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Twitter - (C) kpgolfpro CC0 via Pixabay.de Twitter - (C) kpgolfpro CC0 via Pixabay.de

Kaufen Sie Twitter, wenn es keiner mehr haben will

Es macht schon eine Weile das Gerücht die Runde, dass Gründer Jack Dorsey Twitter verkaufen will. Es gab einige Interessenten, aber die wollen nicht. Also nicht mehr. Da waren auch einige namhafte Firmen der Tech-Branche mit dabei. Aber die sind allesamt wohl wieder abgesprungen. Da ist nicht mehr viel übrig. Und plötzlich gibt es eine Initiative von Twitter-Nutzern, die selbst Twitter kaufen will. Ein toller Plan!

Google, Disney, Salesforce und noch ein paar mehr gaben erst an, dass sie Twitter übernehmen wollten. Aber irgendwie hat das Interesse der großen Konzerne stark nachgelassen. Auch Microsoft war mal mit im Boot. Aber das hat sich alles irgendwie wieder erledigt. Und nun gibt es etwas neues. Über Twitter macht der Hashtag #WeAreTwitter die Runde. Mit einer Unterschriftenaktion will man Twitter dazu bewegen, das soziale Netzwerk in die Hände seiner Nutzer zu geben. Es heißt, dass daraus eine Art Genossenschaft werden soll.

Es wäre nicht Johhny Haeusler, es wären nicht einige Internet-Aktivisten, wenn es nicht eine Petition zu dieser Initiative gäbe. Und natürlich: Man findet sie unter der Internet-Adresse WeAreTwitter.global. Die Rede ist tatsächlich davon, dass man Twitter in eine Art Genossenschaft umwandeln will, wenn man es denn erstmal besitzt. Oder so. Man stützt sich darauf, dass Jack Dorsey mal gesagt haben soll, dass Twitter das „the people’s news network“ sei, also das „Nachrichten-Netzwerk der Leute“. Und das reicht ihnen als Anlass dafür, ihren Plan zu verfolgen.

Das Problem ist, dass Twitter defizitär arbeitet. Der Kurznachrichtendienst, der so wichtig für viele Nutzer ist, verfügt über rund 300 Millionen Nutzer, schreibt aber seit Anbeginn rote Zahlen. Bei einem derzeitigen Marktwert von rund 30 Milliarden US-Dollar müsste jeder Nutzer 100 Dollar zahlen, damit das Netzwerk komplett übernommen werden kann. Und dann will man aus Twitter eine Genossenschaft machen. Aber das würde es doch unterm Strich erschweren müssen, Zugang zum Netzwerk zu erlangen. Zugang hat doch nur zur Genossenschaft, wer Genossenschafter ist.

Fraglich ist hier doch auch, wie viele Nutzer da überhaupt mitmachen. Für Facebook muss ja auch niemand etwas bezahlen. Warum dann also für Twitter? Ich sag mal so: Was die Gründer der Initiative vorhaben, mag nicht so etwas schlechtes sein. Aber es ist eben idealistisch gedacht. Es wird nie im Leben jeder mitmachen und 100 Dollar für einen Twitter-Anteil auf den Tisch legen. Das müsste von anderen Nutzern aufgefangen werden. Und dann ist es so, dass die mit mehr Anteilen auch mehr zu sagen hätten.

Nein, so kann das meiner Meinung nach nicht funktionieren. Es ist ein schöner Plan, aber der wird so nicht umsetzbar sein. Wenn das so kommen würde, wie ich das eben skizziert habe, wäre Twitter erledigt, weil das Alles viel zu kompliziert wäre. Twitter hat immer aufgrund seiner Einfachheit funktioniert. Das macht man kaputt, wenn man es zu schwierig macht. Schauen wir mal, wie sich das weiter entwickelt.

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Henning Uhle

Henning Uhle ist gelernter Fachinformatiker für System Integration und zertifizierter System Engineer. Meine Sachgebiete sind Messaging & Collaboration sowie High Availability und Domain-Verwaltung. Ich schreibe über verschiedenste Dinge, die mich bewegen. Und es handelt sich immer um meine Sicht.

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