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Mit Werbung vollgepflastert - (C) PublicDomainPictures CC0 via Pixabay.de Mit Werbung vollgepflastert - (C) PublicDomainPictures CC0 via Pixabay.de

Klagewelle gegen AdBlock Plus wird größer als erwartet

Sie dürfen sich bei Eyeo nicht wundern. Die betreiben den Werbeblocker AdBlock Plus, aus dessen Bann man sich freikaufen kann. Es wird geklagt. In Deutschland sind es die Pro 7 Sat 1 Gruppe, der Axel Springer Verlag, RTL und die ZEIT. Und Sie werden lachen, die Front wird noch größer, denn die Süddeutsche Zeitung steigt nun mit ein. Und das ist alles kein Ding, das vom Himmel gefallen ist. Ernsthaft: Die Eyeo darf sich nicht wundern.

Ich halte ja die ganze Sache von AdBlock Plus für Mauschelei. Da können sich Werbetreibende auf weiße Listen setzen lassen, dass deren Werbung eben nicht störend ist. Und Webseiten-Betreiber können sich ebenso auf eine weiße Liste setzen lassen, dass sie eben keine störende Werbung anzeigen. Beides lässt sich Eyeo natürlich fürstlich bezahlen. So machen die das eben auch mit der Werbung über den Giganten Google. Und der Internet-Nutzer, der sich natürlich gegen Blink-Blink-Aufpop-Werbefenster und dudelnde Hintergrund-Schepperei wehren will, kann nichts dagegen tun. Der bekommt trotzdem Werbung angezeigt.

Ich kann ja jeden Nutzer verstehen, die einen Werbeblocker angeschaltet haben. Selbst im Jahr 2015 haben es viele Webseiten-Betreiber noch nicht gelernt, dass ein Nutzer der Webseite sofort den Rücken zukehrt, wenn der von solcher Werbung belästigt wird. Bei mir wird Werbung vom Netzwerk Adiro angezeigt. Zwei Blöcke: Einer in der Seitenleiste, einer vor den Kommentaren. Stört das? Nö. Trotzdem kann ich ja niemandem erzählen: Ey, mach deinen Kram aus oder hau von hier ab. Was meinen Sie, was passieren würde?

Aber ich schweife ab. Eyeo bekommt eine immer größere Breitseite geboten. Denn wo gibt es denn so etwas? Da kaufen sich Werbetreibende und Webseiten-Betreiber von der Blockierung durch Eyeo frei. Und andere haben das Nachsehen. Wenn ich keine gute Kinderstube hätte, würde ich einfach mal sagen, dass Eyeo Türsteher der Werbenetzwerke oder gar Zuhälter sind. Aber ich habe ja Benehmen. Das geht doch alles so nicht.

Na klar, man kann Eyeo vorwerfen, dass sie das Kartellrecht – sagen wir mal – sehr weit ausreizen würden. Aber da würde ich mir zu sehr die Finger verbrennen. Ich wäre auf jeden Fall als Nutzer skeptisch, dass das Alles vertrauenswürdig ist, was da AdBlock Plus als angeblich „nicht störend“ einstuft. Ich wäre immer dafür, dass das vom Nutzer selbst bestimmt wird.

Nun klagt also auch die Süddeutsche Zeitung gegen AdBlock Plus und deren Geschäftsmodell. Ob da jemals etwas brauchbares herauskommt, wird man sehen. Wer verständlicherweise einen Werbeblocker einsetzt, sollte sich aber ernsthaft fragen, ob da der richtige Blocker im Einsatz ist. Und deshalb gibt es ja verschiedene Anbieter, und als Nutzer kann man wählen. Ich kann als Betreiber einer Webseite ja auch niemandem erzählen, dass der Werbeblocker ausgeschaltet gehört. Ich habe schon diesbezüglich Debatten ohne Ende geführt. Aber ich kann ja dazu raten, den Werbeblocker sinnvoll einzusetzen und auf solche Praktiken wie die von AdBlock Plus zu verzichten.

Bildquelle: Mit Werbung vollgepflastert – (C) PublicDomainPictures CC0 via Pixabay.de

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Henning Uhle

Henning Uhle ist gelernter Fachinformatiker für System Integration und zertifizierter System Engineer. Meine Sachgebiete sind Messaging & Collaboration sowie High Availability und Domain-Verwaltung. Ich schreibe über verschiedenste Dinge, die mich bewegen. Und es handelt sich immer um meine Sicht.

2 thoughts to “Klagewelle gegen AdBlock Plus wird größer als erwartet”

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