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Einfahrt eines "Hamsters" ein "Talent 2" im Bahnhof "Bayerischer Bahnhof" - (C) Henning Uhle Einfahrt eines "Hamsters" ein "Talent 2" im Bahnhof "Bayerischer Bahnhof" - (C) Henning Uhle

Paunsdorf, Grünau, Zwenkau? – Weiterer Ausbau der S-Bahn in Leipzig?

Es klingt höchst spekulativ, in einem Artikel-Titel gleich zwei Fragezeichen unterzubringen. Aber es ist eben auch ein bisschen Gerüchteküche, die da brodelt. Das Netz der S-Bahn Mitteldeutschland soll weiter ausgebaut werden. Für Leipzig und Umgebung bedeutet das, dass die S-Bahn wohl noch attraktiver werden könnte, dass noch mehr Umland in die Stadt geholt wird.

Wie weit sind die Planungen? Was ist Spekulation? Was ist Hirngespinst? Schauen wir einmal, was es dazu zu erzählen gibt, denn das lässt sich ziemlich beeindruckend an.

Der Westen wird weiter

Derzeit sieht der westliche Teil des Leipziger S-Bahn Netzes so aus, dass die S-Bahn vom Hauptbahnhof über den Nordwesten mit Gohlis, Möckern und dem Westen mit Leutzsch und Plagwitz nach Grünau fährt. Es sieht aber so aus, als könnte sich das perspektivisch ändern.

Da ist zum Einen die Waldbahn vom Plagwitz nach Markkleeberg, bei der ich mich getäuscht habe. Die Gleise sind voll funktionsfähig und wurden auch im Jahr 2013 als Umleitungsstrecke benutzt. Diese Strecke müsste saniert werden, keine Frage. Aber sie könnte schnell an Attraktivität gewinnen, wenn man den Cospudener See südlich von Leipzig vor den Toren Markkleebergs mit einbezieht.

Zum Anderen gibt es wohl Planungen für eine Gleisverbindung zwischen Leipzig-Grünau und Markranstädt und somit nach Weißenfels. Gut, diese Ideen gibt es schon Jahrzehnte, aber es gibt wohl inzwischen Kostenschätzungen und Streckenverläufe. Damit würde man das lang ersehnte Ziel der Einbeziehung der kleinen Nachbarstadt Markranstädt endlich erreichen.

Außerdem kann sich vielleicht der Eine oder Andere aus dem Kreis der Interessierten daran erinnern, dass mal eine unbedeutende Nebenbahn südlich von Grünau, von Plagwitz ins Burgendland, in die Kleinstadt Lützen gab. Ich habe neulich irgendwo gelesen, dass man sogar darüber nachdenkt, diese Strecke wieder aufzubauen. Aber das halte ich für reine Spekulation.

Der Osten wird breiter

Ja, die S-Bahn-Strecke nach Osten in Richtung Wurzen führt nicht mehr über Paunsdorf. Trotzdem wurde der Bahnhof umgebaut, und am Brückenkreuz Anger-Crottendorf wird seit gefühlten 80 Jahren gebaut. Zudem gibt es eine gigantische Verbindungsstrecke vom Südteil der S-Bahn auf genau diese Strecke, die großflächig umgebaut wurde. Hier könnte also bald wieder S-Bahn-Verkehr rollen. Und die Leipziger Internetzeitung berichtet von Bauaktivitäten in Anger-Crottendorf.

Außerdem könnten so die südöstlichen Ortsteile Mölkau, Holzhausen oder Liebertwolkwitz mit ans S-Bahn-Netz angebunden werden. Damit würde es dann gelingen, diese Ortschaften noch einmal attraktiver für die Bevölkerung zu machen.

Weitere Verlängerungen im Norden

Delitzsch wird wohl ab dem Jahr 2015 eine zentralere Bedeutung für den S-Bahn-Verkehr in Mitteldeutschland erlangen. Bis jetzt fährt die S-Bahn bis nach Bitterfeld, aber ab nächstem Jahr einerseits bis Dessau und andererseits bis in die Lutherstadt Wittenberg. Und alles über die Kleinstadt im westsächsischen Norden.

Zudem wird es eine direkte S-Bahn-Verbindung von Halle über Delitzsch nach Eilenburg geben. Und drei Jahre später dann soll der Hauptbahnhof in Halle fertig umgebaut sein, sodass zum Beispiel die S3 von Leipzig-Stötteritz und Leipzig Hauptbahnhof direkt bis in den Halleschen Westen nach Nietleben durchfahren wird.

