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Windows 8 ist auf dem Markt und kommt mit Kampfpreisen daher

Seit heute Nacht ist nun die neueste Version des Microsoft-Betriebssystems auf dem Markt. Anders als bei früheren Ausgaben des Dauerläufers muss man allerdings bei der Version mit den großen, begehbaren Programmsymbolen keine Unmassen an Geld ausgeben. Momentan jedenfalls.

Das Betriebssystem mit der so genannten Metro-Oberfläche, das augenscheinlich ohne das klassische Windows-Startmenü daherkommt, wurde diese Nacht auf den Markt geschmissen. Prognostiziert wird ja, dass es diese neue Version des Redmonder Dauerläufers nicht einfach haben wird. Schließlich gab es davor die Version 7, die allenthalben als die ausgereifteste Ausgabe von Windows gilt.

Damit nun Windows 8 nicht von vornherein ein Rohrkrepierer wird, kam nun Microsoft auch mit Kampfpreisen um die Ecke, die sich gewaschen haben. So bekommt man die im geschäftlichen Bereich übliche Professional-Version für 29,99 € als Download und für 59,99 € als zugesandte DVD. Windows 7 hatte zur Markteinführung auf jeden Fall über 100 € gekostet.

Microsoft muss das offenbar so machen, weil die Skepsis gegenüber Windows 8 sehr groß ist. Das liegt meiner Meinung nach daran, dass das System so völlig anders funktioniert im Vergleich zu den bisherigen Editionen. Die verbreitete Skepsis dreht sich hier um das Bunte, die Optimierung als Touch-System und die scheinbar fehlende Flexibilität.

Gerade der zweite Aspekt scheint mir ausschlaggebend. Ich habe mir ja selbst Windows 8 angesehen. Das System scheint zu funktionieren. Aber es ist eben für jegliche Art von Touch-Geräten konzipiert. Es macht zumindest den Anschein, als wäre es für Tablets und Smartphones bestens geeignet. Ich kann mir allerdings nicht vorstellen, produktiv im Büro mit diesem System zu arbeiten. Das ist aber vielleicht nur Gewöhnungssache.

Und genau deshalb gibt es diese Kampfpreise. Microsoft will unbedingt, dass Windows 8 ein Erfolg wird. Die gesamte Firmenphilosophie ist auf den Erfolg dieses Systems ausgerichtet. Und deshalb fragt der Blog Gizmodo nicht umsonst: “Gelingt Microsoft der Reboot?”

Die Freude über Windows 8 ist aber selbst innerhalb von Microsoft nicht ungetrübt. Auch in den eigenen Reihen hört man immer wieder von allerhand Skeptikern. Und außerdem liest man immermal wieder davon, dass Microsoft im Falle eines Scheiterns von Windows 8 selbst scheitert.

Ich denke, man muss hier komplett umdenken. Es handelt sich eben nicht mehr um ein klassisches Betriebssystem, wie man es bis inklusive Windows 7 kennt. Die Bedienung und das Konzept, beides hat sich an neue Bedürfnisse und Anforderungen angepasst. So ist es eben auch nicht verwunderlich, dass man nun bei Windows 8 nicht mehr von “Programmen” spricht, die man sich installiert. Nun heißt es offiziell “Apps”. Wie bei einem Smartphone eben.

Etwas befremdlich ist dabei dieser Sprachgebrauch bei der Server-Version, dem Windows Server 2012. Wenn ich auf diesem einen Anwendungsserver installiere, z.B. den mächtigen Exchange Server, dann ist das auch eine App. Und das macht mir ein Stück weit Sorge. Es wirft dann auch die etwas ketzerische Frage auf, ob der Exchange Server 2013, der bevorsteht, dann im Windows Store verfügbar ist. Aber das wird natürlich Unsinn sein.

Was wahrscheinlich der allergrößte Pluspunkt an Windows 8 sein wird, ist der Aspekt, dass alle Apps in einer eigenen Sandbox laufen. Dabei handelt es sich um jeweils isolierte Bereiche. Und das bewirkt, dass sich die Programme gegenseitig nicht behindern dürften. Es soll zudem der Internet Explorer 10 dabei sein, der Testberichten zufolge als schnellster und sicherster Browser aller Zeiten gilt (Ich habe das wirklich so gelesen.). Und die Essentials betten sich noch mehr ins System ein. Eine vollständige Interaktion mit Email, Bildern, Facebook, Twitter etc. soll somit gegeben sein.

Nun sollte etwas abgewartet werden, ob sich Windows 8 tatsächlich als Erfolg mausert. Nachdem ein solcher kategorischer Bruch vollzogen wurde, können beim besten Willen keine seriösen Prognosen abgegeben werden. Microsoft pokert jedenfalls sehr hoch, wenn es stimmt, dass die Zukunft der Firma mit Windows 8 verknüpft ist.

Hier ist jedenfalls ein sehr schönes Werbevideo zum Betriebssystem. Und daran schließt sich meine Frage: Welchen Eindruck haben Sie von Windows 8?

Hurry up!

Henning Uhle

Henning Uhle ist gelernter Fachinformatiker für System Integration und zertifizierter System Engineer. Meine Sachgebiete sind Messaging & Collaboration sowie High Availability und Domain-Verwaltung. Ich schreibe über verschiedenste Dinge, die mich bewegen. Und es handelt sich immer um meine Sicht.

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