieren von Newslettern und so etwas. Und dann stellen wir uns einfach mal die Frage, wie dann die noch dazu nicht mobil optimierte Webseite auf die Idee kommt, dass bei dem knappen mobilen Datenvolumen ein Besucher sich das Ganze ohne Werbeblocker ansehen würde. Noch dazu, wenn der Inhalt fast wortgleich das ist, was der Leser woanders auch schon gelesen hat.

Ich denke, es gibt einige Webseiten und Blogs, die einfach nur Inhalte-Wiederkäuer mit einer integrierten Bannerwüste sind. Wenn ich auf einer Webseite den Inhalt unter der vielen Werbung mit der Lupe suchen muss und dann feststelle, dass dieser Inhalt eigentlich nur daher kopiert wurde, dann habe ich genau in diesem Umstand meine Erklärung dafür, dass die Werbeblocker derart boomen. Das wäre nie so schlimm geworden, wenn Blogger und angebliche Journalisten nicht die Texte von A nach B kopieren würden und um den zusammen geklaubten Text dutzende Banner bauen würden.

Hier muss es zu einer Bereinigung kommen. Vielleicht leisten die Blocker da sogar den Internetnutzern über kurz oder lang einen guten Dienst, indem das Internet von solchen Nicht-Inhalten befreit wird. Wer da so eine Webseite betreibt und nun herumheult, dass keine Einnahmen mehr erzielt werden, sollte sich fragen, warum Besucher diese Seite nur mit Werbeblocker besuchen. Man kann der einen oder anderen Seite durchaus Wegelagerei unterstellen.

Wer sich nun hinstellt und sagt „Na gut, dann mache ich halt eine Paywall für meine Seite“, so wie es verschiedene professionelle Medien machen, wird sicherlich Gelächter ernten, wenn die Inhalte dann nicht hochwertiger Natur sind. So ist das auch mit dem „Du kommst hier nicht rein“, was Inhalte betrifft, die ein Besucher mit aktivem Werbeblocker besucht. Keine Frage, so etwas einzusetzen, ist sicherlich legitim. Ob es sinnvoll ist, wird man erst sehen.

Ich denke, was auch immer eine Webseite an Unterstützung und so anbietet, muss den Anspruch haben, nur angenommen zu werden, wenn das, was ich dafür erhalte, auch einen Mehrwert für mich bietet. Für Larifari wird sich kein Nutzer Werbung antun oder Geld einzahlen. Insofern werden nur bei hochwertigen Inhalten Paypal-Spendengelder, Flattr, Bitcoin oder Laterpay funktionieren oder ein Besucher den Werbeblocker für die jeweilige Webseite ausschalten. Alle anderen Webseiten, die weiterhin denken, dass sie mit Gewäsch etwas erreichen, werden über kurz oder lang Pech haben.

Insofern ist ein Werbeblocker nicht immer gleich böse.

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Henning Uhle

Henning Uhle ist gelernter Fachinformatiker für System Integration und zertifizierter System Engineer. Meine Sachgebiete sind Messaging & Collaboration sowie High Availability und Domain-Verwaltung. Ich schreibe über verschiedenste Dinge, die mich bewegen. Und es handelt sich immer um meine Sicht.

3 Gedanken zu „Ein Werbeblocker muss nicht böse sein

  1. Gegen dezente Werbung hätten wohl die wenigsten Leute was. Aber was manche Seitenbetreiber so veranstalten,geht auf keine Kuhhaut. Wenn ich Angst haben muss, nach 2min auf der Seite wegen der ganzen bunt blinkenden Banner einen epileptischen Anfall zu kriegen,dann ist das ein NoGo. Auch ungefragt abgespielte Sounds oder Videos gehen gar nicht. Und mein ganz persönliches Hass-Objekt: Overlay-Popups,deren Schließen-Button nur Fake ist und erst recht zur beworbenen Seite führt.

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