Spekulation im Süden

Und was macht man im Süden? Klar, es steht fest, dass man über Böhlen und Neukieritzsch nach Geithain bzw. Altenburg und Zwickau gelangt. Aber es gibt auch wilde Gerüchte über die Reaktivierung einer längst weggebaggerten Strecke, die es in grauer Vorzeit mal gab.

Im Februar diesen Jahres startete eine Bürgerinitiative, die eine Reaktivierung der Bahnstrecke Leipzig – Markkleeberg – Meuselwitz fordert. Es wird unter anderem gefordert, die Strecke auf historischer Linie durch Zwenkau, Groitzsch und Lucka fahren zu lassen.

Die Baukosten wären immens hoch, da man ja entweder den Zwenkauer See umfahren oder überqueren müsste, man müsste eigentlich auf der ganzen Strecke die Gleise neu legen, die Bahnhöfe und Haltepunkte errichten und die nötige Infrastruktur schaffen. Denn schließlich ist die Strecke teilweise durch den Bergbau weggebrochen, teilweise einfach so verrottet, der Bahnverkehr seit 16 Jahren eingestellt. Und die Bahn wird sich kein finanzielles Fiasko leisten wollen. Also sehe ich das Ganze als reine Spekulation.

Fazit

Der weitere Ausbau des S-Bahn-Netzes wird voranschreiten. Am ehesten sehe ich hier, dass der ehemalige Gürtel mit der Reaktivierung der Waldbahn wieder entstehen könnte. Außerdem sehe ich große Chancen für einen tauglichen Ausbau im Osten. Weniger wahrscheinlich sehe ich die Pläne für den Ausbau in Richtung Weißenfels, und fast unmöglich sieht die Situation in Richtung Zwenkau aus.

Sehen Sie das auch so? Leipzig war ja mal ein riesiger Eisenbahnstandort. Es ist nicht unwahrscheinlich, dass die Stadt das wieder wird. Aber nicht mit Projekten, die einfach zu wenig Nutzen bringen könnten. Oder?

Bild: Einfahrt eines „Hamsters“ ein „Talent 2“ im Bahnhof „Bayerischer Bahnhof“ – (C) Henning Uhle

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Henning Uhle

Henning Uhle ist gelernter Fachinformatiker für System Integration und zertifizierter System Engineer. Meine Sachgebiete sind Messaging & Collaboration sowie High Availability und Domain-Verwaltung. Ich schreibe über verschiedenste Dinge, die mich bewegen. Und es handelt sich immer um meine Sicht.

6 thoughts to “Paunsdorf, Grünau, Zwenkau? – Weiterer Ausbau der S-Bahn in Leipzig?”

  1. Hallo

    Mit der Reaktivierung der Bahnstrecke Leipzig – Markkleeberg – Zwenkau – Groitzsch – Meuselwitz ist es jetzt sogar so, dass dieses Vorhaben derzeit beim Petitionsausschuss des Sächsischen Landtag zur Überprüfung vor liegt.

    Auch gibt es weitere Pläne zur Reaktivierung die ich hier mal mit bei füge die auch beim Petitionsausschuss vorliegen.

    „Wenn man die Strecke Gera- Pegau – Knautkleeberg- Plagwitz – HBF ab Elstertrebnitz auf relativ gerader Route über Pegau Ost- Zwenkau- Gaschwitz verlegen würde. Könnte die Verbindung nach erfolgter Elektrifizierung ja mit in das Linienkonzept des Tunnels eingebunden werden. Bestimmte Linien die in Gaschwitz enden könnten entsprechend weitergeführt werden.

    Bei der Finanzierung hätte man vor Rekultivierung sicherlich auch die Mibrag oder so was in die Pflicht nehemen können, da die alte Zwenkauer Strecke ja durch die Kohle stillgelegt wurde.

    Als Vorteile würde sehe ich folgendes:
    * Wegfall der reichlich 20km Strecke ab Elstertrebnitz bis Plagwitz bzw. tlw. Reduzierung auf ein Güteranschlussgleis sehen. (Neubau wären etwa 15 km)
    * Schnellere, da direkte Verbindung Gera LE ohne den Bogen über den Leipziger Norden. Durch Verknüpfung mit anderen Linien evtl. auch Einsparung von Wagenmaterial möglich.
    * Wieder- Anbindung von Zwenkau (ca:9000EW) an das Bahnnetz
    * Bahnhof Pegau Ost würde neben Pegau auch wieder Groitzsch erfassen.

    Nachteile fallen mir momentan keine wichtigen ein. Knautkleeberg ist über die Tram gut erschlossen. Knautnaundorf wird auch mit dem Bus erreicht.

