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Geld über Geld - (C) Taken CC0 via Pixabay.de Geld über Geld - (C) Taken CC0 via Pixabay.de

Was machen die Verkäufer von bezahltem Inhalt eigentlich?

Als Blogger freut man sich immer wieder, wenn man sich beim Bloggen ein bisschen Geld dazu verdienen kann. Die meisten machen das dann auch noch so, dass die sich trotzdem ihre Meinung nicht nehmen lassen. Aber oft genug passiert es, dass Blogger einfach nur als billiges Tippvieh hergenommen werden. Ich habe dazu in der Vergangenheit oft genug etwas aufgeschrieben. Jetzt schaue ich einfach mal nach den Verkäufern, also den Vermittlern zwischen Werbern und Bloggern.

Es gab eine Zeit, in der schossen diese Blog-Vermarkter wie Pilze aus dem Boden. Und da man als Blogger denkt, man kann sich mit den Vermarktern etwas dazu verdienen, meldet man sich dort an. Ich habe ja schon mal geschrieben, was sich dann die Auftraggeber alles so vorstellen. Im Prinzip sagt man sich als Blogger dann oft genug, dass es eigentlich keinen vernünftigen Grund gibt, bei so etwas mitzumachen. Man macht es aber trotzdem. Aber ehrlich: Das muss man sich nicht in großem Stil geben. Deshalb lösche ich hier und da meinen Account und fahre insgesamt meine eh schon geringen Aktivitäten immer weiter runter.

Nachdem Google in diesem Jahr großflächig aufgeräumt hat, was bezahlte Inhalte betrifft, gab es schon einige Vermarkter, die den Betrieb einstellten. Und plötzlich schrieben irgendwelche SEO-Hansel die Blogger an, sie mögen doch bitteschön den Link nach „sowieso“ entfernen. Ich mache da ja nicht unbedingt mit. Es sei denn, man liefert mir einen triftigen Grund und bezahlt mich dafür. Sie glauben gar nicht, welche Ausflüchte da die SEO-Buden alles so erfinden, nur um nichts bezahlen zu müssen. Aber ich sehe das nun einmal als zusätzliche Leistung an, und Leistung kostet nun einmal.

Ab 01. Januar wird es wohl die Vermarktungsbude Everlinks auch nicht mehr in der jetzigen Form geben. Vielleicht gibt es sie ja überhaupt nicht mehr. Wer weiß das schon? Das wurde irgendwie immer als das Mekka für Blogger bezeichnet, die sich etwas dazu verdienen wollten. Nun ja, aber wie viele andere hat auch diese Bude einfach mal kalte Füße bekommen und stellt vorerst den Betrieb ein. Ich glaube aber, das wird kein „Vorerst“ werden, sondern ein „Für immer“. Von mir aus.

Nun ja, da gäbe es dann noch so ein paar andere Klitschen, bei denen man Aufträge ergattern kann. Aber ehrlich: Seriöser wäre es doch, wenn die auftraggebenden Buden direkt an die Blogger herantreten würden, den Blogger bei einem eventuellen Auftrag ordentlich bezahlen würden, „nicht zu negativ“ als Kriterium aus ihrem Wortschatz streichen würden und „NoFollow“ als Link-Eigenschaft Gesetz wäre. Ach ja, und die Laufzeit solcher Arrangements würde sich gegen eine vernünftige Bezahlung dann eben auch nach einem Jahr verlängern.

Wenn ich mir überlege, dass es SEO-Buden gibt, die bei solchen Blog-Vermarktern Aufträge abkippen, die tausende Kriterien enthalten und bei denen zu lesen ist, dass Angebote höher als 50 € nicht akzeptiert werden können und der Artikel für die gesamte Lebensdauer des Blogs unverändert veröffentlicht sein sollte, dann glaube ich fest an die Weltfremdheit solcher SEO-Buden. Aus diesem Grund werde ich mich völlig heraushalten. Wenn die SEO-Buden mutig genug sind, können sie sich gern mit mir direkt unterhalten. Aber das machen sie ja nicht. Und das ist vielleicht auch gut so.

Wenn ich mir überlege, dass ich so um die 4 Jahre bei diversen Blog-Vermarktern registriert bin / war und dabei eine Lächerlichkeit an Gesamteinnahmen zusammen gekommen ist, dann muss ich ehrlich sagen, dass sich das ganze Theater eigentlich nicht lohnt. Ich weiß noch, dass es da eine SEO-Bude gab, die einen lebenslangen Link eingebaut haben wollte und mir dafür einmalig nicht mehr als 15 € bezahlen wollte. Wer weiß, was die von ihren Auftraggebern dafür ursprünglich mal dafür eingesammelt haben! Nein, sowas muss ich nicht haben.

Ich werde mir ganz genau anschauen, wohin sich die Blog-Vermarkter so entwickeln. Da wird sicherlich noch die eine oder andere Klitsche sterben gehen. Ein paar haben ja auch fusioniert und sind trotzdem nicht besser und fairer gegenüber den Bloggern geworden. Tja, und ein paar wollen sich neu aufstellen, was immer das bedeuten mag. Ich denke, die sollten lieber alle darüber nachdenken, Blogger nicht mehr nur als Tippvieh zu betrachten. Aber soweit denkt weder ein Vermarkter noch ein Auftraggeber. Und deshalb werde ich mich nach und nach aus dem ganzen Mist zurückziehen.

