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Boris Johnson an der NASDAQ 2009 - von Boris Johnson -opening bell at NASDAQ-14Sept2009.jpg: Think London derivative work: Snowmanradio (Diskussion) [CC BY 2.0 (http://creativecommons.org/licenses/by/2.0)], via Wikimedia Commons Boris Johnson an der NASDAQ 2009 - von Boris Johnson -opening bell at NASDAQ-14Sept2009.jpg: Think London derivative work: Snowmanradio (Diskussion) [CC BY 2.0 (http://creativecommons.org/licenses/by/2.0)], via Wikimedia Commons

London Calling – Großbritannien mit neuem Kabinett

David Cameron hatte die Amtsgeschäfte an seine Nachfolgerin Theresa May abgegeben. Und sie stellte ihr neues Kabinett vor, was für Verwunderung sorgte. Irgendwie denke ich da gerade an die Punkband „The Clash“ mit ihrem Lied „London Calling“ und der Aneinanderreihung von diversen Katastrophen. Denn was wir da mit erstaunt aufgerissenen Augen sahen, ist die konsequente Fortführung des Durcheinanders in der britischen Politik.

Aus London jetzt eine Nachricht an die Städte weit draußen. Nach der Kriegserklärung folgen jetzt Kampfhandlungen. London ruft die Unterwelt auf: Kommt heraus aus dem Schrank, ihr Jungs und Mädchen. London ruft, verlasst euch jetzt nicht auf uns. Die verlogene Beatlemania ist verschwunden. London ruft, wir haben doch keinen Schwung, außer den Klang dieser Gummiknüppel.

Großbritannien schickt sich an, aus der Europäischen Union auszutreten. Dafür ist jetzt Theresa May von den Konservativen die britische Premierministerin des Vereinigten Königreichs. Gestern nahm sie die Geschäfte nach einer kurzen Zeremonie mit Knicks bei der Queen auf. Und sie baute gleich mal ihr Kabinett um. Und ganz plötzlich steigt wieder jemand in den Ring, der im Verdacht stand, vom sinkenden Schiff gesprungen zu sein. Boris Johnson, einer der Hauptbefürworter des „Brexit“ ist jetzt Minister. Und was für einer! Gleich mal der Außenminister.

In der deutschen Politik wird die Personalie Johnson als „ein sehr schlechtes Signal für den Austrissprozess“ angesehen. So hat SPD-Vize Stegner gleich mal anklingen lassen, dass sich Theresa May durch die Berufung Johnsons selbst geschwächt hat. Denn schließlich ist er nicht eben diplomatisch in Erscheinung getreten. Ihn jetzt als Außenminister einzusetzen, dürfte nicht eben eine kluge Entscheidung sein. Und für die Austrittsverhandlungen dürfte das Alles nicht einfacher werden.

Es gibt auch künftig einen „Brexit-Minister“. Der Chefunterhändler im Ausstiegsprozess ist David Davis, der als Erzkonservativer gilt. Mit ihm und Johnson fährt also Theresa May schwere Geschütze gegen Brüssel auf. Sie hatte irgendwie dieser Tage angekündigt, für Großbritannien den bestmöglichen Deal herauszuholen. Und da sind wir eben dabei, dass die britische Politik möglichst viele Vorzüge bei möglichst wenig Einsatz haben will. Ob sich der Brüsseler Elfenbeinturm allerdings darauf einlassen wird, ist nicht sicher.

Theresa May muss erstmal klare Kante zeigen, und dafür ist sogar Boris Johnson als vorzuzeigende Speerspitze geeignet. Und irgendwie wirkt es so, als ob die nächste Katastrophe auf Großbritannien zurollt. Und diesmal ohne atomare Zwischenfälle und dergleichen. Sondern mit Propaganda. Deshalb passt The Clash hier gut rein.

London ertrinkt und ich wohne am Fluss

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Henning Uhle

Henning Uhle ist gelernter Fachinformatiker für System Integration und zertifizierter System Engineer. Meine Sachgebiete sind Messaging & Collaboration sowie High Availability und Domain-Verwaltung. Ich schreibe über verschiedenste Dinge, die mich bewegen. Und es handelt sich immer um meine Sicht.

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