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Gesichtspalme

Gesichtspalme #37: #BILDnotwelcome gegen #RefugeesNotWelcome

This entry is part 36 of 45 in the series Gesichtspalme

Ach, die BILD regt wieder die Gemüter auf. Eigentlich kann ich den Artikel abschließen mit: Lest doch den Mist nicht erst. Ist aber anders. Denn dieses Mal haben sie die beiden Dinge, die derzeit immer aufregen, beschmutzt: Den Fußball und die Flüchtlinge. Gegen die Flüchtlinge hat die Ansammlung von Altpapier lang genug gehetzt. Dann haben sie die Flüchtlinge vor einen Sticker-Kampagnen-Karren gespannt. Und nun sprechen Sie jedem die Meinung ab, Flüchtlinge unterstützen zu wollen, wenn man deren Kampagne nicht mit unterstützt. Das ist großes Kino!

BILD-Chef Kai Diekmann twitterte:  "Darüber wird sich die @AfD_Bund freuen: Beim @fcstpauli sind #refugeesnotwelcome" - Screenshot vom Twitter-Profil @kaidiekmann
BILD-Chef Kai Diekmann twitterte: „Darüber wird sich die @AfD_Bund freuen: Beim @fcstpauli sind #refugeesnotwelcome“ – Screenshot vom Twitter-Profil @kaidiekmann

Darum geht es. Weil der FC St. Pauli sich nicht auch noch vor den Flüchtlinge-willkommen-wir-helfen-Kampagnen-Bus der BILD hat spannen lassen, bewarf das Organ mit den übergroßen Überschriften den Verein mit Dreck. Jeder kann es nachlesen, der es will, ich werde es nicht verlinken: Schreibt doch dieses Organ davon, dass der FC St. Pauli die Aktion „Wir helfen“ von der Zeitung boykottieren würde. Und das, weil sie den Hermes-Sponsoren-Aufdruck nicht durch den BILD-Nichtsponsoren-Abdruck verdeckt haben. Und weil sie nicht mitmachen wollen bei aufgesetzter Hilfsbereitschaft, nachdem mit Gülle geworfen wurde.

Mal abgesehen davon, dass man dem FC St. Pauli nicht vorwerfen kann, flüchtlingsfeindlich zu sein. Aber das ist schon ziemlicher Unsinn, den Diekmann da vom Stapel gelassen hatte. Und seine Zeitung macht da gleich mal mit. Und das Internet tobt. Wer will, kann ja durchaus mal nach #BILDnotwelcome schauen. Und was bilden sich die Berliner überhaupt ein? Wenn es einen Fußball-Verein im Profibereich gibt, dem man kein rechtes Gedankengut unterstellen kann, dann ist das ja wohl der braun-weiße Verein FC St. Pauli aus Hamburg.

In Leipzig war der FC St. Pauli zu Gast bei RB Leipzig. Und ich meine, auch auswärts Sprüche unter den Hamburger Fans gesehen zu haben, die Flüchtlinge willkommen heißen. Und auch sonst ist der Verein aus der Hansestadt sehr engagiert. Und die BILD erdreistet sich, diesen Verein mit Gülle zu bewerfen, so wie sie den ehemaligen Bundespräsidenten Christian Wulff trotz anderer Realität aus dem Amt geputscht hat? Ehrlich, das ist unterste Schublade und hat nichts, gar nichts, überhaupt gar nichts mit Journalismus zu tun. Ehrlich, da bekomme ich Wut.

Die Quintessenz kann ja eigentlich nur lauten: Da der FC St. Pauli den Quatsch mit der aufgesetzten Flüchtlingshilfe nicht mitmacht, ist der Verein fremdenfeindlich. Das ist alles nur Promotion. Der Axel Springer Verlag sollte sich schämen, so etwas als Zeitung verkaufen zu wollen.

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Henning Uhle

Henning Uhle ist gelernter Fachinformatiker für System Integration und zertifizierter System Engineer. Meine Sachgebiete sind Messaging & Collaboration sowie High Availability und Domain-Verwaltung. Ich schreibe über verschiedenste Dinge, die mich bewegen. Und es handelt sich immer um meine Sicht.

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