Manchmal und immer

Manchmal und immer

Manchmal und immer

Nein, nicht ununterbrochen. Nur manchmal stolpert man über so Blogartikel, bei denen man ganz plötzlich für sich selbst weiterdenkt. Kennt ihr das denn auch? Dann verfällt man so in Gedanken: Eigentlich wäre es Zeit, dazu etwas aufzuschreiben. Und irgendwie ist mir danach. Wer selbst einen Blog schreibt, kennt das: Irgendwie juckt es dann doch in den Fingern und man möchte den Editor in WordPress öffnen und ein paar Take dazu schreiben. Ich versuche mich mal. Meine Güte, mir schwirrt so viel im Kopf umher! Lasst mich das mal aufschreiben, ja?

Eigentlich und sowieso

Zuerst bin ich über diesen kurzen Artikel vom Alexander gestolpert. Und schon hört man wie eigentlich immer die ganzen Möchtegern-Selbstoptimierer, wie sie erzählen, dass du auf deinen Mindset achten sollst und deine Journey im Fokus behalten sollst. Nein, manchmal musst du eben auch einfach mal einen saufen. Wer will es dir denn verbieten? Ich habe auch immer wieder auf diese wandelnden Phrasendreschmaschinen gehört. Aber das ist Quatsch. Man muss auch mal alle Fünfe grade sein lassen.

Ja, Leute, es hat eine Weile gedauert. Aber ich bin diese ganzen Du-musst-dich-optimieren-Laberhanseln los. Ich weiß ja auch, woher ich die mal hatte. Es waren die sozialen Netzwerke, vornehmlich aber Pinterest und LinkedIn. Irgendwann bin eben auch ich dahinter gekommen, dass das Alles fernab der Realität ist. Nun ja, ich lasse mir mein bisschen Leben irgendwie so gar nicht mehr durch solche Tschakka-du-schaffst-es-Artikel vermiesen.

Und schon sind wir ja dabei, wie das Internet so geworden ist. In diesem Artikel geht es darum, dass das Internet kaputt ist. Und wer ist schuld? Alter Falter, ausgerechnet die Blogger. Davon erfahren habe ich durch den Thomas. Und ganz ehrlich: Das regt dann schon zum Nachdenken an: Waren etwa die Plattformen nur die Konsequenz aus all dem Kram, der durch die umgekehrte Chronologie der Blogs ausgelöst wurde? Das wäre doch am Ende ziemlich fatal, oder?

Steht denn die Arbeit über allem?

Wartet mal, da fällt mir ein Artikel in die Hände, in dem über die Rechtsgrundlage philosophiert wird, ob man trotz Krankschreibung arbeiten darf? Leute, wenn ich krank bin, bin ich krank. Grundsätzlich ist mir dann meine Arbeit scheißegal. Das liegt aber auch daran, dass ich mich nicht nach dem zweiten Husten, weil ich zu wenig getrunken habe, wegen Grippe krankschreiben lasse. Aber mal ehrlich: Wer arbeitet denn trotz Krankheit?

Wie sonst ist denn der rasante Anstieg der psychologischen Erkrankungen zu erklären? Wir arbeiten uns an mancher Stelle wirklich zu Tode. Und das ist eben einfach mal eine schlimme Entwicklung. Dabei ist es doch am Ende wirklich so, dass niemand einfach funktionieren muss, also auch niemand trotz Attest arbeiten muss. Aber naja, aber was weiß ich denn schon? Es ist schon manchmal ganz arg zum Verzweifeln.

Was es sonst so gibt

„Alter, du trinkst nicht genug“ – Schon mal sowas in der Art gehört? Vor mir steht ein Zwei-Liter-Krug mit erkaltetem Tee. Denn gieße ich im Laufe meines Tages so in mich hinein. Wenn der nicht leer ist, was ja manchmal vorkommt, ist das die beste Erinnerung an die Trinkmenge. Aber da gibt es so Wasser-Trink-Erinnerungs-Apps. Mal ehrlich: Braucht den Quatsch irgendwer? Spannend ist da auch die Geschichte, irgendeinen Heilstein ins Wasser zu werfen.

Am Ende sollten wir alle aufhören, uns über alles und jedes verrückt zu machen. Vielleicht sollten wir Seebrücken fotografieren. Oder vielleicht sollten wir eine 70er-Jahre-Serie gucken. Naja, vielleicht sollten wir manchmal aber auch einfach gar nichts machen. Immer nur auf irgendwelche Tipps von Leuten zu hören, die uns gar nicht kennen, ist jedenfalls ziemlicher Quatsch. Aber das könnt ihr ja ganz anders sehen. Was weiß ich denn schon von euch? Nicht wahr?

