25 Jahre „Technique“ von New Order

Nachdem New Order in den Achtzigern hauptsächlich für Gassenhauer wie „Blue Monday“ oder „True Faith“ bekannt waren, kamen die Briten im Januar 1989 mit einem Album um die Ecke, das hauptsächlich durch den damals vorherrschenden Acid House geprägt war. So geschah es, dass statt alternativem Synthie Rock nun eher ein diskothekentaugliches Elektronik-Album veröffentlicht wurde. „Technique“ erblickte am 30. Januar 1989 das Licht der Welt, erhielt allerbeste Kritiken und erreichte in Deutschland Platz 25.

Die 40 Minuten dieses Albums beinhalten 9 Lieder. Es wurden 2 Singles veröffentlicht, die beide recht respektable Platzierungen erreichten. Und „Technique“ zeigte, dass sich New Order immer wieder neu erfinden können.

So beginnt das Album schon einmal mit der Haupt-Single „Fine Time“. Das kalte, treibende Stück beinhaltet große Acid-Anteile. Verstörende Drumcomputer-Klänge, psychodelischer Gesang, schräge Sound-Effekte, Keyboards und vereinzelte Gitarren bilden die Mischung der neuen New Order. Es folgt „All the Way“, das am ehesten an „Just like Heaven“ von The Cure erinnert. Ein flockiges New Wave Stück, das leicht daher kommt und die akustischen New Order repräsentiert.

An Billy Idols „Dancing with myself“ erinnert dann der dritte Titel namens „Love less“. Auch wieder akustisch kommen die Briten hier mit einem relativ melancholischen New Wave Stück daher. Und dann kommt die wohl bekannteste Single aus diesem Album: „Round & Round“. Bekannt ist dieses Lied durch die Acid-Keyboards und den Refrain: „The picture you see // is no portrait of me…“

Der erste Teil des Albums – ja, die „A-Seite“ der Schallplatte, die älteren Leser erinnern sich vielleicht – endet mit einem düsteren New Wave Stück mit melodischem Bass und psychodelischem Gesang von Bernard Sumner. „Guilty Partner“ ist ein wunderbares Stück, das musikalische Bilder über Ernüchterung malt.

Das für mich beste Stück dieses famosen Albums befindet sich dann an Position 6. „Run“ ist der typische „Brit Pop“, bevor man diese Bezeichnung salonfähig machte. Als „Run 2“ wurde das Stück gar in limitierter Ausgabe als Single veröffentlicht. Sie kennen das Lied vielleicht.

Mit Deep House ähnlicher Musik geht es weiter. „Mr. Disco“ ist typisch für ein Disco-Lied der späten Achtziger. Die Discogänger aus der Zeit werden sich in diesem Lied auf jeden Fall wiederfinden.

Das zentrale Stück von „Technique“ kommt dann aber an vorletzter Position des Albums. Die ernüchternde Erkenntnis, dass sein Leben kein Urlaub ist und er den Punkt erreicht hat, an dem er nicht mehr umkehren kann, treibt den Protagonisten zum Fluchtpunkt. „Vanishing Point“ ist eins der bekanntesten New Order Lieder. Mit über 5 Minuten Spielzeit handelt es sich um das längste Stück des Albums.

Abgeschlossen wird dieses phänomenale Album mit „Dream Attack“. Hier hört man wieder die frühen und die akustischen New Order. Man wird mit der Welt versöhnt, nachdem man doch eine ziemlich düstere Aussicht auf eben diese im vorherigen Lied hatte.

„Technique“ erhielt bei Kritikerbewertungen nie weniger als 4 von 5 Sternen oder 9 von 10 Punkten. Ich finde das Album auch sehr gelungen. Vor allem wegen „Run“ und „Vanishing Point“. Und wer will, kann das Album nach wie vor kaufen.

Bildquelle: New Order im April 2012 – (C) theskinny.co.uk

Was Sie auch interessieren könnte:

Ein Kommentar

  1. Ich finde, dass TECHNIQUE das beste New Order-Album aller Zeiten ist.

    Das ist eines dieser Alben, wo man sich jeden Song anhören kann, weil keine Füller zu finden sind.

    Bemerkenswert ist auch die Abwechslung von Alternative Rock/ 80er Brit-Pop und Dance- Stücken.
    New order hatten ja wahrlich sehr viele Hits, aber irgendwie ist den Massen kein Stück aus diesem Album bekannt.

    Dabei war es das erste Album der Band, welches Platz 1 der britischen Charts erreichte und binnen weniger Wochen sowohl in den USA als auch in ihrer Heimat Gold-Status erreichte.

    Es wurden nicht zwei sondern drei Singles von diesem Album veröffentlicht, RUN erschien ebenfalls als dritte und finale Single.

    Die Singles aus diesem Album bekamen wirklich kaum Airplay im deutschen Radio. in Großbritannien sah es ähnlich aus. In den USA wurden die Songs nur auf Alternative-Rock Radiostationen gespielt.

    Dennoch ein sehr gutes Album.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.