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Das Monster als Virus - (C) Geralt Altmann CC0 via Pixabay.de Das Monster als Virus - (C) Geralt Altmann CC0 via Pixabay.de

Antiviren-Software: Die Sicherheit, die es nicht gibt

Ich weiß nicht, wie oft ich schrieb, dass es keine absolute Sicherheit gibt. Antiviren-Software gaukelt auch bloß Sicherheit vor, die es nicht gibt. Klar, einen gewissen Geschäftszweck müssen die Unternehmen ja verfolgen, und sie sind ja auch wichtig. Aber es ist leider auch so, dass eben nur so getan wird, dass mit der Software der Firmen nun die absolute Sicherheit gilt. Dem ist aber nicht so. Also dürfen wir uns alle entspannen bei der Frage, was die beste Antiviren-Software ist.

Mir ist es so gegangen wie so vielen anderen Anwendern. Ich habe nach einer kostenlosen Software gesucht. Die bietet der Hersteller tatsächlich kostenlos an, da ist also kein Beschiss dabei. Und wie es nun einmal so ist: Ich hatte nicht direkt im Kopf, von welcher Seite man den Download offiziell bekommt. Also hieß der Weg: Suchmaschine auf, Software in das Suchfeld eintragen und nach irgendwas wie „Official Download“ oder so suchen. Der offizielle Download wurde mir auch sehr schnell geliefert. Zack, Software installiert, fertig.

Dumm nur, dass danach der PC, auf dem dies geschah, so verteufelt langsam lief. Dumm auch, dass bei jedem Klick in Richtung Browser erstmal irgendein Gewinnspiel sich zeigte oder sonst welcher Blödsinn passierte. Meine Suche zeigte mir, dass es sich um einen Trojaner handelte, der über ein Werbebanner mitgeliefert wurde. Mein Fehler war, dass ich den neu gekauften PC nicht erst mit einem Werbeblocker versah, sondern der Anwenderin erstmal die bewusste Software installieren wollte.

Es hat lang gedauert, bis der PC wieder sauber lief. Aber eins ist mir dabei bewusst geworden: Antiviren-Software wird kolossal überschätzt. Die frisch drauf gezimmerte Testversion einer Premium-Software hatte den Schädling nicht erkannt. Nachdem ich mit Bereinigen fertig war, warf ich auf diesem Computer dann den Windows Defender anstatt der Premium-Software an. Und der fand auch noch Schadcode. Also ist die ganze Premium-Software unterm Strich nichts wert? Man könnte so etwas tatsächlich denken.

Es wird ja immer wieder behauptet, dass Anwender eigentlich gar keine Schutz-Software benötigen würden, wenn sie nur ihren Schädel anstrengen würden. Was aber sage ich Leuten, die sich einfach nicht mit solchen Dingen beschäftigen können, weil sie ganz sicher andere Dinge tun? Soll ich denen sagen, dass sie alle dumm sind? Da sind durchaus sehr schlaue Menschen dabei, die schlichtweg keine Zeit für solche Sachen haben. Die machen einfach die Emails mit „Rechnung“ oder „Invoice“ auf und öffnen die angehängte „Rechnung.zip“, weil sie den Kopf mit anderen Dingen voll haben. Und die sind dann eben infiziert.

Ach, die sollen Linux nehmen, weil das damit nicht passiert wäre. Und das MacOS von Apple ist auch wesentlich sicherer. „Wer nimmt denn noch Windows?“, sind so Aussagen von den Durchblickern. Linux ist aber nach wie vor nicht für Büroarbeiten oder Heimanwendungen tauglich. Das sagen selbst Linux-Fans. Und Apple ist einfach unverschämt mit den Preisen. Das sagen Apple-Fans. Was meinen Sie, wieso der Anteil von Windows wieder steigt? Und bei Windows 10 gibt es eben den Windows Defender, der aktuell tatsächlich besser als sein Ruf ist und der Premium-Sicherheitssoftware eigentlich überflüssig macht.

MobileGeeks – Antiviren-Software: Fluch oder Segen? Abschalten oder nicht?

Natürlich ist es sinnvoll, wenn man darüber nachdenkt, was man am Rechner so tut. Dafür gibt es nun einmal ganz einfache Regeln:

  • Kann denn eine Email mit nachweisbar zusammen gestammeltem Deutsch tatsächlich eine echte Rechnung erhalten? Nein? Dann löschen.
  • Kann denn Microsoft Office tatsächlich für 0 Euro bezogen werden? Nein? Dann die Seite nicht aufrufen.
  • Muss man in Office-Software tatsächlich Makros aktiv lassen? Nein? Dann über Datei\Optionen\Trust Center\Einstellungen ausschalten.
  • Sind mir meine Daten rund 100 Euro für eine externe Festplatte wert, die ich regelmäßig anschließe und mit meinen Daten befülle? Ja? Dann einfach machen.
  • Last but not least: Der Computer sollte regelmäßig gescannt werden. Der Windows Defender ist gut, aber er muss auch benutzt werden.

Mit anderen Worten: Antiviren-Software ist gut und schön. Wer aber nicht unbedingt auf zwielichtigen Seiten umher kurvt, dem reicht der Windows Defender aus. Und irgendwelche Sachen, die keinen Sinn ergeben, bedenkt man einfach nicht mit einem Klick. Damit schafft man viel Frieden. Denken Sie nicht auch? Absolute Sicherheit kann es nicht geben. Man kann aber auch ohne Expertenwissen einiges an Schutz haben. Und mal ehrlich: Linux und MacOS sind genau so anfällig wie Windows.

Zumal: Stellen wir uns mal vor, dass jeder, der sich auch nicht mit technischen auseinandersetzen möchte, mit Premium-Antiviren-Software mit x-dutzend Einstellungsmöglichkeiten beschäftigen soll. Damit sind doch die meisten Anwender überfordert. Ich weiß nicht, aber ich kann mir nicht vorstellen, dass man damit mehr Schutz schafft. Dann lieber nicht jeden Unsinn anklicken und den Windows Defender nutzen. Aber das ist halt nur meine eigene Meinung.

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Henning Uhle

Henning Uhle ist gelernter Fachinformatiker für System Integration und zertifizierter System Engineer. Meine Sachgebiete sind Messaging & Collaboration sowie High Availability und Domain-Verwaltung. Ich schreibe über verschiedenste Dinge, die mich bewegen. Und es handelt sich immer um meine Sicht.

2 thoughts to “Antiviren-Software: Die Sicherheit, die es nicht gibt”

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