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5 Kommentare zu „Manchmal und immer“

  1. Hi Henning,
    diese ganzen Coaches, Berater und „Experten“ (aus welchen Bereichen auch immer: Finanzen, Ernährung, Bloggen, Job, [füge hier ein, was noch fehlen könnte]) gab es schon immer – sogar noch vor dem Internet. Schon als damals im TV dieser holländische Vollpfosten „Tschakka – du schaffst es“ schrie, fasste ich mich an den Kopf und dachte – ist doch nicht euer Ernst oder? Unvergessen auch die ganzen Schwafelbrüder der Humbug-Mülleimer, die in den 80er und 90er Jahren versuchten, einem das Geld aus der Tasche zu leiern – von daher: das Geschäftsmodell „Menschen über den Tisch ziehen“ ist nicht von Bloggern erfunden worden – es ist nur von solchen zwielichtigen Gestalten dafür zweckentfremdet worden. ALLEN diesen Selbstvermarktern ist eines nicht aufgefallen – dass Sie selber die Loser sind! Unflexibel, unangepasst und in ihrem eigenen Mini-Kosmos, in dem Sie glauben eine große Nummer zu sein, gefangen.
    Auch als mir eine damalige Bekannte vor knapp 20 Jahren ein Buch von dem „unglaublichen“ Bodo Schäfer schenkte, habe ich kurz reingeschaut und dachte nach dem ersten Kapitel „was ist das denn für eine Grütze?“. Und jetzt 2023? Wo ist Bodo Schäfer jetzt? Sitzt er auf seiner acht in Monaco und verprasst seine Milliarden? Nee. Mal ehrlich: wenn jemand anderen 20 Jahre lang erzählt, wie man es schafft reich und erfolgreich zu sein, aber selbst noch mit einem Transporter durchs Land tingelt um anderen Menschen so einen Krampf zu verkaufen, dann hat man es ja wohl selbst nicht geschafft, oder? Was soll mir dieser Mann denn für neue Erkenntnisse bringen, außer, dass ich mir die Kohle für so eine Veranstaltung sparen kann und dafür besser das Geld für ein „All you can Eat“-Buffet im örtlichen Swinger-Club ausgeben sollte. Da gibt es wenigstens ein Happy-End (meistens jedenfalls!)
    Aber wenn es immer noch dumme Menschen gibt, die glauben ein Seminar bei solchen Leuten würde Sie auf die Erfolgsspur bringen, dann sollen Sie halt hingehen: wofür die Leute Ihr Geld zum Fenster rauswerfen ist ja ihre Sache.
    Auch was das Wasser trinken angeht, (oder überhaupt diese ganzen guten Ratschläge, die einem die Besserwisser so gern ungefragt mit auf den Weg geben) da gibt es mittlerweile auch andere Meinungen – nämlich, dass es sowas wie eine feste Wassermenge, die man trinken soll gar nicht gibt. Der Körper meldet sich nämlich schon, wenn er Durst hat. Ich gehöre selber zu diesen Menschen, die eher wenig trinken. dann hat es auch mit dem Waseranteil in den Nahrungsmitteln zu tun – wer Mittags eine Bühnerbrühe isst, der hat dann ja auch schon Waser zu sich genommen, genauso wie mit dem abendlichem grünem Salat mit Tomaten.
    Ich reagiere auf alle Menschen, die mir die Welt erklären wollen zunehmend mürrisch- schon, weil ich glaube in einem Alter zu sein, in dem ich genug Wissen habe um mein Leben, den Job, meine Hobbys und was es noch alles gibt, auf die Reihe zu bekommen.
    Das Thema Arbeiten trotz Krankschreibung – das ist in einem Konzern glücklicherweise geregelt und daran halte ich mich – dazu sage ich deshalb weiter nix..
    Bleib gesund!
    CU
    P.

    1. Tschakka – Du schaffst es: Guckstu hier inne Blogartikel. Da weißt du, was ich davon halte.
      Mir ist schon klar, dass die Scharlatanerie jetzt nichts neues ist. Und sie wurde ganz sicher nicht von Bloggern erfunden. Aber wenn du auf so Plattformen wie LinkedIn und ganz besonders Pinterest rumguckst, dann denkst du, dass das eine neue Religion sein muss.
      Haha, ich versuche grad, den gedanklichen Twist von Bodo Schäfer rüber zum Swingerclub mitzumachen. Das ist gar nicht so einfach, mein Lieber.
      Grundsätzlich sind diese ganzen Nur-ich-weiß-wie-du-dein-Leben-verbesserst-Schwafelkasper zu nichts gut. Aber es ist wirklich so, dass man ganz schnell bei solchen Flocken landen kann, wenn man nicht aufpasst. Aber wenigstens sollte man auf seine Kohle aufpassen. Da gibt es sinnvolleres, z.B. mir einen Kaffee ausgeben oder so.
      Ich mache auch seit einiger Zeit einen großen Bogen um solche Typen, die mir die Welt erklären wollen. Ich denke mir da zunehmend: Alter, wie hätten wir es ohne die Schwafler aus den Windeln rausschaffen sollen?

  2. Genau, Henning, ich stimme dir zu. Ich höre auf die ganzen Lebenstipps und Ratschläge auch nicht. Was bringen sie denn? Eben nichts! Und wenn man krank ist, ist man es auch.

    Besonders rege ich mich über den Spruch „Die Richtige kommt für mich noch“ auf. Da frage ich mich, wann denn. Ich höre den Spruch schon über 30 Jahre. Und im April werde ich 47 und die Richtige ist immer noch nicht in Sicht. Diese Sprüche bzw. Lebenstipps hasse ich wie die Pest. Sie helfen mir null.

    Ich finde aber nicht, dass wir Blogger daran schuld sind, sondern die Gesellschaft insgesamt.

    Lorenzo

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