Deutschsein unerwünscht

Wie ich es hasse, wenn ein Bürger eines Landes anderen Bürgern des gleichen Landes das Recht abspricht, das eigene Heimatland gut zu finden. Aber Sie werden lachen, das Phänomen stellt man vor allem Deutschland fest. Und hier insbesondere bei deutschen Nutzern sozialer Netzwerke. Was gibt ihnen das Recht, so drauflos zu schimpfen? Mancher ist halt mit nichts zufrieden. Aber muss das sein?

Schlandifiziert

Ich habe das so oft mitbekommen, als die Europameisterschaft in Frankreich stattfand: Man hat sich darüber mokiert, dass deutsche Autofahrer schwarz-rot-goldene Überzieher über ihre Motorhaube oder / und die Seitenspiegel gezogen haben. Das würde sich nicht gehören. Das sei abartig. Aber mir kann niemand auch nur den Hauch einer Idee geben, warum das so sein soll. Es wird halt einfach geschimpft.

Wir alle kennen die Berichte zur Europameisterschaft. Haben Sie nicht die Bilder aus Lissabon oder Porto oder woher auch immer in Portugal gesehen? Fahnen, Überzieher für’s Auto, in den Landesfarben geschminkte Menschen. Leute anderswo werden dafür gefeiert, wenn sie ihren Stolz auf ihre Nation ausleben. Aber hier wird man dafür beschimpft. Warum ist das so? Das kann mir niemand erklären.

Deutschtümelei

Marchons, marchons! // Qu’un sang impur // Abreuve nos sillons!

Das ist ein Ausschnitt aus der Marseillaise, der französischen Nationalhymne. Wann immer es passt, wird sie gesungen. Franzosen brüllen sie lauthals in die Gegend. Völlig normal. Auch bei der Europameisterschaft. In Deutschland wird man schon einigermaßen schief angeschaut, wenn man anregt, das Deutschlandlied zu singen. Erinnern Sie sich? Das ist das hier:

Einigkeit und Recht und Freiheit // Für das deutsche Vaterland!

Wenn die Rede von Nationalstolz ist, dann zollt man anderen Nationen Respekt. In Deutschland aber heißt das Ganze „Deutschtümelei“, und aus Nationalstolz wird Nationalismus in den Augen mancher Leute. Deutschtümelei bedeutet dabei die aufdringliche Betonung des „typisch Deutschen“. Allerdings kommt das Ganze von den keltischen Bewohnern westeuropäischer Gebiete.

Eine Bitte

Hören wir doch einfach auf, so völlig unsinnig auf dem Nationalstolz herumzutrampeln. Vieles, was ich so den sozialen Netzwerken lese, ist schlichtweg Unsinn. Man ist kein Nazi, wenn man stolz auf seine Nation ist. Ich kann diesen Quatsch nicht mehr lesen. Nationalstolz – oder anders gesagt: Patriotismus – ist etwas völlig normales. Es geht nicht um Nationalismus. Es geht um kein „Deutschland den Deutschen“.

Jeder Mensch sollte patriotisch genug sein, als Bürger seines eigenen Landes durchzugehen. Schauen wir mal in die USA, die solche großen Probleme innerhalb der Nation haben. Aber die würden sich doch nie und nimmer den Patriotismus nehmen lassen. Russland dito. Warum bekommen wir das in Deutschland nicht hin? Klar, weil „der Deutsche“ immer jammern muss. Das darf aber nicht so weit gehen, dass man sich im eigenen Heimatland nicht mehr trauen darf, stolz auf seine Heimat zu sein.

Und das hat nichts mit – wirklich überhaupt nichts – mit Nationalismus und ethnischer Säuberung und all den schlimmen Dingen zu tun. Aber neben den Problemen im Land darf man gern mal ein bisschen patriotisch sein. Das hat noch niemandem geschadet. Man muss deshalb noch lange nicht PEGIDA und Co. gut finden. Aber dieses ständige Schimpfen habe ich einfach satt.

Das könnte Sie auch interessieren:

3 Kommentare

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

×SaveYourInternet

Liebe Besucherin, lieber Besucher,

vielen Dank für Ihr Interesse. Leider steht unser Service heute nicht zur Verfügung. Wir protestieren gemeinsam mit der Autorenschaft der Wikipedia gegen Teile der geplanten EU-Urheberrechtsreform, die im Parlament der Europäischen Union Ende März verabschiedet werden soll, und schalten unsere Seite für 24 Stunden ab.

Monatelang haben EU-Kommission, EU-Parlament und der EU-Rat im sogenannten Trilog hinter verschlossenen Türen an einem neuen EU-Urheberrecht gearbeitet. Im Kern geht es darum, die finanziellen Interessen der großen Medienkonzerne gegenüber Betreibern von Internetplattformen durchzusetzen.

Ausgetragen wird dieser Konflikt auf den Rücken der Internetnutzer und Kreativen. Diese müssen nach dem aktuellen Entwurf mit erheblichen Einschränkungen rechnen. Das freie Internet, wie wir es kennen, könnte zu einem „Filternet“ verkommen, in dem Plattformbetreiber darüber entscheiden müssen, was wir schreiben, hochladen und sehen dürfen. Denn das geplante Gesetz schreibt Internetseiten und Apps vor, dass sie hochgeladene Inhalte präventiv auf Urheberrechtsverletzungen prüfen müssen. Selbst kleinere Unternehmen müssten demnach fehleranfällige, teure und technisch unausgereifte Uploadfilter einsetzen (Artikel 13) und für minimale Textausschnitte aus Presseerzeugnissen Lizenzen erwerben, um das sogenannte Leistungsschutzrecht einzuhalten (Artikel 11).

Wenn Sie unsere Kritik an der geplanten Urheberrechtsreform teilen, werden Sie aktiv: