Gibt es so wenig zu bloggen?

Bloggen ist eine wunderbare Beschäftigung. Man kann seine Gedanken verarbeiten, Hilfestellung geben, Nachrichten kommentieren, kochen, backen, handwerken, was auch immer. Aber irgendwie habe ich so das Gefühl, als ob immer weniger gebloggt wird. Als ob der Fluss an Blogartikeln irgendwie nach und nach versiegen kann. Ich meine nicht, dass die Bloggerszene nun ganz plötzlich ausstirbt. Aber irgendwie muss ich schon fragen, ob es denn wirklich so wenig zu bloggen gibt.

Bloggen: Man könnte ja mal wieder…

„Keine Angst, mir geht es gut, auch wenn ich in letzter Zeit so wenig geschrieben habe“ las ich neulich mal. Ja, es klingt so wie in dem Westernhagen-Heuler: „Ich hab dich wirklich lieb, auch wenn ich dir nie schrieb“. In immer mehr Blogs sieht man derzeit solche Artikel. Ich verfolge selbst einem Blog, in dem seit – ich weiß nicht genau – etlichen Monaten nichts mehr geschrieben wurde. Dort wird aber nicht mal so ein Artikel abgesetzt. Man fragt sich, ob die oder der Blog-Betreiber überhaupt noch lebt.

Ich glaube schon, dass man in ein Schreib-Tief verfallen kann. Sicher hat man auch irgendwann mal keine Lust. Oder es gibt sicherlich auch mal einfach nichts zu erzählen. Aber so viele Blogger auf einmal in so einer Flaute? Das kann ich mir nicht vorstellen. Bei meiner erstaunten Recherche bin ich gar auf einen Blogger gestoßen, der sich damit gerühmt hatte, dass er glatt ein Jahr lang nichts geschrieben hatte. Und dann kommt so ein „Man könnte ja mal wieder“-Artikel, und der Leser denkt wieder an Westernhagen: „Ich bin wieder hier, in meinem Revier“.

Einfach mal was schreiben

Ich habe immer erzählt, dass es schade um jede Geschichte ist, die nicht erzählt wird. Aber mir kann niemand erzählen, dass es ein Jahr lang – oder gar noch länger – gar nichts zu erzählen gibt. Ich habe mal was von „Slow Blogging“ mitbekommen. Ja, man muss nicht jeden Rülps ins Internet kübeln. Das mache ich ja auch nicht. Aber einfach mal was schreiben, was einen so bewegt: Das wär’s. Oder? Es kann doch nicht so schwer sein. Andernfalls sind wir Blogger doch nur noch Zombies. Und so will niemand genannt werden.

Das Alles erklärt für mich jedoch immernoch nicht, wieso meinem Gefühl nach immer weniger Blogartikel geschrieben werden. Man könnte fast denken, dass das Bloggen nun doch langsam aus der Mode kommt. Aber ist es denn wirklich eine Mode? Ich bin komplett unschlüssig, was diese Entwicklung bedeutet. Die werden doch nicht alle zu Instagram und Co. gewechselt sein. Denn wir wissen ja, dass man nur im eigenen Blog der Hausherr ist. Also was soll das? Oder täusche ich mich?

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