Microsoft Surface als Zukunft von Windows?

Startknopf, Arbeitsplatz, Netzwerkumgebung, Eigene Dateien – das kennen Sie alles, oder? Auch wenn Sie privat keinen Windows-Computer nutzen, so sind Ihnen ja sicherlich mal diese Begriffe über den Weg gelaufen.

Seit einiger Zeit gibt es in der Windows-Welt neue Begriffe: Metro-Oberfläche, Bibliotheken, Netzwerk- und Freigabecenter etc. Die Zukunft hatte am 26. Oktober 2012 mit der Veröffentlichung von Windows 8 bzw. am 04. September 2012 mit Windows Server 2012 begonnen. Dazu gibt es ja Windows Phone 8 und Windows RT. Und es gibt Neuigkeiten zu den Produkten.

Ich stehe dazu, ich war auch mehr als skeptisch, als Windows 8 vorgestellt wurde. Aber mein größtes Problem war, dass mir einerseits Windows 7 sehr ausgereift vorkam und andererseits mit Einführung der Metro-Oberfläche von Windows 8 ein kompletter Bruch mit dem bisherigen Benutzen des Betriebssystems in Kauf genommen wurde.

Man musste nicht sonderlich aufmerksam hinschauen, um feststellen zu können, dass die Oberfläche von Windows 8 / Server 2012 vom Windows Phone übernommen wurde. Plötzlich hatte man die Kreuzung aus mobilem und stationärem Betriebssystem. Und plötzlich konnte man eine Abwandlung produzieren, die auf Tablets laufen konnte, in denen ARM-Technologie verbaut wurde, das war dann das so genannte Windows RT. Wenig erfolgreich, aber immerhin.

Nun ist es so, dass sich der gesamte Konzern seinem Betriebssystem unterworfen hat: Ob es sich nun um Serversoftware wie Exchange oder Sharepoint handelt, ob es sich um Office handelt, ob es sich um die Präsenz-Webseite des Konzerns handelt oder um den Webdienst Outlook.com mit angeschlossenem SkyDrive: Alles ist im Windows-8-Stil gebaut.

Es gab da nicht wenige Stimmen, die da sagten: Na, ob das gut geht? Aber man muss es ganz deutlich sagen: Ja, das geht erstaunlich gut. Man kann nun irgendwie sagen, dass Microsoft integrale Dienste anbietet. Alles steht und fällt mit Windows. Und als Benutzer / Administrator ist es dann so, dass man sich nach einiger Eingewöhnungszeit in vielen Systemen / Diensten gut zurechtfinden kann.

Was spricht nun also dagegen, die Systeme für die Benutzer (also nicht die Server-Produkte) zusammenzuführen? Aus 3 mach 1? Aus Windows 8 und Windows RT und Windows Phone 8 soll dann ein gemeinsames Windows werden. Und als Aushängeschild für die gemeinsame Windows-Plattform soll das oft verlachte Tablet Microsoft Surface dienen.

Microsoft Surface Tablet - (C) von Lachlan Hardy of Flickr [CC-BY-2.0], via Wikimedia Commons
Microsoft Surface Tablet – (C) von Lachlan Hardy of Flickr [CC-BY-2.0], via Wikimedia Commons
Wie ja bereits bekannt ist, ist Microsoft nicht mehr nur ein reiner Anbieter von Software-Produkten. Ohne Frage, da ist der Konzern aus dem nordwestamerikanischen Redmond immernoch einer der größten der Welt. Sie sind auch ein riesiger Anbieter von Webdiensten, denn sie bieten neben Outlook.com auch Bing, Skype, SkyDrive, MSN und andere an. Und sie sind ein sehr großer Hardware-Hersteller. Neben der XBox und dem Surface besitzt Microsoft ja auch die Geräte- und Dienstesparte von Nokia in Bälde.

Und das möchte man zusammenführen. Auf dem Surface werden ja schon die Webdienste gebündelt mit angeboten. Und ein Surface kann ohne viel Fußschweiß und ohne Diplom vom Tablet fast in ein Notebook umgebaut werden. Für Microsoft stellen sich mobile Geräte wie Smartphones oder Tablets nicht als “abschließende technologische Errungenschaften” dar. Zukünftig erwarte man wohl auch noch etwas, das über Smartphone und Tablet hinausgehen würde, zitiert WPArea eine Veröffentlichung von Julie Larson-Green, Leiterin der Geräte-Sparte bei Microsoft.

Windows RT ist eine Sonderart, die nur auf Tablets mit ARM-Technologie läuft. Sie wird nur vorinstalliert vertrieben und enthält spezielle Komponenten aus der Office-Suite, die für RT angepasst wurde. Der Gedanke war, ein Tablet mit allem aus einer Hand anzubieten. WPArea vergleicht das Ganze mit dem iOS von Apple. Irgendwie war das Ganze aber doch eine Missgeburt, die Microsoft wohl selbst bedauert.

Trotzdem gehört Windows RT zur Windows-Geschichte dazu. Und es war ja nicht alles schlecht. Es war ein auf Mobilität getrimmtes und damit reduziertes System. Und das bietet natürlich Vorteile. Und diese und die Vorteile eines “vollen” Windows 8 kann man ja kombinieren. Und das nimmt man sich wohl zu Herzen.

Und somit könnte im Frühjahr 2015 ein weiterer Quantensprung bei Windows anstehen. “Threshold” lautet wohl der Codename. Und wenn ich den Bericht von WPArea richtig deute, soll dann auf einem Smartphone, einem Tablet und einem herkömmlichen Computer das gleiche System laufen. Das wäre doch der Ubuntu4Phone-Gedanke, der nie verwirklicht werden konnte. Ich denke, das ist eine gute Idee.

Windows wird es immer geben. Zumindest, so lang irgendwer auf Betriebssysteme angewiesen ist. Aber Windows muss in die Zeit nach dem “Personal Computer” geführt werden. Mir scheint, als ob Microsoft sich lang dagegen gewehrt hat. Und somit kommen solche Schritte immer etwas spät. Aber dafür umso brachialer. Bei der Einführung von Windows 8 wurde gesagt, dass Microsoft nun konsequent seinen Weg mit Windows weitergehen muss, will man sich nicht komplett lächerlich machen.

Wie man sieht, wird es da wenig zu lachen geben. Microsoft macht da ziemlich sicher ziemlich viel Ernst. Und das ist konsequent. Oder nicht?

Titelbild: Windows-Logo seit Windows 8 / Windows Server 2012 – By Original work: Microsoft File:Windows 8 logo and wordmark.svg: Multiple editors; see image description page This work: User:AxG [Public domain], via Wikimedia Commons

Ein Kommentar

  1. Man muss verstehen zu trennen…

    Trennen zwischen Nutzen und Erschaffen.

    Wenn es darum geht etwas zu nutzen ist es tatsächlich eine mögliche Zukunft, aber die Konkurrenz ist längst vor Microsoft da.

    Geht es aber um das Erschaffen ist alles was gerade hipp ist auf dem Irrweg.

    Der Desktop ist und bleibt die Zukunft für das Erschaffen.

    Da wir aber eine Gesellschaft haben in der jeder alles können will, wofür andere sich Jahre an die Schulbank setzten, haben wir ein Problem.

    Resultat ist wir brauchen weiter Beides – Desktop und Touch.

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