Ich bin davon überzeugt, dass Leser für gute Inhalte Geld ausgeben würden. Jetzt rede ich nicht davon, dass ein Besucher meiner Seite eine Art Eintrittsgeld bezahlen soll. Nein, man kann ja eine Art System einführen, dass der Leser erst lesen kann und erst später das bezahlen muss. Und zwar im überschaubaren Rahmen. Der Journalist und Blogger Richard Gutjahr hatte „LaterPay“ getestet. Und ich finde diese Art anständig und fair.

Ehrlich, ich kann mir nicht vorstellen, für alles, was ich hier reinkippe, Geld zu verlangen. Aber ich könnte. Stellen Sie sich einfach mal vor, dass Sie bei LaterPay mitmachen. Sie besuchen eine Seite, die LaterPay einsetzt. Ihnen gefällt, was Sie da lesen und wollen dafür bezahlen. Meinetwegen 0,05 €. Das machen Sie bei 99 weiteren Artikeln. Und dann sind 5 € voll. Darüber erhalten Sie eine Rechnung und können das bezahlen. Fertig. So oder so ähnlich funktioniert das. Und das ist doch nicht so sehr unfair.

Ich muss mir noch etwas mehr darüber klar werden. Aber ich kann mir das sehr gut vorstellen. Obwohl: Würden Leser tatsächlich für die Inhalte bezahlen? Auch wenn es nur Cent-Beträge sind? Ich habe so meine Zweifel. Ich hatte hier auf der Seite sowohl einen Gib-mir-einen-Kaffee-aus-Paypal-Button als auch Flattr im Einsatz. Und zwar über einen Zeitraum von 1 oder 2 Jahren. Herausgekommen sind in dem ganzen Zeitraum exakt 4,00 €. Was meinen Sie? Würde sich das mit LaterPay ändern?

Jedenfalls ist mir herzlich egal, was aus den Blog-Vermarktern wird. Google wird wohl immer wieder aufräumen. Deshalb kann ich es nur jedem Blogger empfehlen, sich eine andere Quelle zu suchen, um Einnahmen zu generieren. SEO-Buden und Blog-Vermarkter sind da irgendwie nicht kooperativ genug.

Bildquelle: Geld über Geld – (C) Taken CC0 via Pixabay.de

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Henning Uhle

Henning Uhle ist gelernter Fachinformatiker für System Integration und zertifizierter System Engineer. Meine Sachgebiete sind Messaging & Collaboration sowie High Availability und Domain-Verwaltung. Ich schreibe über verschiedenste Dinge, die mich bewegen. Und es handelt sich immer um meine Sicht.

5 thoughts to “Was machen die Verkäufer von bezahltem Inhalt eigentlich?”

  1. Super Beitrag spricht mir aus der Seele.

    Was ich nur nicht verstehe wenn dann jemand abgemahnt wurde und das zum x.ten mal dann sollte doch der Verstand einschalten und sagen das mach ich nicht nochmal! Das macht es auch nicht besser wenn dann reagiert wird mit Dofollow auf den ganzen Blog!

    Zu den Seo-Buden, ich lese das nicht mal mehr wenn ich da eine Mail habe! ;-)

  2. Ein nettes Gedankenspiel rund um das Thema. Auf Resultate mit dem Kaffee-Button war ich schon lange gespannt, habe aber insgeheim schon damit gerechnet, dass es sich kaum lohnt. Dass man mit dem ohne Zweifel verdienten Kaffee nicht einmal den Blutdruck nach oben bekommt. Der freiwillige Prozess funktioniert nicht. Das sagt mir zumindest meine Erfahrung. Ist ein Inhalt kostenlos zu erreichen, dann wird er in den meisten Fällen auch kostenlos bleiben. Mit Gratis Produkten, Texten o.Ä kannst Du lediglich Traffic generieren, den du auf eine andere Art und Weise zum Bezahlen bekommen musst. Sonst bleibt alles ein nettes Hobby.Dasselbe gilt für Pay Later Projekte.
    Viele Grüße
    André

  3. Ich möchte einfach mal ein paar Gedanken hier lassen und denke das es zwei Sorten von Blogs gibt.

    Einmal die Ursprünglichen, die als elektronisches Tagebuch dienen. Und zum anderen die Blogs, die in Richtung ‚Ich schreibe mal mein Fachwissen auf‘ gehen.

    Ausgehend von dieser Unterteilung macht es aus Sicht des Besuchers Sinn, mal einen Kaffee zu spendieren oder 5 Eurocent dazulassen. Im ersten Fall sicher ganz selten. Wenn die Lösung aber geholfen hat, wie z.b. beim WP-Hack oder der Auseinandersetzung mit der Inkassobude ;-) klickt man vielleicht eher mal.

    Mir war flattr und paypal immer zu umständlich und deshalb finde ich die Idee von laterpay ganz charmant. Und wenn ich es richtig einschätze, gehörst Du, Henning, auch zu den Early Adoptern. ;-)

    1. Da ist was dran. Ich glaube auch, dass man eher Erfolg mit so etwas hat, wenn man Anleitungen und sowas mit dabei hat. Du hast Recht, die Themen, die du genannt hast, sind durchaus sinnvoll für Later Pay Geschichten.

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