28 Jahre „Black Celebration“ von Depeche Mode

Es gibt Alben von Bands, die stechen aus der gesamten Diskografie heraus. Bei OMD sind es die Alben „Dazzle Ships“ oder „English Electric“, bei Depeche Mode ist es zweifellos „Black Celebration“. Am 17. März 1986 erschien das Album, was viele Kritiker bis heute als „Gothic-Album“ ansehen. Ich sehe das Album als Meilenstein der Bandgeschichte an, weil es sehr melancholisch und düster ist. Ich sehe es als Dark Wave Album an. Und hier gibt es ein paar Worte dazu.

Black Celebration besticht durch nicht massentaugliche Ware. Es werden spröde und dunkle Themen angesprochen. Es geht um ungewöhnliche Themen. Und musikalisch hat man sich auf eine neue Ebene gehoben. Man ging weg von radiotauglichem Material, hin zu Industrial-Tönen. Alles in allem ein bemerkenswerter Longplayer, in der Original-Fassung etwa 42 Minuten lang.

Das Titelstück „Black Celebration“ – das einzige in der Bandgeschichte – erzählt von der Tatsache, dass ein weiterer schlechter Tag vorbei ging. Dies muss gefeiert werden, bevor man weitermacht, obwohl außer dem Glauben nicht viel übrig ist. Damit wird dieses Konzeptalbum sehr beeindruckend eingeläutet.

Das Lied geht nahtlos über in „Fly On The Windscreen (Final)„. In dem sehr spröden Lied geht es um den Tod, der überall wartet, was ich daran zeigt, dass sich Fliegen auf der Windschutzscheibe befinden. Das Lied erschien bereits als B-Seite der Single „It’s called a heart“ und kann sicherlich nicht als jedermann’s Geschmack eingeordnet werden. Das ist aber bei dem ganzen Album nicht das Ziel gewesen.

Wiederum nahtlos wird der Übergang zu einem der größten Liebeslieder der Bandgeschichte geschafft: „A Question of Lust“ verschafft mit seiner kalten Instrumentierung und dem engelsgleichen Gesang von Martin Gore eine spezielle Atmosphäre. „Es ist eine Frage der Lust, es ist eine Frage des Vertrauens. Es geht darum, nicht zuzulassen, dass alles, was wir aufgebaut haben, zu Staub verfällt. Es sind all diese Sachen und noch mehr, die uns zusammenhalten.

Die nächste Perle findet sich mit „Sometimes“ auf dem Album. Das kurze Stück beinhaltet Gospel-Elemente und zeigt nur Piano-Begleitung. Auch dieses Lied wird von Martin Gore gesungen.

In „It Doesn’t Matter Two“ geht es um Verlangen, Liebe und Schande. Prominent in der Mitte des Albums angesiedelt, spiegelt es den Sinn des Albums wider: Es handelt sich um kein Gothic-Album, sondern um ein Album über tiefe Gefühle. Und das wird hier eindrucksvoll geschildert.

Mit „A Question of Time“ kommt dann das wahrscheinlich bekannteste Lied des Albums um die Ecke. Es geht um das Spenden von Schutz, um sie vor dem Bösen des Unbekannten zu bewahren. Der Protagonist ist eine Art Vaterfigur für ein fünfzehnjähriges Mädchen.

Es folgt die Hauptsingle „Stripped„, die bis heute umstritten ist. Das Industrial-Stück philosophiert zwar über das Entblößen im Wald. Aber ich denke, der kryptische Text behandelt das Gefühl, sich fallenlassen zu können. Das will der Protagonist seiner Angebeteten geben. Ein prominentes Cover des Liedes existiert von Rammstein.

Here is the House“ behandelt das Gefühl, „angekommen zu sein“. Es erzählt uns über zärtliche Momente, ein gemeinsames Dach, um das Gefühl, vom anderen zu wissen, wie es in ihm aussieht. Es ist eine Art Andacht an die Liebe.

Dann darf wieder Martin Gore singen. „World full of nothing“ beschreibt die allererste Liebe, die eigentlich keine ist. Und obwohl man sich gegenseitig nicht glaubt, tut man „es“. Zentrale Aussage ist: „Obwohl es keine Liebe ist, bedeutet es etwas„.

Ein Lied über Trauer ist dann „Dressed in Black„. Sie ist schwarz gekleidet und macht ihn hilflos dabei. Sie ist wie ein Spiegelbild von jedem. Ich denke, in dem Lied geht es um die Trauer, nachdem etwas wertvolles beendet ist.

Mit „New Dress“ wird dieses Album abgeschlossen. Martin Gore sagte im Nachhinein, dass ihm dieses Lied leid täte. In ihm wirft die Band Prinzessin Diana sehr deutlich vor, in völliger Ignoranz der wirklichen Welt ihre schönen, neuen Kleider spazieren zu führen. Dass dies nicht stimmt, wussten sie damals nicht. Daher tut ihnen das Lied auch leid. Es war schwierig, eine Hörprobe aufzutreiben, ein Beispiel ist diese Live-Aufnahme.

Unterm Strich ist das Album „Black Celebration“ eine melancholische Ode an die Liebe in ihren Facetten. Wer denkt, dass hier wirklich über schwarze Messen gesungen wird, sieht sich ein wenig getäuscht. Mit diesem Album wurde Depeche Mode erwachsen. Die Leichtfüßigkeit von „Just can’t get enough“ und Co. war weg. Und sie kam nie wieder. Es erhielt eine Platin-Auszeichnung und gilt bis heute als eines der besten Alben der Band. Da „Black Celebration“ so geschlossen das Thema Liebe behandelt, sehe ich es als Konzept-Album an, so wie es viele andere auch machen. Es ist das einzige der Bandgeschichte.

Was sagen Sie zu „Black Celebration“? Ein gutes oder ein schlechtes Album?

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