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Anarchie: Angriff auf Polizisten - (C) OpenClipartVectors CC0 via Pixabay.de Anarchie: Angriff auf Polizisten - (C) OpenClipartVectors CC0 via Pixabay.de

Auge um Auge, Zahn um Zahn

Ich halte nichts, aber auch gar nichts von Extremismus. Keine der bekannten Formen ist in Ordnung. Trotzdem gibt es sie beide. Gerade jetzt. Und gerade jetzt sieht man recht gut, wie unsinnig das derzeit abläuft. Argumente haben schon längst versagt, die Fäuste sind ausgepackt, die Messer sind gezückt. Wir leben doch längst in einer Anarchie und haben nur noch das Feigenblatt einer demokratisch gewählten Regierung um.

Schon in der Bibel oder so (Ich bin nicht in Sachen Religion bewandert) steht geschrieben, dass Gewalt eben einfach mal Gegengewalt erzeugt. Jeder kennt die Redewendung „Auge um Auge, Zahn um Zahn“ als geflügeltes Wort. Klaus Lage hatte zum Schimanski-Film „Zahn um Zahn“ das Titellied „Faust auf Faust“ beigesteuert, was das Thema recht gut beschreibt. Und die Ärzte sangen auch mal „Gewalt erzeugt Gegengewalt“ in einem ihrer Lieder. Sie sehen, das Thema ist immer wieder präsent.

Und nun schauen wir uns aktuell Deutschland an. Da schimpfen die Einen über die Anderen, weil die ja allesamt so etwas schlimmes machen. Und selten geht so etwas ohne Ausschreitungen ab. Keine Frage, die Einen setzen den Benachteiligten hierzulande zu. Da werden Häuser angezündet und Fahrzeuge beschädigt. Die Anderen aber sind auch nicht besser. Die werfen mit Steinen und Molotov-Cocktails. Um es klar zu Protokoll zu geben:

Die Rechten zünden Unterkünfte an oder üben Gewalt aus. Die Linken beschädigen Lokalitäten, in denen mutmaßlich nationalistische Redner auftreten sollen, und nehmen durch ihre Wurfgeschosse in Kauf, dass Unbeteiligte schwer verletzt werden. Beides ist verachtenswert. Aber das Wettrüsten geht ungebremst immer so weiter. Wo soll das noch hinführen? Es geht immer nur darum:

Auge um Auge, Zahn um Zahn.

Ich weiß noch nicht so richtig, wie ich die Plattform einschätzen soll, wo ich dieses las. Aber wer beobachtet, wie solche Aufrufe enden, kann sich ausmalen, dass das Ganze nicht ohne Ausschreitungen und Gewalt ablaufen wird. Und weder die Einen noch die Anderen werden sonderlich nachdrücklich in ihre Schranken gewiesen. Die Polizei und Co. sind schlichtweg bei den beiden Lagern überfordert. Also werden wir sehendes Auges in die Gefahr tappen, dass die Gewaltspirale sich immer schneller drehen wird, wahrscheinlich bis zu bürgerkriegsähnlichen Zuständen. Wollen wir das?

Man darf dabei nicht den Fehler machen und die Einen als weniger schlimm darstellen als die Anderen. Beide Lager müssen ihre Grenzen kennen. Sonst geht das immer so weiter, und der unbeteiligte Bürger traut sich nicht mehr außer Haus. Ich hoffe nicht, dass wir bis zu dieser Eskalationsstufe warten. Aber ich fürchte, dass kein Weg vorbeiführen wird.

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Henning Uhle

Henning Uhle ist gelernter Fachinformatiker für System Integration und zertifizierter System Engineer. Meine Sachgebiete sind Messaging & Collaboration sowie High Availability und Domain-Verwaltung. Ich schreibe über verschiedenste Dinge, die mich bewegen. Und es handelt sich immer um meine Sicht.

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