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Werbung an einer Holzfassade - (C) Falkenpost CC0 via Pixabay.de Werbung an einer Holzfassade - (C) Falkenpost CC0 via Pixabay.de

Bloß nicht „Werbung“ schreiben – An einige SEO-Buden

„Bitte verfassen Sie einen Artikel zu Thema XYZ. Der Artikel darf nicht als Werbung gekennzeichnet sein.“ – Solche Anfragen bekommt man manchmal als Blogger. Mir konnte aber noch nie eine der anfragenden Leute irgendwie klar machen, wieso man einen beauftragten Artikel nicht als Werbung gekennzeichnet soll. Will man in meinem Blog etwa Schleichwerbung machen? Angeblich so seriöse Firmen wollen mich dazu bringen, das Gesetz zu beugen oder gar zu brechen? Schämt euch mal ein paar Takte lang.

Was wollt ihr denn mit Schleichwerbung?

Schleichwerbung ist eine bewusste Täuschung und Irreführung von Lesern meines Blogs. Mit dem Begriff ist die Erwähnung oder Darstellung von Waren oder Dienstleistungen gemeint, wenn sie zu Werbezwecken vorgesehen sind und nicht als solche gekennzeichnet sind. Eine solche Produktplatzierung wird abgegolten. Es gibt den deutschen Pressekodex. Und dort heißt es unter Ziffer 7, dass Verleger und Redakteure auf eine klare Trennung zwischen redaktionellem Text und Veröffentlichungen zu werblichen Zwecken achten. In gewisser Weise fallen wir Blogger ja auch darunter.

Im Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb (UWG) gibt es den §5a, in welchem Schleichwerbung für unzulässig erklärt wird, weil eine Werbemaßnahme klar erkannt werden muss. Werbetreibender und Veranstalter / Verlag können hier empfindlich abgemahnt werden. Das heißt also: Jede SEO-Bude, die meint, man könne hier Werbung ohne entsprechende Kennzeichnung abkippen, vollführt einen Ritt auf der Rasierklinge. Eigentlich laufen diese Firmen Gefahr, sich selbst zu schaden.

Werbung getrennt vom redaktionellen Inhalt

Es gibt noch mehr zu beachten. So gibt es das Telemediengesetz (TMG). Blogs fallen unter die Kategorie der neuen Medien. Und wenn ich mir so anschaue, was im TMG in §6 Absatz 1 Nummer 1 steht, dann weiß ich doch noch viel weniger, warum SEO-Buden die werblichen Blogartikel nicht als solche gekennzeichnet haben wollen. Dort steht klipp und klar:

Kommerzielle Kommunikationen müssen klar als solche zu erkennen sein.

Wieso setzen irgendwelche Butzen sich und die Blogger Gefahren von Bußgeldern und Abmahnungen aus? Die Akzeptanz von werblichen Inhalten wäre viel höher, wenn jeder klipp und klar die Werbung kennzeichnen würde und die Auftraggeber das auch unterstützen würden. Es muss ja in jedem Fall eine Offenlegung erfolgen. Warum sträubt man sich dagegen? Jaja, ich weiß schon: „Iiiih, Werbung, mach das weg!“ – Aber ist es denn wirklich so? Ich schrieb eben, dass die Akzeptanz viel höher wäre, wenn man Werbung besser kennzeichnen würde.

Lieber werbliche Artikel als Werbebanner

Das ist so das, was ich in den letzten Monaten und Jahren immer wieder heraus gehört habe. Keine Frage, das eine Werbebanner, was ich lange Zeit hier im Blog hatte, hat mich nicht reich gemacht, aber eben auch niemanden gestört. Dennoch war es so wie bei jedem anderen Banner: Es hat geguckt, woher der Besucher kam. Mancher will das ja vielleicht nicht. Zumal nicht ungefragt. Und manches Werbebanner liefert vielleicht noch Schadcode aus und / oder guckt noch viel mehr, was der Besucher vorher und nachher alles gemacht hat.

Deshalb gibt es bei mir keine Werbebanner mehr. Ich lebe damit seit über einem halben Jahr sehr gut. Und soweit ich das mitbekommen habe, ist es meinen Lesern lieber, ich veröffentliche ab und zu mal einen Artikel, für den etwas Geld fließt, als dass ich hier Werbung schalte, von der niemand weiß, was die alles so treibt. Die Hauptsache ist, dass ich meine Leser nicht zum Narren halte. Wenn ich ganz klar das Wort „Werbung“ dran schreibe, schlage ich zwei Fliegen mit einer Klappe: Ich führe meine Leser nicht hinters Licht, und ich breche kein deutsches Recht.