    Sicherlich wurde diese Möglichkeit auch von den Tunnelplanern und -Kennern- teilweise lesen und schreiben hier mit ja auch schon durchdacht. Vielleicht könnte einer davon die vielen Nachteile- welche zu einer Nichtumsetzung geführt haben benennen.

    Die Strecke Gaschwitz-Zwenkau-Groitzsch-Pegau-Zeitz könnte für den S-Bahn – Verkehr elektrifiziert werden. Alle 30 Minuten von Leipzig Hbf bis Groitzsch. Alle 60 Minuten weiter nach Zeitz. Die aktuelle Strecke würde man allerdings beibehalten für den schnellen Regionalverkehr(RE).

    Zur Verbindung Leipzig – Gera über Gaschwitz – Zwenkau – Pegau:
    Diese Verbindung wurde selbstverständlich genauestens geprüft (das Thema war auch reichlich veröffentlicht), aber schließlich trotz des verlockenden Gedankens einer Südanbindung doch verworfen. (Was man nicht verstehen kann)
    Einmal wären die Kosten einer Eisenbahn-Neubaustrecke auf Tagebau-Kippenboden exorbitant. Technisch ist es aber sicherlich lösbar.
    Zum Zweiten soll unbedingt durchgehender Verkehr in Richtung Gera – Saalfeld erhalten bleiben.
    Das bedingt, da dort eine Elektrifizierung so wahrscheinlich wie der sofortige Bau eines Ost-West-Tunnels unter Leipzig ist, die weitere Vorhaltung der traditionellen Strecke über Plagwitz. Einen anderen “Dieselweg” (außer über die Waldbahn) wird es ja nach Leipzig Hbf nicht mehr geben. Zudem ist die weitere Vorhaltung der Stammstrecke für den Güterverkehr (der Tagebau Profen ist derzeit einziger aktiver MIBRAG-Tagebau mit noch funktionierender Eisenbahnanbindung) unumgänglich. Damit wären bei einer S-Bahn-Anbindung Gaschwitz – Zwenkau – Pegau zwei Strecken zu bedienen und zu unterhalten, was natürlich auch machbar ist.
    Die Strecke von Leipzig über Pegau nach Gera als RE/RB und die Strecke (Leipzig)-Gaschwitz-Zwenkau-Groitzsch-Pegau-Zeitz als S-Bahn.

    Als weiterer Gedanke,(dies müsste auf Machbarkeit überprüft werden)
    Frühestmögliche Einfädelung auf die alte GM-Linie und neben Kap Laura/Zwenkau/wie auch immer ein scharfer Schwenk in den Kohle-Übergabebahnhof (bzw. dessen Planum) mit Einfädelung in Böhlen?, Hierbei drängt sich dann auch Espenhain als weiterer südlicher Endpunkt auf.
    Sogar mit noch weniger Potenzial als Zwenkau.
    Am besten mit Fortsetzung nach Bad Lausick–Großbothen.“

    mit freundlichen Grüßen
    Thüringer-Bahn-Initiative
    Würfel

  2. Das Thema »S-Bahn nach Zwenkau und Groitzsch« wurde ja schon überall diskutiert. Wer mit offenen Augen durch die Welt geht, der wird das Überangebot zwischen Connewitz und Gaschwitz bemerken. Das war seinerzeit der Hauptgrund für die Idee, Zwenkau wieder anzubinden. Nur haben es die Planer in unserer Region nicht so mit Zukunftsvisionen und die Politiker gleich gar nicht. Der Starrsinn von Markkleeberg, unbedingt selbstständige Kommune im Landkreis bleiben zu müssen hat dem öffentlichen Verkehr im Südraum viel Schaden zugefügt.

  3. Hallöchen

    Die Stadt Zwenkau hält eine Trasse Gaschwitz-Großdeuben-paralel B2(am See entlang) bis zum KAP mit den Bebauungen frei. Allerdings fordert die Bahn mindestens 3000 Personen/Tag. So müsste die Hälfte der Zwenkauer(wir haben auch noch Umgebungsdörfer) jeden Tag nach LE fahren. Utopisch.

    Und übrigens hat die MIBRAG den Tagebau nicht betrieben, also die Bahnstrecke unterbrochen, sondern nur füe ca. 8 Jahre gemietet. Der Ansprechpartner laut §4 Berggesetz ist die LMBV.

    Die gesamte Trasse vom Zwenkauer Übergabebahnhof bis einschließlich Groitzsch, Lucka, Meuselwitz und Pegau sind überbaut bzw. Radweg. Und den bekommt hier keiner mehr weg!

    Grüße
    Stephan

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