Wohl dem, der 2014 überlebt

Mit hässlichen Fratzen grinst schon einmal das bevorstehende Jahr 2014 um die Ecke. Aber vielleicht wird ja auch alles wieder gut. Schließlich kann man sich ja auch ein ganzes Jahr schönsaufen. Und das sollten wir auch gehörgst tun.

Im Jahr 2014 werden viele schöne Dinge auf uns zukommen. Da wird es endlich eine Maut geben, deren Daten geheimdienstlich ausgewertet werden. Das hat den Vorteil, dass man dann immer bei den Behörden nachfragen kann, wo man sich zu einem speziellen Datum herumgetrieben hat, wenn man von einem Filmriss heimgesucht wurde. Schließlich saufen wir uns ja das Jahr schön, da muss man schon bisweilen an Vortage erinnert werden.

Außerdem wird es nicht mehr notwendig sein, externe Festplatten und so etwas anzuschaffen. Das spart immens viel Geld. Wir müssen das alles nicht mehr haben, weil die Geheimdienste und die staatlichen Behörden so nutzerfreundlich sind und stetige Backups unserer Daten machen. Vorratsdatenspeicherung nennt man das. Die hilft auch, wenn man aufgrund eines Katers nicht mehr weiß, wo man seine Beweisfotos vom letzten Saufgelage hat. Die Behörden werden sicher so freundlich sein und alles schön katalogisiert haben.

Einen großen Wermutstropfen wird es aber geben. Die Köpfe werden vom Saufen schwerer. Nicht weil man zu viel trinkt, sondern weil texanische Schnapsbrenner in ihr Gesöff hineinschütten können, was sie gerade finden. Und das muss dann ohne nähere Prüfung in Europa verkauft werden. Freihandelsabkommen nennt man das. Aber wir werden so oft betrunken sein, dass uns das eh nicht weiter interessiert. Uns hat ja auch die politische Entwicklung in diesem Jahr auch schon nicht interessiert.

Aber das ist nur ein kleiner Rückschlag. Denn wir werden alles lobpreisen, was den Euro als Währung haben will. Die Eurozone dehnen wir bis nach Wladiwostok aus, dann können wir wenigstens ohne Währungsrisiko guten russischen Wodka kaufen. Den brauchen wir auch. Denn die Griechen haben uns genügend mit ihrem Ouzo betrunken gemacht. Und so eine große Eurozone hat dann auch den Vorteil, dass Banken und dergleichen wieder etwas zu tun bekommen, denn der ESM wird dann um das 10.000-fache angehoben. Bei all dem Alkohol braucht man auch etwas zum Stabilisieren.

Vor lauter Feiern und Saufen werden wir gar nicht mitbekommen, dass die Geheimdienste und die staatlichen Behörden seit Jahren übersehen haben, wer nicht gesoffen hat und deshalb immernoch mit Granaten und anderen Böllern umgehen kann. Silvester wird wohl im Jahr 2014 schon irgendwann Mitte des Jahres stattfinden, wenn sich endlich mal wieder Staaten bekriegen. Aber kein Grund zur Erschütterung, stoßen wir lieber mit an.

Und wie wird das Jahr dann zurückblickend aussehen? Wir werden unheimlich viel Spaß im Jahr 2014 gehabt haben. Das findet übrigens auch der von mir sehr geschätzte n-tv Börsenkommentator Frank Meyer bei „Rott & Meyer“ so, denn er hat schon einmal einen Jahresrückblick 2014 zum Besten gegeben.

Na dann Prost! Und wenn wir dann überlebt haben, sollten wir uns vielleicht überlegen, was wir in den Jahren 2011 bis 2013 falsch gemacht haben, damit ein Jahr wie 2014 überhaupt entstehen konnte. So wir denn nüchtern werden. Aber denken Sie dran, irgendwann ist jede Party vorbei.

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2 Kommentare

  1. Hallo Henning, ich gebe Dir in fast allem Recht, allerdings habe ich für mich eingesehen, dass ich an diesen und den kommenden Zuständen eh nichts ändern kann. Aus diesem Grund und vor allem um meine Nerven zu schonen schaue ich schon seit mehr als einem Jahr keine Nachrichten mehr. Das nervt mich auch ungemein. Wenn ich noch dran denke, was in Deutschland zu Zeiten der Volkszählung im Bezug auf Datenschutz los war und wie die Reaktionen jetzt bei der NSA Geschichte sind, dann sind wird Volksweit in einen Art Tiefschlaf gefallen. Also mein Rat ist ganz einfach, da Du es nicht ändern kannst, versuch es einfach zu akzeptieren. Gruss Henry

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