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WhatsApp auf einem iPhone - (C) antonbe CC0 via Pixabay.de WhatsApp auf einem iPhone - (C) antonbe CC0 via Pixabay.de

Sexuelle Belästigung über WhatsApp: Was würde Thomas de Maizière tun?

WhatsApp ist dem Bundesinnenminister schon ein ziemlicher Dorn im Auge. Aber auch sonst gibt es immer wieder ziemliches Tamtam rund um den Messenger. So richtig ist der für die Behörden nicht einzuschätzen. Und alles, was Behörden und Politiker nicht verstehen, ist erstmal böse. Am besten wäre es, wenn man WhatsApp gänzlich verbietet. So, wie es jetzt höchstrichterlich geschehen ist. Und das ist kein Witz.

Menschen aller Altersklassen nutzen WhatsApp. Es ist einfach mal praktisch, weil den Messenger so viele nutzen. Und so nutzen auch minderjährige Mädchen den Messenger. Ich sehe darin nicht so ein großes Problem. Ja, ich weiß, man kann darüber streiten, ob denn Kinder schon mit einem Smartphone hantieren müssen. Manchmal gibt es eben Situationen, in denen das aber erforderlich ist. Jedenfalls werden auch gern Minderjährige via WhatsApp belästigt.

Ich habe hier etwas gelesen, dass zwei Mädchen beim Vater und getrennt von der Mutter leben und sexuell belästigt wurden. Von einem ehemaligen Mitschüler des Vaters. Es wurde Anzeige erstattet. Und plötzlich wollte die Mutter das Sorgerecht allein haben. Das kam dann nicht so weit. Aber das Amtsgericht entschied, dass der Vater dafür Sorge tragen müsse, dass die Belästigung nicht noch einmal passieren dürfe und WhatsApp und jeder andere Messenger, der auf der Vernetzung mittels Telefonnummer setzt, von dem jeweiligen Smartphone entfernt werden müsse. Außerdem soll es monatlich eine Art Entwicklungsgespräch geben.

Ist das zu fassen? Da wird ein Nutzer von WhatsApp (Mitschüler des Vaters, also volljährig) wegen sexueller Belästigung angezeigt, und die Opfer werden „bestraft“? So etwas gibt es doch eigentlich nur in Ländern, deren Regierungen sagen, dass das Internet für alle Neuland sei. Den beiden Mädchen wurden nun so ziemlich alle Kommunikationskanäle, über die sich Teenager unterhalten, untersagt. Und was passiert mit demjenigen, der belästigt hat? Schweigen im Walde, wie ich vermute.

Wenn das aktuelle Planungspaket im Antiterrorkampf von Bundesinnenminister Thomas de Maizière bereits durchgewunken worden wäre, hätte die Sache vielleicht sogar anders ausgesehen. Denn der will die Vorratsdatenspeicherung für soziale Netzwerke und Messenger durchpeitschen. Na gut, das will man sich erst recht nicht vorstellen. Aber ich meine halt nur, damit wären doch dann Belästigungen über WhatsApp besser nachweisbar. Aber im Ernst: Erst das mit der ärztlichen Schweigepflicht, nun das mit den Messengern. Wo soll das denn hinführen? Und den beiden Mädchen hilft das auch erstmal überhaupt nicht weiter. Sie sind erstmal „sowas von letzte Saison“. Und das kann kein Gericht ernst meinen, oder?

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Henning Uhle

Henning Uhle ist gelernter Fachinformatiker für System Integration und zertifizierter System Engineer. Meine Sachgebiete sind Messaging & Collaboration sowie High Availability und Domain-Verwaltung. Ich schreibe über verschiedenste Dinge, die mich bewegen. Und es handelt sich immer um meine Sicht.

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