Wieso Angst vor der Werbekennzeichnung?

Blogger leben von ihrer Glaubwürdigkeit. Selten konfrontieren Leser und Besucher die Blogs mit dem Vorwurf der „Lügenpresse“. Wer nun aber Blogartikel, für die Geld geflossen ist, nicht kennzeichnet, macht sich unglaubwürdig. Und die Auftraggeber gehen das gleiche Risiko ein und drängen bewusst darauf, dass Blogger ihren Ruf verlieren. Das Alles mal abgesehen davon, dass es Strafen hageln könnte und teuer werden könnte. Anbieter / Auftraggeber und Blogger soll man doch eigentlich ernst nehmen. Das klappt aber nur, wenn alle transparent sind.

Am Ende ist es doch so, dass es Leser durchaus annehmen, wenn für einen Artikel in der gewohnten Qualität Geld geflossen ist und „Werbung“ klar und deutlich zu sehen ist. Blogger zeigen somit, dass sie sich nicht haben beeinflussen lassen. Und die Anbieter wovon auch immer zeigen damit einen offenen Umgang. Alles in Allem ist auch kein nennenswerter Einbruch in irgendwelchen Reichweiten festzustellen, wenn man sich klar positioniert. Das hilft allen Beteiligten: den Lesern, den Bloggern und den Auftraggebern.

Ich mache beim Versteckspiel nicht mit

Ich suche für meine Seite einen Artikel über <beliebiges Thema>. Folgende Bedingungen müssen dauerhaft erfüllt sein: Die Links bleiben auf DoFollow. Der Text ist mindestens 400 Wörter lang. Der Artikel bleibt dauerhaft auf der Seite. Die Seite ist mindestens 10 Monate alt. Der Artikel darf nicht als Werbepost gekennzeichnet werden. Im Artikel sollte 1 Link auf die Zielseite gesetzt werden. Der Text kann selbst gestaltet werden, aber ich behalte mir Änderungen vor.

Geht’s noch? Solche Anfragen erhält sicher jeder Blogger mindestens einmal pro Monat. Bei werblichen Artikeln ist es aber so, dass diese Artikel üblicherweise nie länger als ein Jahr online sind. Es sei denn, es gibt gesonderte Vereinbarungen. Auf einen Link mit „DoFollow“ zu bestehen, ist dreist. Prinzipiell sollten beauftragte Links mit „NoFollow“ abgewertet werden. Und dass der Artikel nicht als Werbung gekennzeichnet werden darf, ist dann die Aufforderung zum Gesetzesbruch. Der Rest des „Angebots“ ist auch nur noch Quatsch.

Mal ehrlich: Wer geht denn darauf ein? Was gibt es dafür als „Verdienst“? Mancher denkt, dass man als Blogger den fetten Reibach macht. Dem ist aber nicht so. Je restriktiver ein „Angebot“ ist und je mehr man das Gesetz brechen soll, desto weniger Geld verdient man. Für obiges „Angebot“ sollte man ja nicht zu viel verlangen. Es war die Rede von 30 Euro. Dafür, dass ich ein Bußgeld von mehreren hundert Euro und eine Abmahnung mit einer Gebühr von mehreren tausend Euro riskiere? Und dafür, dass ich meine Leser hinter die Fichte führe?

Ich versuche, alles so transparent wie möglich zu halten. Ich mache bei so einem Versteckspiel nicht mit. Solche unseriösen Angebote werde ich klar benennen. Werbung muss gekennzeichnet werden, ohne Wenn und Aber. Alles andere ist gesetzeswidrig. Und jeder kann meine Bedingungen nachlesen. Ohne dem mache ich es nicht. Also verschont mich mit unlauteren Dingen und unseriösen Angeboten.

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Henning Uhle

Henning Uhle ist gelernter Fachinformatiker für System Integration und zertifizierter System Engineer. Meine Sachgebiete sind Messaging & Collaboration sowie High Availability und Domain-Verwaltung. Ich schreibe über verschiedenste Dinge, die mich bewegen. Und es handelt sich immer um meine Sicht.

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