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WhatsApp - (C) arivera CC0 via Pixabay.de WhatsApp - (C) arivera CC0 via Pixabay.de

EU-Kommission überprüft die WhatsApp-Übernahme durch Facebook

Als Facebook den Messenger WhatsApp für 19 Milliarden US-Dollar übernommen hatte, sollten eigentlich keine Nutzerdaten transferiert werden. Nun denn. Das ist dann wohl alles ein wenig anders gekommen. Der Messenger hat halt einfach eingeblendet, dass sie die Nutzungsbedingungen so abändern, dass die Daten nun doch zu Facebook geschoben werden. Fertig war die Laube. Für Facebook, aber nicht für die EU-Kommission. Denn die nimmt sich die Sache jetzt noch einmal zur Brust.

Es gibt so im Wettbewerbsrecht den Begriff Kartell. Ich denke, dieser Begriff greift hier gerade. Die EU-Wettbewerbskommissarin Margarethe Verstager hat nun angekündigt, dass die Übernahme von WhatsApp durch Facebook erneut geprüft werden müsste. Und zwar aus genau dem oben genannten Grund. Denn dieser Datenaustausch zwischen beiden Netzwerken wurden nun einmal durch Facebook ausgeschlossen. Ich bin mir nicht sicher, ob hier ein Verstoß erkannt wird. Und wenn ja, wie eventuelle Strafen aussehen könnten.

Hier könnte man natürlich gewaltig mit der Fantasie spielen. Aber eines wird ganz sicher nicht passieren, nämlich dass die Übernahme rückabgewickelt wird. Was wäre denn dann auch der Vorteil? Die Daten der jetzigen Nutzer sind ja schon bei Facebook angekommen. Vorstellbar ist allerdings, dass es Sanktionen gibt, die da besagen könnten, dass der Datenaustausch zwischen WhatsApp und Facebook eingeschränkt wird. Was will man denn auch machen? Will man Facebook auf die Finger hauen? Das hat ja bisher auch ganz wunderbar geklappt.

Gegen Facebook wird ja eh schon eine ganze Weile ermittelt, weil der Konzern einen eher fragwürdigen Umgang mit den Daten der Nutzer pflegt. Hier hat sich das Bundeskartellamt eingeschaltet. Ergebnisse hat sich noch niemand ausgeschwitzt. Und selbst wenn: Würde es irgendwen interessieren? Facebook ganz sicher nicht. Der Konzern wird dann irgendeine Larifari-Anpassung vornehmen, um die Kommission zu beruhigen. Aber im Prinzip wird alles so weitergehen wie bisher.

Wir müssen uns einfach mal eins vor Augen halten, was der Sinn hinter der Übernahme war. Ich denke nicht, dass es irgendein Umsatz war, da WhatsApp kurz darauf nicht mal mehr die symbolische Nutzungsgebühr verlangt hat. Also hat der Messenger selbst kein Geld verdient.19 Milliarden, ohne etwas dafür zu bekommen, gibt nicht mal Facebook aus. Für Facebook waren einzig und allein nur die Nutzerdaten von Interesse. Und die will man vermarkten. Etwas anderes dürfte nie zur Debatte gestanden haben. Was soll man da prüfen? Der Übernahme wurde zugestimmt, eine nachträgliche Überprüfung ist müßig.

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Henning Uhle

Henning Uhle ist gelernter Fachinformatiker für System Integration und zertifizierter System Engineer. Meine Sachgebiete sind Messaging & Collaboration sowie High Availability und Domain-Verwaltung. Ich schreibe über verschiedenste Dinge, die mich bewegen. Und es handelt sich immer um meine Sicht.

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