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Leipzig Hauptbahnhof im Jahr 2010 - By Appaloosa (Own work) [CC-BY-SA-3.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0) or GFDL (http://www.gnu.org/copyleft/fdl.html)], via Wikimedia Commons Leipzig Hauptbahnhof im Jahr 2010 - By Appaloosa (Own work) [CC-BY-SA-3.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0) or GFDL (http://www.gnu.org/copyleft/fdl.html)], via Wikimedia Commons

Anke Engelke sieht Leipzig als Nazideutschland

Nein, ich will den Artikel nicht schreiben. Aber dass mich Anke Engelke indirekt als Nazi bezeichnet, kann ich dann doch nicht stehen lassen. Man kann natürlich mit markigen Worten daher kommen, und man muss nicht alles Gesagte auch so meinen. Aber als Person des öffentlichen Lebens hat sie verdammt nochmal darüber nachzudenken, was sie sagt, bevor sie es sagt. Und vor allem hat sie auch damit zu rechnen, dass das Ganze nicht kritiklos verhallt. Nicht in den Zeiten der sozialen Netzwerke.

Viele Millionen Euro wurden dafür verwandt, die düstere Atmosphäre von Nazideutschland herzustellen. Er hätte es billiger haben können: 180 Kilometer im Süden – in Leipzig.

Anke Engelke gab etwas unsagbar dämliches bei der Berlinale-Feier von sich. Das genannte Zitat hörte man von ihr, als sie den George-Clooney-Film „The Monuments Man“ vorstellte. Das ist mal wieder ein Film aus Hollywood, in dem es um Nazis geht. Wie auch immer, um den Film geht es aber jetzt erstmal gar nicht. Der ist in diesem Artikel erstmal gar nicht relevant.

Relevant ist aber folgendes: Ich bin Bürger der Stadt Leipzig. Also einer von rund 560000 anderen. Wir haben hier in Leipzig linke (auch extreme) Gesinnungen, rechte (auch extreme) Gesinnungen und viele andere. Man kann doch nicht einfach hergehen und jeden Bürger einer Stadt pauschal in eine Schublade stecken. Das ist so etwas wie „Ach, ich kenne die Sorte“ und dergleichen. Ich lasse mich nicht in Sippenhaft nehmen. Auch nicht, wenn es von einer Frau Engelke vielleicht anders gemeint war.

Es ist mir schlichtweg vollkommen egal, wie sie es vielleicht gemeint haben könnte. Sie hat es genau so gesagt. Und damit hat sie mich und einen Großteil der gesamten Stadt beleidigt. Mich würde es nicht wundern, wenn da jetzt jemand hingeht und Anzeige erstattet. Und hier könnte eine Strafe von bis zu einem Jahr drohen, wie ich las.

Leipzig erlebt oft genug dunkle Stunden. Ob es prügelnde und marodierende Hooligans im Kielwasser von Fußballvereinen sind, ob es dunkellinke Vollidioten sind, die zur Verteidigung irgendwelcher Werte Güter anzünden, ob es dunkelrechte Vollidioten sind, die einfach mal Geschäfte verwüsten, nur weil sie in einem nicht der eigenen Gesinnung entsprechenden Stadtteil sind – es gibt genügend Beispiele. Man muss da nicht in die Weltgeschichte brüllen, dass hier nur Nazis sind. Das ist Quatsch, das ist Unfug, das ist gefährlich.

Und vor allem tut man der Bevölkerung unrecht. Wir Leipziger sind nicht ausschließlich rechte Arschlöcher. Es gibt welche unter den Leipzigern, keine Frage. Wie in jeder anderen Stadt auch. In Leipzig gibt es auch genügend linke Spinner. Wie in jeder anderen Stadt auch. Solche Dinge behauptet man nicht einfach so. Es ist daher auch kein Wunder, dass Frau Engelke nun in den sozialen Netzwerken in der Luft zerrissen wird.

Im oben verlinkten Artikel der Leipziger Volkszeitung hat sich auch der Oberbürgermeister meiner Heimatstadt, Burkhard Jung geäußert. Er nimmt das Ganze aufs Korn und entgegnet entsprechend. Vielleicht aber könnte uns Frau Engelke dabei helfen, den Boulevard of Broken Dreams, die Karl-Liebknecht-Straße in Richtung Connewitz, wieder in Adolf-Hitler-Straße umzubenennen. Nur dann würde ihr Blödsinn halbwegs Legitimation erhalten. Dass das niemand will, sollte klar sein. So wie auch niemand in Sippenhaft genommen werden will. Auch Frau Engelke nicht. Sie sollte sich schämen.

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Henning Uhle

Henning Uhle ist gelernter Fachinformatiker für System Integration und zertifizierter System Engineer. Meine Sachgebiete sind Messaging & Collaboration sowie High Availability und Domain-Verwaltung. Ich schreibe über verschiedenste Dinge, die mich bewegen. Und es handelt sich immer um meine Sicht.

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